Influencer-Schande im Oman: Paar reitet für Klicks auf bedrohter Schildkröte. Gericht verhängt Bewährungsstrafe!
Im omanischen Ras-Al-Jinz-Schildkrötenreservat ist gerade Nistzeit: Sämtliche Meeresschildkröten ziehen sich zurück, um ihre Eier abzulegen. Dass man als Tourist den Tieren in einem solchen Schutzgebiet nicht zu nahe kommt, versteht sich eigentlich von selbst. Dennoch hat sich ein ukrainisches Influencer-Paar dazu berufen gefühlt, Content auf dem Rücken einer eierlegenden Schildkröte zu drehen. Ein omanisches Gericht verurteilte die beiden nun - es droht ein Monat Haft auf Bewährung.
Missbrauch von Wildtieren für Klicks
Der Fitness-Influencer Vadym Oleynik reiste mit seiner Verlobten Olena Kravchenko nach Ras Al Hadd im Oman. Beide verschlug es nachts in das Schildkrötenreservat, wo sie eines der Tiere bei der Eiablage störten: Zuerst setzt sich Oleynik mit vollem Gewicht auf den Rücken des Tieres, woraufhin es panisch versucht zu fliehen. Der 32-Jährige krallt sich daraufhin am Panzer der Schildkröte fest, als wäre er auf einem mechanischen Bullen und hält gleichzeitig eines der Schlüpflinge in die Kamera. Im Anschluss posierte seine Verlobte Kravchenko auf dem Rücken des Tieres und zog damit das Ganze für Klicks noch einmal in die Länge.
Umweltbehörde schält sich ein
Als die Videos von der Tierquälerei im Netz landeten, wurde die omanische Umweltbehörde auf das Paar aufmerksam. Da sie laut Angaben der Behörde unerlaubt in ein Nistgebiet eingedrungen sind, gegen das Wildtierschutzgesetz verstoßen haben und die öffentliche Ordnung durch ihren Post stören können, wurde vom Gericht eine einmonatige Haftstrafe auf Bewährung ausgesetzt.
Allerdings muss durch ebendiese Bewährung realistisch gesehen keiner der beiden ins Gefängnis, da beide auf freiem Fuß sind und das Paar das Land jederzeit verlassen kann. Das Einzige, was akut Gewicht hat, ist eine Geldstrafe von jeweils 100 OMR, zusammen ca. 490 €, sowie eine drohende Einreisesperre.
Sämtliche Communities sind entsetzt von dem Vorfall, was sich auch in der Online-Präsens von Vadym Oleynik niederschlug. Er verlor ungefähr 130.000 Follower, hat das kontroverse Video inzwischen gelöscht und auf Instagram eine öffentliche Entschuldigung gepostet. Er gibt an, falsch informiert gewesen zu sein und die örtlichen Regeln nicht gekannt zu haben. Der Schaden war allerdings bereits angerichtet und das Internet bezeichnete seine Argumentation als fadenscheinig.
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