Über seine Schwierigkeiten damit, Draco Malfoy loszulassen und der andauernden Liebe zu Emma Watson.
Tom Felton feiert heute, am 22. September 2026, seinen 39. Geburtstag. Für Millionen Fans wird er für immer der Junge mit den platinblonden Haaren sein, der Harry Potter in Hogwarts das Leben schwer machte. Dabei war Felton im echten Leben weder besonders arrogant noch überzeugter Slytherin – und verstand anfangs nicht einmal, wie gewaltig die Welt war, deren Teil er gerade geworden war.
Seine Verbindung zu Draco Malfoy hat ihn trotzdem nie vollständig losgelassen. Felton spricht bis heute mit großer Zuneigung über die Filmreihe, pflegt enge Freundschaften mit früheren Kollegen und besitzt noch immer den Slytherin-Ring, den er während der Dreharbeiten trug.
Auch seine Beziehung zu Emma Watson beschäftigt Fans seit Jahren. Allerdings wird die Geschichte häufig falsch herum erzählt: Nachweislich war zunächst Emma Watson in Tom Felton verknallt – nicht umgekehrt. Felton schrieb später jedoch von einer besonderen, beinahe geheimen Liebe zu ihr, die er selbst nicht eindeutig als romantisch bezeichnet.
Vom Kirchenchor vor die Kamera
Thomas Andrew Felton wurde am 22. September 1987 im englischen Epsom in der Grafschaft Surrey geboren. Er ist der jüngste von vier Brüdern und wuchs in einer Familie auf, die zunächst keine besondere Verbindung zur Filmindustrie hatte.
Felton entdeckte früh seine Begeisterung für Musik. Ab seinem siebten Lebensjahr sang er in Kirchen- und Schulchören und erhielt aufgrund seiner Stimme sogar das Angebot, einem renommierten Chor beizutreten. Er entschied sich jedoch dagegen, weil er dafür seine Schule hätte wechseln müssen.
Bereits als Kind stand er für Werbespots vor der Kamera. Sein Kinodebüt feierte er 1997 in der Familienkomödie Ein Fall für die Borger. Zwei Jahre später spielte er in Anna und der König den Sohn der von Jodie Foster verkörperten Lehrerin Anna Leonowens.
Felton hatte damit schon mehrere Jahre Schauspielerfahrung, als er für eine neue Fantasyproduktion vorsprach, die seine Karriere und sein gesamtes weiteres Leben bestimmen sollte.
Eigentlich wollte Tom Felton Harry oder Ron spielen
Beim Casting für die Verfilmung von J. K. Rowlings Romanen sprach Felton zunächst für Harry Potter und Ron Weasley vor. Er kannte die Bücher nach eigener Aussage damals kaum und versuchte beim Vorsprechen gelegentlich so zu tun, als wüsste er mehr über die Geschichte, als tatsächlich der Fall war.
Die Produzenten sahen in ihm jedoch keinen Harry und keinen Ron (der von Rupert Grint verkörpert wurde). Mit seinem selbstbewussten Auftreten und der Fähigkeit, innerhalb weniger Sekunden ausgesprochen unsympathisch zu wirken, passte er perfekt zu Draco Malfoy.
Felton erhielt die Rolle des verwöhnten Sohnes von Lucius und Narzissa Malfoy. Für Harry Potter und der Stein der Weisen wurden seine ursprünglich braunen Haare platinblond gefärbt. Die Prozedur musste während der Produktion regelmäßig wiederholt werden und wurde für die folgenden Filme zu einem festen Bestandteil seines Alltags.
Draco begegnet Harry – letztendlich gespielt von Daniel Radcliffe – kurz vor Beginn des ersten Schuljahres und bietet ihm seine Freundschaft an. Als Harry ablehnt, entwickelt sich zwischen den beiden Jungen eine jahrelange Rivalität. Draco verspottet Harrys Freunde, verherrlicht die Reinblut-Ideologie seiner Familie und versucht ständig, sich die Anerkennung seines Vaters zu verdienen.
Der nette Junge, der plötzlich von Kindern gehasst wurde
Harry Potter und der Stein der Weisen erschien 2001 und wurde zu einem weltweiten Erfolg. Felton war damals 14 Jahre alt. Obwohl Draco im ersten Film nur eine Nebenfigur ist, blieb sein spöttisches Auftreten sofort im Gedächtnis.
Manche junge Zuschauer konnten Schauspieler und Rolle offenbar nicht vollständig voneinander trennen. Felton wurde beschimpft, auf der Straße misstrauisch angesehen oder bei öffentlichen Auftritten ausgebuht. Als Zeichen seiner überzeugenden Darstellung nahm er solche Reaktionen meist mit Humor.
Hinter den Kulissen galt Felton als einer der entspannteren jungen Darsteller. Während Daniel Radcliffe, Rupert Grint und Emma Watson einen großen Teil der Dreharbeiten gemeinsam absolvierten, hatte er deutlich weniger Drehtage und konnte über weite Teile seiner Jugend weiterhin eine normale Schule besuchen.
Felton spielte Draco in allen acht Filmen der Reihe – von Harry Potter und der Stein der Weisen bis Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2. Während dieser zehn Jahre entwickelte sich Draco vom eindimensionalen Schulrivalen zu einer tragischen Figur.
Draco Malfoys entscheidender Wandel
Besonders wichtig wurde Feltons Rolle in Harry Potter und der Halbblutprinz. Lord Voldemort beauftragt Draco damit, Albus Dumbledore zu töten. Die scheinbare Auszeichnung ist in Wirklichkeit eine Bestrafung für das Versagen seines Vaters.
Felton zeigt Draco in diesem Film zunehmend isoliert, verängstigt und emotional überfordert. Der Jugendliche möchte den Erwartungen seiner Familie entsprechen, ist aber nicht in der Lage, den Mord tatsächlich auszuführen.
Die Rolle gab Felton die Gelegenheit, hinter Dracos arrogante Fassade zu blicken. Für seine Darstellung wurde er 2010 und 2011 jeweils mit einem MTV Movie Award als bester Bösewicht ausgezeichnet.
Auch während der finalen Filme bleibt Draco moralisch widersprüchlich. Er wird nicht plötzlich zum Helden, weigert sich aber, Harry eindeutig zu identifizieren, als dieser im Haus der Malfoys gefangen gehalten wird. Felton machte aus ihm eine Figur, die für ihre Entscheidungen verantwortlich bleibt und gleichzeitig selbst unter den Erwartungen ihrer Familie leidet.
Wer war nun in wen verknallt?
Kaum eine Beziehung innerhalb des damaligen Ensembles wird so intensiv diskutiert wie die zwischen Tom Felton und Emma Watson. Fans verwandeln Draco Malfoy und Hermine Granger seit Jahren in ein imaginäres Paar, obwohl die Figuren in der Geschichte erbitterte Gegner sind.
Die belegte Geschichte begann während der frühen Dreharbeiten. Emma Watson war damals in Felton verknallt. Beim Reunion-Special Harry Potter 20th Anniversary: Return to Hogwarts erzählte sie, wann sie sich in ihn verliebte.
Die jungen Schauspieler sollten während des Unterrichts am Set zeichnen, wie sie sich Gott vorstellten. Felton malte ein Mädchen mit einer rückwärts getragenen Baseballkappe auf einem Skateboard. Watson war von dem Bild und seinem etwas älteren, lässigen Auftreten vollkommen begeistert.
Von diesem Moment an suchte sie morgens auf dem Drehplan nach Feltons Nummer, um herauszufinden, ob er an diesem Tag ebenfalls am Set sein würde. Wenn sein Name auf der Liste stand, war es für sie nach eigener Aussage ein besonders aufregender Tag.
Felton wusste von ihrem Crush. Zwischen den beiden lagen allerdings etwas mehr als zwei Jahre Altersunterschied, was während der Kindheit stärker ins Gewicht fiel. Er betrachtete Watson damals eher wie eine jüngere Schwester und entwickelte ihr gegenüber einen ausgeprägten Beschützerinstinkt.
Tom Feltons geheime Liebe zu Emma Watson
Ganz so eindeutig blieb die Geschichte langfristig dennoch nicht. In seinen 2022 veröffentlichten Memoiren Jenseits der Magie: Von Segen und Fluch, als Draco Malfoy berühmt zu sein schrieb Felton, dass er Emma Watson auf eine Weise liebe, die er anderen Menschen möglicherweise nie richtig erklären könne.
Er bezeichnete diese Gefühle sinngemäß als eine geheime Liebe, stellte aber gleichzeitig klar, dass es sich nicht zwingend um romantische Liebe handele. Zwischen beiden habe immer eine besondere Verbindung bestanden. Sogar frühere Partnerinnen hätten bemerkt, dass ihre Freundschaft ungewöhnlich eng sei.
Watson schrieb das Vorwort zu Feltons Buch und bezeichnete ihn darin als ihren Seelenverwandten. Sie erklärte außerdem, dass die beiden trotz jahrelanger Spekulationen nie eine romantische Beziehung miteinander geführt hätten.
Die korrekte Kurzfassung lautet daher: Emma Watson war als Kind offen in Tom Felton verknallt. Felton erwiderte diesen damaligen Crush offenbar nicht romantisch, entwickelte aber eine tiefe und dauerhafte Liebe zu ihr, die er selbst nur schwer einer gewöhnlichen Kategorie zuordnen kann.
Die beiden treffen sich bis heute privat, unterstützen die Projekte des jeweils anderen und teilen gelegentlich gemeinsame Fotos. Diese Nähe sorgt zuverlässig für neue Gerüchte – auch wenn beide immer wieder erklären, lediglich sehr enge Freunde zu sein.
Der Slytherin-Ring, den er einfach behielt
Feltons Verbindung zu Draco zeigt sich auch an einem kleinen Erinnerungsstück aus den Filmen. Während der Dreharbeiten trug er als Teil seines Kostüms einen silberfarbenen Slytherin-Ring.
Nach Abschluss der Filmreihe nahm Felton den Ring nach eigener Erzählung vom Set mit. Ob man das als Geschenk, dauerhaftes Ausleihen oder charmanten kleinen Diebstahl aus der Kostümabteilung bezeichnet, hängt vermutlich davon ab, wen man fragt.
Felton besitzt den Slytherin-Ring bis heute. Er trägt ihn bei öffentlichen Auftritten und zeigte ihn auch im Zusammenhang mit seiner späteren Rückkehr als Draco. Der ursprüngliche Materialwert soll vergleichsweise gering gewesen sein. Für Felton ist der emotionale Wert jedoch kaum zu beziffern.
Der Ring begleitete ihn durch einen großen Teil seiner Jugend und wurde zu einem Symbol für jene Rolle, die ihm zwar sämtliche Türen öffnete, ihn nach dem Ende der Filmreihe aber auch vor eine schwierige Frage stellte: Wer ist Tom Felton, wenn er nicht Draco Malfoy spielt?
Das schwierige Leben nach Hogwarts
Nach Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 versuchte Felton, sich als erwachsener Schauspieler zu etablieren. 2011 spielte er im Science-Fiction-Film Planet der Affen: Prevolution erneut einen unsympathischen jungen Mann.
Es folgten Rollen in Produktionen wie The Apparition – Dunkle Erscheinung, Dido Elizabeth Belle, Gegen die Sonne, Auferstanden, A United Kingdom und Megan Leavey. Von 2016 bis 2017 gehörte er außerdem als Julian Albert zur dritten Staffel der Serie The Flash.
In der Science-Fiction-Serie Origin arbeitete Felton erneut mit seiner früheren Hogwarts-Kollegin Natalia Tena zusammen. Später war er unter anderem in Die Schlacht um die Schelde, Save the Cinema und Burial zu sehen.
Keine dieser Rollen erreichte jedoch annähernd die Bekanntheit von Draco Malfoy. Felton sprach offen darüber, dass ihm der Übergang vom Kinderstar zum erwachsenen Schauspieler schwerfiel. In den USA begegneten ihm viele Produzenten weiterhin vor allem als berühmtem Darsteller aus Harry Potter.
Alkoholprobleme und mehrere Aufenthalte in Entzugskliniken
In seinen Memoiren berichtete Felton ausführlich über psychische Probleme und einen zunehmend ungesunden Umgang mit Alkohol. Während seiner Zeit in Los Angeles wurde eine Bar zu seinem regelmäßigen Rückzugsort. Was zunächst wie ein geselliger Alltag wirkte, entwickelte sich zu einer Abhängigkeit.
Felton erschien teilweise unvorbereitet bei der Arbeit, verlor die Kontrolle über seinen Konsum und zog sich emotional zurück. Menschen aus seinem engsten Umfeld organisierten schließlich eine Intervention.
Er begab sich in eine Entzugsklinik in Malibu, verließ die Einrichtung jedoch bereits nach weniger als 24 Stunden. Später unternahm er weitere Versuche, sich behandeln zu lassen. Rückfälle und Fortschritte gehörten gleichermaßen zu seinem Weg.
Felton beschreibt seine Erfahrungen heute bewusst offen, um psychische Erkrankungen und Sucht weniger mit Scham zu verbinden. Seine zentrale Botschaft lautet, dass niemand erst vollständig zusammenbrechen müsse, bevor er Hilfe annehmen dürfe.
Die Veröffentlichung seiner Geschichte zeigte vielen Fans eine Seite des Schauspielers, die hinter seinem freundlichen öffentlichen Auftreten lange verborgen geblieben war.
Unterstützung für David Holmes
Felton beteiligt sich regelmäßig an wohltätigen Aktionen. Besonders eng verbunden ist er mit dem David Holmes Cricket Cup. David Holmes arbeitete als Stuntdouble von Daniel Radcliffe und wurde bei den Proben zu Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1 schwer verletzt. Seit dem Unfall ist er vom Brustbereich abwärts gelähmt.
Das jährlich veranstaltete Cricket-Spiel sammelt unter anderem Geld für das Great Ormond Street Hospital und das Royal National Orthopaedic Hospital. Felton nahm mehrfach teil und führte selbstverständlich das Slytherin-Team an.
Die Veranstaltung brachte über die Jahre frühere Darsteller und Crewmitglieder der Filmreihe wieder zusammen. Sie zeigt gleichzeitig, dass die Beziehungen hinter den Kulissen weit über die eigentlichen Dreharbeiten hinausreichen.
Feltons offener Umgang mit Sucht und psychischer Gesundheit kann ebenfalls als Teil seines gesellschaftlichen Engagements verstanden werden. Statt seine schwierigen Jahre aus seiner Biografie zu streichen, nutzt er seine Reichweite, um über Therapie, Rückfälle und die Notwendigkeit professioneller Hilfe zu sprechen.
Seine Haltung in der Kontroverse um J. K. Rowling
Politisch tritt Felton deutlich zurückhaltender auf als mehrere seiner früheren Kollegen. In der Kontroverse um J. K. Rowlings Aussagen über trans Menschen distanzierten sich Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint öffentlich von der Autorin und betonten ihre Unterstützung für trans Personen.
Felton erklärte 2025, dass er sich mit dem Streit nicht intensiv beschäftige und seine Beziehung zur Welt von Harry Potter dadurch nicht beeinflusst werde. Er äußerte vor allem Dankbarkeit gegenüber Rowling, weil ihre Geschichten Menschen über Generationen hinweg zusammengebracht hätten.
Diese Antwort wurde teilweise als Unterstützung für Rowling kritisiert, weil Felton eine klare Position zu den betroffenen trans Menschen vermied. Seine Haltung unterscheidet sich damit sichtbar von den deutlicheren Aussagen seiner ehemaligen Hauptdarstellerkollegen.
Die Rückkehr als Draco Malfoy
2022 gab Felton im Stück 2:22 – A Ghost Story sein Debüt im Londoner West End. Die direkte Reaktion des Publikums faszinierte ihn und eröffnete seiner Karriere eine neue Richtung.
Im November 2025 kehrte Felton schließlich tatsächlich als Draco Malfoy zurück. In der Broadway-Produktion von Harry Potter und das verwunschene Kind spielte er am New Yorker Lyric Theatre erstmals die erwachsene Version seiner berühmtesten Figur.
Das Theaterstück setzt 19 Jahre nach dem Ende der ursprünglichen Geschichte ein. Draco ist inzwischen Vater und sorgt sich um seinen Sohn Scorpius, der sich mit Harry Potters Sohn Albus anfreundet. Dadurch konnte Felton die Figur aus einer vollkommen neuen Perspektive betrachten.
Bei seinem ersten Auftritt erhielt er noch vor seinem ersten gesprochenen Satz langen Applaus. Feltons ursprünglich begrenztes Engagement wurde aufgrund der großen Nachfrage mehrfach verlängert. An seinem 39. Geburtstag steht er weiterhin als Draco auf der Broadway-Bühne; seine letzte Vorstellung ist derzeit für den 3. Januar 2027 vorgesehen.
Mehr als der blonde Bösewicht aus Hogwarts
Tom Felton hat nie versucht, Draco Malfoy vollständig hinter sich zu lassen. Stattdessen lernte er, die Figur als Teil seines Lebens anzunehmen, ohne sich ausschließlich über sie zu definieren.
Er ist Schauspieler, Musiker, Bestsellerautor und Bühnendarsteller. Seine Karriere verlief nach Hogwarts nicht immer geradlinig, und seine persönlichen Probleme passten lange nicht zu dem unbeschwerten Bild, das viele Fans von ihm hatten.
Gerade seine Offenheit macht seine Geschichte heute interessanter. Felton spricht über die schönen Erinnerungen an die Filmreihe, aber auch über Alkoholabhängigkeit, gescheiterte Behandlungen und die Unsicherheit, die nach dem frühen Welterfolg folgte.
Mit 39 Jahren ist Tom Felton erneut Draco Malfoy – diesmal jedoch freiwillig, erwachsen und auf der Broadway-Bühne. Emma Watson gehört weiterhin zu seinen engsten Freundinnen. Und der Slytherin-Ring aus seiner Jugend steckt noch immer an seinem Finger.
Manche Menschen verlassen Hogwarts offenbar nie vollständig. Tom Felton hat lediglich gelernt, seinen eigenen Platz darin zu finden.
