Uhrenklau als politisches Statement? Die mysteriösen Vorfälle an Stuttgarter Bahnhöfen

Der Bahn läuft wortwörtlich die Zeit davon! Nach dem bizarren Uhrenklau bei Stuttgart rätselt selbst TV-Star Detlev Kümmel.

DB Uhr
Gleich drei Paare dieser Uhren haben Diebe im Raum Stuttgart entwendet. | © SWR

Wie einige Kommentatoren auf Instagram treffend anmerkten, läuft der Deutschen Bahn die Zeit davon - und das wortwörtlich: Gleich drei Paare der Bahnhofsuhren wurden in der Nähe von Stuttgart entwendet. Die Vorfälle sind dabei derart kurios, dass sich nun auch „Bares für Rares“-Star Detlev Kümmel zu Wort gemeldet hat.

Sogar mit der Strafanzeige ist die DB zu spät

Es ist wie im falschen Film: Bereits Ende August wurden zwei Uhren am Bahnhof Leonberg-Höfingen im Kreis Böblingen entwendet - doch die Deutsche Bahn stellte erst vor einigen Tagen einen Strafantrag. Einen ähnlichen Fall gab es laut Bundespolizei am Bahnhof Sindelfingen-Goldberg, ebenfalls im Kreis Böblingen: Ein Reisender bemerkte das Fehlen der Uhren am Gleis und legte daraufhin Beschwerde bei der DB ein. Da für die Diebe wohl aller guten Dinge drei sind, schlugen sie ein weiteres Mal zu - allerdings diesmal im Rems-Murr-Kreis. Dort fehlte am Bahnhof Leutenbach/Nellmersbach ebenfalls ein komplettes Uhrenpaar.

Der kurioseste Aspekt bleibt aber der schiere logistische Aufwand: Bei den jeweils 18kg schweren Uhren handelt es sich um absolutes Sperrgut, das selbstredend nicht mal eben im Rucksack verschwindet. Da sie in 2,5 Metern Höhe montiert sind, lassen sich die Uhren auch nicht ohne weiteres abschrauben. Ganz abgesehen davon, dass es durch das Fehlen eines eigenen Uhrwerks keine Verwendung für die Uhren außerhalb des DB-Netzes gibt.

Wie die Täter trotz des angeblichen Sicherheitskonzepts der Bahn unbemerkt bleiben konnten, steht auf einem anderen Blatt. Die Bahn-Sprecherin betonte, dass es sich um absolute Einzelfälle handele.

Ein Racheakt wegen Unpünktlichkeit?

Auch wenn sowohl die Identität als auch das Motiv der Täter derzeit noch in den Sternen steht, wagt Detlev Kümmel eine erste Vermutung. Aufgrund des schieren Aufwands, geht er nicht davon aus, dass das Diebesgut zum schnellen Weiterverkauf gedacht ist. Stattdessen vermutet der „Bares für Rares“-Experte ein politisches Statement gegen die Unpünktlichkeit der Bahn. Da es in der Vergangenheit bereits zahlreiche Protestaktionen aufgrund des Großprojekts Stuttgart 21 gab, liegt ein solcher politischer Grund nicht allzu fern. Dennoch könnten die Uhren auch auf normale Uhrwerke umgerüstet und auf dem Schwarzmarkt verkauft werden.

Trotz aller Spekulationen steht fest, dass die Diebe sich bestens im Bahnnetz auskennen: Sie wählten gezielt wenig frequentierte Bahnhöfe, welche zudem keine Videoüberwachung aufweisen.

Was glaubst du? Steckt hinter dem dreisten Uhrenklau vielleicht ein echter Hehler-Ring für Eisenbahn-Fans oder doch frustrierte Pendler, die ein Zeichen gegen die ständigen Verspätungen setzen wollten? Schreib uns deine Theorie in die Kommentare!

Henry Henzler

Nach seinem Anglistikstudium in Stuttgart startete Henry 2026 bei EarlyGame. Leidenschaftlich bei Gaming, Sport und Musik, liebt er immersive Story-Games....