Tod durch Ärztefehler? Zum Todestag von Charakterschauspieler Bill Paxton

Paxton zählte zu den großen Namen der Branche, drängte sich aber nie zu sehr ins Rampenlicht.

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Bill Paxton spielte gern harte, kernige Typen mit emotionaler Tiefe. | © Splendid Films

Heute jährt sich der Tod von Bill Paxton, eines Schauspielers, der wie nur wenige andere das Gesicht des modernen Hollywoods geprägt hat, ohne je der klassische Superstar zu sein. Seine Karriere war nicht von glamouröser Selbstinszenierung bestimmt, sondern von Vielseitigkeit, Hingabe und einem tiefen Respekt für das Erzählen von Geschichten.

Paxton starb 2017 im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Operation – überraschend und für viele Fans und Weggefährten schmerzhaft. Sein Vermächtnis jedoch lebt fort, in Filmen, Erinnerungen und in der Wirkung, die er auf Generationen von Zuschauern und Kollegen hinterlassen hat.

Jugendwunsch: Hollywood

Bill Paxton wurde am 17. Mai 1955 in Fort Worth, Texas, geboren. Sein Vater war im Holzhandel tätig, doch Paxton interessierte sich früh für Kunst, Film und Musik. Schon als Jugendlicher zog es ihn nach Kalifornien, wo er versuchte, in der Filmindustrie Fuß zu fassen. Seine ersten Jahre in Hollywood waren geprägt von kleinen Jobs hinter den Kulissen – unter anderem arbeitete er als Bühnenbild-Assistent.

Diese Erfahrungen gaben ihm ein tiefes Verständnis für das Handwerk des Filmemachens, das ihn später als Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor prägte. Sein Einstieg als Schauspieler erfolgte in kleinen Rollen, oft kaum mehr als kurze Auftritte. Doch Paxton fiel schnell auf: durch seine Energie, sein markantes Gesicht und seine Fähigkeit, auch Nebenfiguren Leben einzuhauchen.

Durchbruch und legendäre Rollen

In den 1980er- und 1990er-Jahren entwickelte sich Bill Paxton zu einem festen Bestandteil großer Hollywoodproduktionen. Besonders bekannt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit einigen der einflussreichsten Regisseure seiner Zeit. Er spielte in Science-Fiction- und Actionklassikern ebenso wie in Dramen und Katastrophenfilmen.

Eine seiner berühmtesten Rollen war die des überdrehten Marines Hudson in der Alien-Reihe, einem legendären Science-Fiction-Franchise der 80er-Jahre – eine Figur, die zugleich komisch, nervös und zutiefst menschlich war. Später folgten Auftritte in großen Produktionen wie einem der erfolgreichsten Katastrophenfilme der 1990er-Jahre sowie in dem historischen Blockbuster über den Untergang der Titanic. Paxton verkörperte dabei häufig Figuren, die bodenständig, leidenschaftlich und verletzlich zugleich waren.

Eine besondere Stellung in seiner Karriere nahm der Film Twister ein, in dem er als Sturmjäger zu sehen war. Der Film wurde ein weltweiter Erfolg und machte ihn endgültig zum bekannten Gesicht des Mainstream-Kinos. Paxton schaffte das Kunststück, in spektakulären Effektszenen ebenso zu überzeugen wie in leisen, emotionalen Momenten.

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Paxton spielte mit den ganz Großen in Hollywood. | © Universal Pictures

Künstlerische Vielseitigkeit

Was Bill Paxton von vielen anderen Schauspielern unterschied, war seine enorme Bandbreite. Er war nie nur der Actionheld oder der Nebencharakter – er konnte beides sein und alles dazwischen. Neben der Schauspielerei versuchte er sich erfolgreich als Regisseur. Sein Film Frailty aus dem Jahr 2001 gilt bis heute als Geheimtipp und zeigt seine Fähigkeit, düstere, psychologisch komplexe Geschichten zu erzählen.

Auch im Fernsehen feierte er Erfolge. Besonders seine Rolle in einer preisgekrönten Serie über eine Polygamistenfamilie (Big Love) zeigte sein Talent für langfristig angelegte Figurenentwicklung. Hier spielte er einen Mann, der zwischen familiären Verpflichtungen, moralischen Konflikten und persönlichem Glauben hin- und hergerissen ist – eine Rolle, die ihm viel Anerkennung einbrachte.

Einfluss und Tod

Kollegen beschrieben Paxton oft als warmherzig, neugierig und unprätentiös. Er galt als Schauspieler, der am Set Respekt zeigte – gegenüber Technikern ebenso wie gegenüber Nachwuchsdarstellern. Diese Haltung machte ihn zu einer geschätzten Figur in der Branche und bei seinen direkten Mitmenschen.

Umso tragischer für die Familie, als Paxton 2017 im Alter von 61 Jahren starb, nachdem eine Herzoperation und die damit einhergehenden Komplikationen zu einem Schlaganfall führten. Die Hinterbliebenen warfen dem zuständigen Arzt Behandlungsfehler vor und verklagten das Krankenhaus wegen widerrechtlicher Tötung. Im Jahr 2022 erfolgte eine Teileinigung, in deren Ergebnis den Paxtons eine Million Dollar zugesprochen wurde.

Paxtons Fähigkeit, Figuren menschlich und nahbar zu machen, hatte großen Einfluss auf viele Schauspieler, die nach ihm kamen. Paxton bewies, dass man nicht immer die Hauptrolle spielen muss, um unvergesslich zu sein. Oft waren es gerade seine Nebenrollen, die im Gedächtnis blieben.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....