Trump berichtet davon, wie Feuerwehrmänner ihn davontrugen – das Internet kann es kaum glauben.
Zwei kräftige Feuerwehrmänner packen Donald Trump unter den Armen und tragen ihn in Sicherheit. Zunächst behauptet er, dass er kräftig genug wäre, selbst zu rennen, doch die Beamten wollen den zukünftigen Präsidenten retten.
Diese Geschichte erzählte der US-Präsident am 8. September bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001. Im Netz löste seine Schilderung eine Welle aus Spott und Memes aus. Doch was hat Trump tatsächlich behauptet – und was ist davon belegt?
Der Präsident und die fragwürdige Rettungsgeschichte
Trump (der Mensch) sagte, er habe sich nach den Anschlägen in der Nähe von Ground Zero aufgehalten. Das benachbarte Gebäude One Liberty Plaza, damals auch als U.S. Steel Building bekannt, habe bedrohlich geknarrt. Aus Angst, es könnte einstürzen, hätten ihn zwei Feuerwehrmänner hochgehoben und mit ihm losgerannt. Er habe ihnen gesagt, dass er selbst laufen könne.
Dies erzählt er bei einer Gedenkveranstaltung, während dem amerikanischen Präsidenten tausende von Hinterbliebenen, Opfern und Trauernden zuhören – Menschen, die wirklich unter dem Anschlag litten. Mal direkt, mal Menschen die ihnen nahestehen und standen. Manche physisch, manche seelisch – und dennoch bemüht sich Trump darum, dass es in seiner Geschichte um ihn geht. Eine Geschichte, an der es viele Zweifel gibt.
Dass Trump zwei Tage nach den Anschlägen in der Nähe von Ground Zero Interviews gab, ist dokumentiert. Für die Geschichte, dass Feuerwehrleute ihn weggetragen hätten, gibt es bislang jedoch keine unabhängige Bestätigung. Auch seine wiederholte Behauptung, er habe zahlreiche Bauarbeiter zu den Aufräumarbeiten gebracht, konnte bisher nicht belegt werden.
Das Internet macht sich über Trumps Geschichte lustig
Online wurde besonders das Bild der beiden „großen, starken“ Feuerwehrmänner zur Vorlage für Memes. Nutzer montierten Trump in erfundene Rettungsszenen und übertrieben seine Geschichte ins Absurde.
Wie schon so oft, dienen Trump und seine absurden Behauptungen als Vorlage für zahllose Witze im Netz – doch die Menschen kontern die Räuberpistolen des 80-jährigen nicht nur mit Humor, sondern auch mit der eiskalten Wahrheit.
Ein altes Telefonat verbreitet sich erneut
Im Zuge der Diskussion verbreitet sich auch ein älteres Telefoninterview erneut. Es stammt vom 11. September 2001 selbst und wurde bereits 2016 als Video veröffentlicht. Darin sprach Trump über sein Gebäude an der 40 Wall Street: Vor dem Bau des World Trade Centers sei es das höchste Gebäude in Downtown Manhattan gewesen, danach das zweithöchste – und nun wieder das höchste. Auch diese Aussage war falsch: Das Gebäude an der 70 Pine Street war höher.
Die beiden Aufnahmen zeigen, warum Trumps Erzählungen über 9/11 erneut Kritik auslösen. Am Tag der Anschläge sprach er völlig frei von jeglicher Empathie über die Höhe seines Gebäudes; 25 Jahre später stellte er bei einer Gedenkveranstaltung eine unbestätigte Rettungsgeschichte über sich selbst in den Mittelpunkt.
Der Spott im Netz richtet sich gegen diese Selbstdarstellung – während die tatsächlichen Opfer und Einsatzkräfte an diesem Tag im Zentrum des Gedenkens stehen sollten.
So absurd und wunderlich das Ganze auch klingen mag, am Ende sind es aber wieder nur die Geister, die die USA sich selbst riefen...
