SPD-Politiker macht Werbung für Temu – Placement sorgt für Kritik

Tim Vollert ist Politiker, Klimaaktivist und Influencer. Jetzt macht er ausgerechnet Werbung für Temu.

Tim Vollert Instagram
Hat er das wirklich nötig? | ©Tim Vollert - Instagram

Tim Vollert erreicht mit seinen wissenschaftlichen Inhalten ein großes Publikum, ist gleichzeitig aber auch politisch aktiv. Er bezeichnet sich selbst als SPD-Politiker, sitzt im Kreisvorstand der Partei und engagiert sich bei Fridays for Future.

Umso interessanter ist ein Werbepartner, den Vollert zuletzt auf seinem YouTube-Kanal präsentierte: Temu. Der chinesisch geprägte Online-Marktplatz steht in Europa seit Längerem wegen Themen wie Produktsicherheit und Verbraucherschutz in der Kritik.

Tim Vollert wirbt für Temu

In seinem Placement erklärt Vollert, dass er selbst bereits länger bei Temu einkauft. Seine Möbel würden tatsächlich von der Plattform stammen, ebenso ein Teil seiner Dekoration und praktisch alle seine Lichter.

Dabei sagt er auch, dass er dort einkaufe, weil er den Produkten vertraue.
Anschließend bewirbt Vollert einen aktuellen Aktionscode und fordert seine Zuschauer dazu auf, diesen über die Suchleiste bei Temu einzugeben.

Gerade bei einem politisch und klimapolitisch aktiven Creator ist diese Kooperation bemerkenswert.
Vollert ist nicht einfach nur SPD-Mitglied: Er war unter anderem bei den Jusos aktiv, ist laut eigener Angabe seit 2018 Mitglied des SPD-Kreisvorstands und engagiert sich seit Jahren bei Fridays for Future.

Temu steht selbst massiv in der Kritik

Denn Temu ist alles andere als unumstritten. Die Verbraucherzentrale warnt etwa davor, dass niedrige Preise mit Problemen bei Produktqualität und Sicherheit einhergehen können. Außerdem kritisiert sie die ökologischen Auswirkungen weit transportierter und möglicherweise zurückgeschickter Billigprodukte.

Noch deutlicher wurde 2026 die EU-Kommission: Im Mai verhängte sie gegen Temu eine Geldbuße von 200 Millionen Euro wegen eines Verstoßes gegen den Digital Services Act. Nach Angaben der Kommission hatte Temu die Risiken illegaler Produkte auf seiner Plattform und mögliche Schäden für EU-Verbraucher nicht ausreichend bewertet. Bei Tests wurden unter anderem Probleme mit Ladegeräten und Babyspielzeug festgestellt.

Das macht Vollerts Placement zumindest diskussionswürdig.
Eine Kooperation mit Temu ist dadurch natürlich nicht verboten. Gerade angesichts seines öffentlichen Engagements für Klimaschutz und Politik stellt sich jedoch die Frage, ob Temu als Werbepartner zu dem Image passt, das Vollert sonst nach außen vertritt.

Wie seht ihr das: Passt ein Temu-Placement zu einem Creator, der sich gleichzeitig politisch für Klimaschutz engagiert? Schreibt es in die Kommentare!

Tommy-lee Venghaus

Tommy-Lee ist Medientextübersetzungsstudent und leidenschaftlicher Gamer mit einer besonderen Vorliebe für JRPGs, Anime und Medien....