Streunende Katze wird von Zugpersonal gesundgepflegt und zur offiziellen Bahnhofsvorsteherin

Wenn die Deutsche Bahn sich ein Beispiel nehmen würde, wären viele Fahrten in Zukunft nur ein Katzensprung.

Katze Wird Bahnhofsvorsteherin 01 Wikipedia You Tube
So wie einst Tama, wird auch Nakano-san ihrer Station reichlich Publicity einbringen. | © Wikipedia / YouTube

Auf Unterlagen schlafen und Computermäuse vom Tisch schubsen: Was euch im Büro Ärger einbringen würde, gehört bei Nakano-san offenbar zum Jobprofil. Die gerettete Katze ist heute Bahnhofschefin im japanischen Choshi. Dienstmütze inklusive.

Manche arbeiten jahrelang auf eine Beförderung hin. Andere kommen auf vier Pfoten ins Unternehmen und überzeugen durch konsequentes Herumliegen. Nakano-san gehört zur zweiten Gruppe. Hinter ihrer ungewöhnlichen Karriere steckt allerdings eine ziemlich rührende Geschichte.

Erst gerettet, dann befördert

Im Oktober 2025 entdeckten Mitarbeiter der Choshi Electric Railway eine abgemagerte, kranke Katze am Bahnhof. Ob sie ausgesetzt worden war oder als Streunerin lebte, war unklar. Das Bahnpersonal nahm sie auf und pflegte sie gesund.

Aus dem hilfsbedürftigen Fundtier wurde eine feste Größe am Arbeitsplatz: Im Januar 2026 begann Nakano-san ihre "Ausbildung", im Juli folgte die Ernennung zur Bahnhofschefin am Bahnhof Nakanocho. Zur neuen Position gab es eine kleine Mütze und eine Medaille fürs Halsband.

Eine erstaunlich steile Karriere für jemanden, der vermutlich bis heute keine einzige E-Mail beantwortet hat.

Die Chefin liegt auf euren Unterlagen

Zu Nakano-sans dokumentierten Büroaktivitäten gehören das Knabbern an Kabeln, die Jagd auf (Computer-)Mäuse und regelmäßige Nickerchen auf dem Papierkram der so anfällt. Wer selbst eine Katze hat, kennt das: Sobald etwas wichtig aussieht, wird es zur Liegefläche erklärt.

Ihre eigentliche Aufgabe ist die eines Maskottchens. Die Bahngesellschaft setzt Nakano-san in ihrer Öffentlichkeitsarbeit ein, und zu ihrem Amtsantritt kamen zahlreiche Reporter. Die vierbeinige Chefin soll Aufmerksamkeit für die Bahn und die Stadt wecken.

Damit hat sie zumindest eine Qualifikation, die vielen Führungskräften fehlt: Die Leute freuen sich, wenn sie im Büro auftaucht.

Ein guter Anschluss fürs Leben

Für Nakano-san begann die Geschichte mit einem Bahnhof als Zuflucht. Heute hat sie dort ein Zuhause und einen Titel, der sich ziemlich gut auf einer Visitenkarte machen würde.

Ob sie die Bedeutung ihrer Beförderung versteht? Wahrscheinlich sind ihr ein sicherer Schlafplatz und die nächste Mahlzeit wichtiger. Wobei sie damit auch schon klare Prioritäten für die Geschäftsführung gesetzt hätte.

Übrigens ist sie damit nicht die erste Katze, der der Titel einer Bahnhofsvorsteherin zuteil wird. Bereits 2004 wurde Katze Tama Chefin und Maskottchen der Kishi Station, die damals kurz vor der Schließung stand, weil sie für den Bahnbetrieb zu kostspielig war.

Das Tier und seine "neuen Aufgaben" brachten jedoch zahlreiche Gäste und Besucher aus ganz Japan und retteten die Station. Als Tama 2015 verstarb, gab es eine rührende Beerdigung in der Nähe und einen Schrein, der bis heute an sie erinnern soll.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....