Die einen reden von Kritik, die anderen von einem stumpfen Prank – Scientology selbst sieht darin ein Hassverbrechen.
Bereits vor einiger Zeit berichteten wir von einem aktuellen Trend, der sich sowohl in den USA als auch Deutschland entwickelt hatte und bei dem junge Menschen versuchten, in die Gebäude von Scientology einzudringen. Nun wehrt sich Scientology mit rechtlichen Schritten.
Drei Männer wegen "Scientology Speedrun" festgenommen
In New York sind drei Männer festgenommen worden, nachdem eine Gruppe Anfang Mai in ein Gebäude der Church of Scientology in Midtown Manhattan eingedrungen sein soll. Der Vorfall ereignete sich laut US-Berichten am 2. Mai 2026 in einem Gebäude an der West 46th Street, während sich dort offenbar Besucher und Teilnehmer eines Seminars aufhielten.
Im Zentrum des Falls stehen drei Verdächtige: Jaelen Dinkens, Mohammed Amolegbe und Tashaun Simms. Dinkens und Amolegbe sollen wegen Einbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung angeklagt worden sein.
Scientology, die sich immer wieder mit berechtigter Kritik konfrontiert sehen, forderten hier umgehend, dass die als Kritik bezeichneten Aktionen gegen ihre Räumlichkeiten als Hate Crime betrachtet werden sollten. Simms wurde demnach wegen Behinderung der Verwaltung und Manipulation von Beweismitteln beschuldigt.
Scientology geht von 10.000 Dollar Schaden aus
Nach Angaben der Behörden soll die Gruppe gewaltsam in das Gebäude eingedrungen sein. Auf von der NYPD veröffentlichtem Videomaterial seien mehrere Personen zu sehen, die durch das Gebäude laufen, Gegenstände umwerfen und unter anderem Silly String (eine Art sprühbarer Luftschlangen) auf Überwachungskameras sprühen.
Insgesamt soll ein Schaden von rund 10.000 US-Dollar entstanden sein. Außerdem soll ein 30-jähriger Mitarbeiter getreten und leicht verletzt worden sein; ins Krankenhaus musste er laut Bericht nicht.
Inwieweit die Forderungen berechtigt sind oder Scientology hier nur veruscht, ein Exempel zu statuieren, welches den Hype um die Speedrunner eindämmen soll, ist nicht wirklich klar, die Church of Scientology sprach im Zusammenhang mit dem Vorfall allerdings von einem organisierten Eindringen in eine religiöse Einrichtung.
Die Organisation betonte, es habe sich nicht um einen friedlichen Besuch oder Protest gehandelt, sondern um einen Vorfall mit gewaltsamem Zugang, Sachschäden und körperlicher Aggression innerhalb eines Hauses der Religionsgemeinschaft.
Die Polizei geht dem Fall weiter nach. Laut Berichten könnten im Zusammenhang mit der größeren Gruppe, die an dem Vorfall beteiligt gewesen sein soll, weitere Festnahmen folgen.
