Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen wegen digitaler Gewalt und jahrelanger Erniedrigung.
Collien Fernandes und Christian Ulmen, beide bekannt aus Film und Fernsehen, ließen sich 2025 Scheiden. Jetzt gibt Collien ihre Gründe dafür an - und die sind ungeheuerlich - sie zeigt ihn sogar an.
"Mir wurde über Jahre mein Körper geklaut"
Die 44 jährige Schauspielerin und Moderatorin wird seit Jahren von einem dunklen Schicksal verfolgt: Im Internat gibt es fake-Profile, die sich für sie ausgeben und mit unzähligen Männern schreiben. Aber nicht nur das - es existieren hunderte von Videos und Bildern, auf denen angeblich die Schauspielerin nackt und beim Sex zu sehen ist. Viele der Videos sind auch mit KI erzeugte Deepfakes, bei denen Fernandes´ Gesicht auf Nackte Körper editiert wurde. So zeigen sie die Schauspielerin in eindeutigen Posen oder in Mitten von mehreren Männern.
Wer tut ihr das an? Diese Frage stellt sich Fernandes nun schon seit Jahren. Die ganze Sache fing schon vor zehn Jahren an und hörte seitdem nie auf. Davon erfahren habe sie erst richtig 2023. Im November 2024 erstattete sie dann Strafanzeige aufgrund der gefälschten Profile gegen Unbekannt.
Der Spiegel führte ein ausführliches Interview mit Fernandes, in dem sie alles berichtete.
Der Artikel schreibt außerdem von einem Mann der die Täuschung miterlebt habe. Er habe behauptet, er habe nach einigen Chats mit fake-Profilen Fotos und Sexvideos von Frauen erhalten, die der Schauspielerin zum Verwechseln ähnlich gesehen hätten. Auch telefoniert hätte er mit der angeblichen Schauspielerin.
Auf Instagram hat sie nun ein Statement veröffentlicht, in dem sie von ihrem Leid berichtet. Unter ihrem Namen seien fake-Profile erstellt worden, die zunächst nur mit den Männern chatteten, dann aber auch Nackt- und Sexvideos von ihr versendeten. Sogar Telefonate habe es gegeben mit einer mit KI verfälschten Stimme. 10 Jahre lang.
Der Schock
Nach ihrer Strafanzeige 2024 habe Ulmen sich merkwürdig verhalten und kam nach einigen Nachfagen mit seinem Geständis, so berichtet Fernandes dem Spiegel:
Ich war das, ich habe das getan.
In ihrem Statement auf Instagram schreibt Fernandes:
Der Täter war (wie ich jetzt weiß) die ganze Zeit ziemlich nah. Sein Name: Christian Ulmen.
Sie gibt wieder, er habe gesagt dass er das aus einer Art "Besitzdenken" getan habe. Weil er sie als seine Ehefrau besäße, könne er sie anderen Männern zum Sex zur Verfügung stellen. Das ganze habe ihn Lust bereitet.
Der Täter, der sie all die Jahre gedemütigt hat und nach dem sie so lange gesucht hat, soll nun also die Person sein, die ihr am nächsten stand.
Die Anzeige
Fernandes erstattete Ende 2025 Anzeige gegen Ulmen in Spanien. Dabei geht es um Anmaßung des Personenstands, öffentliche Beleidigung, Offenlegung von Geheimnissen, wiederholte Körperverletzung im familiären Näheverhältnis und schwere Bedrohung, so berichtet der Spiegel.
Nicht nur die Taten ihres Mannes im Netz, sondern auch psychische, emotionale und physische Gewalt in der Ehe sind Gegenstand der Strafanzeige. Fernandes wirft ihrem Ex-Mann vor, sie mit Wutausbrüchen und Drohungen eingeschüchtert und sie bei manchen Auseinandersetzungen auch tätlich angegriffen zu haben.
Das ganze Thema ist auch deshalb so heikel, weil es eine neue Form digitaler Gewalt umfasst, das bisher kaum durch rechtliche Maßnahmen abgedeckt ist - vor allem in Deutschland.
Auch deshalb entschied sich Fernandes, ihre Anzeige in Spanien einzureichen. Nicht nur, weil sie dort einen Wohnsitz haben, sondern weil dort die Rechtslage für Betroffene besser liegt, härtere Gesetze gelten und es Staatsanwaltschaften und Gerichte, die auf Gewalt gegen Frauen spezialisiert sind gibt. In Deutschland dagegen gibt es bislang keinen eigenen Straftatbestand, der es verbietet, gefälschte Pornos zu erstellen.
Collien Fernandes möchte nun alles öffentlich machen und auf das Thema aufmerksam machen. So soll die Scham von den Opfern hin zu den Tätern verschoben und die Gesetze überarbeitet werden, hofft sie.
Im Zweifel für den Angeklagten?
Ulmen selbst hat sich noch nicht zu den Anschuldigungen geäußert.
Allerdings gibt es eine Mail an einen Strafverteidiger, den Ulmen nach seinem Geständis zu seiner Frau kontaktiert hatte, die vom Spiegel eingesehen werden konnte. Darin schreibt der Schauspieler, dass er einen sexuellen Fetisch entwickelt habe, fake-Profile seiner Frau zu erstellen und mit Männern bis zum Sex-Talk zu chatten. Dabei habe er auch Sexvideos verschickt mit Protagonistinnen, die seiner Frau ähnlich sahen. Er habe den Eindruck eines privaten Sextapes erwecken wollen. Das Ganze habe er ungefähr 30 Mal wiederholt, so berichtet er. Bei seiner Schilderung stellt sich Ulmen immer wieder als Opfer seines kaum zu kontrollierenden Dranges dar und zeigt Reue.
Am 19. März berichtet die Frankfurter Rundschau, dass Ulmens Anwalt Christian Schertz nach der Veröffentlichung des Spiegel-Artikels nun ein Informationsschreiben verschickt habe, in dem er die Berichterstattung als rechtswidrig deklariert, weil unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet worden wären. Deshalb würden sie nun auch rechtliche Schritte gegen den Spiegel einleiten.
Die Anschuldigungen sind heftig und Fernandes erhält auf Instagram viel Zuspruch. Doch so lange Ulmen nicht verurteilt ist, gilt auch für ihn die Unschuldsvermutung. Allerding sieht es nicht sehr gut für ihn aus. Man kann nur hoffen, dass Fernandes einen Weg findet, gut mit der Sache zurecht zu kommen, denn solche Videos sind schwer aus dem Internet zu bekommen und werden sie vermutlich noch lange begleiten. Außerdem bleibt auch zu hoffen, dass der Täter eine gerechte Strafe erhält, da das Thema digitaler Gewalt in den Gerichten noch nicht sehr gut vertreten ist.