Sophie Cookson – der Hollywoodstar der plötzlich in einer ZDF-Produktion erschien, wird 36

Die Britische Schauspielerin war Teil eines internationalen Essembles im ZDF.

Sophie Cookson 01 20th Century Fox
Ein internationaler Star, der Rollen aus Überzeugung wählt. | © 20th Century Fox

Sophie Cookson feiert heute ihren 36. Geburtstag. Die britische Schauspielerin, geboren am 15. Mai 1990 in Haywards Heath, West Sussex, gehört zu jener Generation englischer Darstellerinnen, die zwischen internationalem Genrekino, anspruchsvollen Fernsehstoffen und Theaterarbeit wechseln, ohne sich zu früh auf einen Typ festlegen zu lassen.

Zwischen Hollywood und ZDF-Herzkino

Cookson wuchs in Sussex und später in Suffolk auf, besuchte die Woodbridge School und kam schon früh mit Musiktheater in Berührung. Nach einem kurzen Studium der Kunstgeschichte und Arabistik an der University of Edinburgh entschied sie sich endgültig für die Schauspielerei und absolvierte ihre Ausbildung an der Oxford School of Drama, die sie 2013 abschloss.

Ihre ersten wichtigen Rollen führten sie direkt ins Fernsehen. 2013 spielte sie in der Miniserie Moonfleet die Grace Mohune. Kurz darauf folgte ein für das deutschsprachige Publikum besonderer Auftritt: In der vom ZDF mitproduzierten Rosamunde-Pilcher-Verfilmung Rosamunde Pilcher: Mein unbekanntes Herz übernahm Cookson die Rolle der Millie Lancaster. Der Zweiteiler gehörte zur traditionsreichen ZDF-"Herzkino"-Reihe und verband britische Schauplätze mit einem internationalen Ensemble, darunter Carolina Vera, Gedeon Burkhard, Greg Wise, Julian Sands und Jane Seymour.

Der internationale Durchbruch gelang ihr 2014 mit Kingsman: The Secret Service. Als Roxanne "Roxy" Morton, später Lancelot, wurde Cookson Teil eines stilisierten Spionagekosmos, der Comic-Ästhetik, britische Agentenmythen und überdrehte Action miteinander verband. 2017 kehrte sie in Kingsman: The Golden Circle zurück.

Daneben suchte Cookson früh andere Register. In The Huntsman & The Ice Queen war sie 2016 in einer Nebenrolle zu sehen, 2017 folgte die Netflix-Serie Gypsy, in der sie an der Seite von Naomi Watts spielte. 2018 verkörperte sie in Geheimnis eines Lebens die junge Joan Smith, während Judi Dench die ältere Version der Figur spielte. Im selben Jahr stand Cookson außerdem in London in Tracy Letts’ schwarzer Komödie Killer Joe neben Orlando Bloom auf der Bühne.

Zwischen realer Politik und künstlerischer Auseinandersetzung

Einen ihrer politisch aufgeladensten Stoffe übernahm sie mit Die skandalösen Affären der Christine Keeler. Die BBC-Miniserie erzählte die Profumo-Affäre der 1960er Jahre aus der Perspektive der jungen Frau, die damals von Politik, Presse und Öffentlichkeit zur Projektionsfläche gemacht wurde. Cookson spielte Christine Keeler nicht als bloße Randfigur eines Regierungsskandals, sondern als Frau, deren Leben durch Macht, Klassenunterschiede, Sexualmoral und mediale Vorverurteilung geprägt wurde.

Gerade hier zeigt sich auch Cooksons politisches Profil — weniger als klassische Aktivistin, sondern durch die Stoffe, für die sie sich sichtbar interessiert. In Interviews zu Die skandalösen Affären der Christine Keeler sprach sie über Frauenfeindlichkeit, öffentliche Beschämung und die Notwendigkeit, historische Skandale neu aus weiblicher Perspektive zu betrachten. Ein klar dokumentiertes Parteiamt, eine feste politische Kampagnenrolle oder eine öffentlich bekannte dauerhafte Funktion in einer großen Hilfsorganisation ist bei ihr dagegen nicht prominent belegt.

Auch ihr soziales Engagement lässt sich vor allem über Themen und Rollen greifen: In Rosamunde Pilcher: Mein unbekanntes Herz steht die Frage nach Organspende, Trauer und zweiter Lebenschance im Mittelpunkt; in Die skandalösen Affären der Christine Keeler geht es um Machtmissbrauch und die gesellschaftliche Bestrafung junger Frauen; in Das Geständnis der Frannie Langton spielte Cookson 2022 in einem historischen Stoff über Sklaverei, Abhängigkeit, Begehren und Schuld.

Zum 36. Geburtstag steht Sophie Cookson damit für eine Karriere, die erstaunlich breit begonnen hat: vom deutschen Fernsehmelodram über das globale Action-Franchise bis zum britischen Politdrama. Ihre interessantesten Arbeiten entstehen dort, wo Unterhaltung und gesellschaftliche Fragen ineinandergreifen — und genau darin liegt ihre Stärke: Sie spielt Figuren, die nicht nur Teil einer Handlung sind, sondern oft auch Spiegel ihrer Zeit.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....