Während das Internet glaubte, vorerst Ruhe vor dem Streamer zu haben, meldet er sich nun aus dem Gefängnis.
Nachdem im Fall um Johnny Somali nun ein Gerichtsurteil gesprochen wurde und es bis zu einem halben Jahr dauern könnte, bis seinem Antrag auf Berufung stattgegeben wird, war eigentlich davon auszugehen, dass in der nächsten Zeit Ruhe in die Situation rund um den problematischen Streamer, der nun für 6 Monate in einer südkoreanischen Haftanstalt einsitzt, kommen würde – dem scheint jedoch nicht wirklich so.
Johnny Somali zeigt trotz Verurteilung wenig Einsicht
Denn vor wenigen Tagen wurde ein Brief veröffentlicht, den Somali an einen angeblichen Fan schrieb und der, obwohl nur knapp eine Seite lang, Bände davon spricht, dass der Streamer nach wie vor keinerlei Einsicht zeigt.
In Haft sitzt Somali wegen zahlreicher Vergehen: Entweihung eines Denkmals zu Gedenken sexuell ausgebeuteter Frauen während des Korea-Kriegs, Verbreitung von Nordkoreanischer Propaganda und die sexuelle Belästigung Minderjähriger stellen dabei nur einen Teil davon dar.
Entsprechend entrüstet war das Internet, als statt eines wirklichen Exempels am US-amerikanischen Streamer, der bürgerlich Ramsey Khalid Ismael heißt, eine recht geringe Strafe von nur 6 Monaten und einer Registrierung als Sexualverbrecher für 5 Jahre verhängt – zwar besteht die Hoffnung, dass er sich mit seinem Antrag auf Berufung einen Bärendienst erweisen würde, dennoch scheint die Situation weit weg von einer zu sein, in der Somali Erkenntnisse aus seinen Taten ziehen könnte.
Stattdessen zeigt ein Brief, den ein vermeintlicher Fan Somalis mit dem Namen Lee Han-Ul im Internet veröffentlichte, dass dieser schon längst neue Schritte plant.
Die Wahrheit zwischen den Zeilen
So berichtet er zu Beginn des Briefes davon, wie lustig es für ihn gerade im Gefängnis sei, dass er sich fit fühle und sich gut mit seinen Mitinsassen verstünde. Darüber hinaus schreibt er davon, dass er es begrüßen würde, wenn der Adressat und andere Fans Geld auf sein Gefangenenkonto überweisen würden – ein Bankkonto, welches Inhaftierte in Südkorea während ihres Gefängnisaufenthalts haben dürfen, damit ihnen Freunde und Familie Geld zukommen lassen können.
Dieses Geld möchte Somali laut eigenen Aussagen nutzen, um sich Bücher und Inhalte zu kaufen, die er zur Vorbereitung auf seinen CFA-Test benötigt. Dabei handelt es sich um die Prüfung zum "Certified Financial Analyst", da der verurteilte Straftäter offensichtlich bereits plant, sich nach seiner Haft als Börsenmakler zu probieren.
Kritiker haben jedoch Zweifel an dieser Geschichte und gehen einerseits davon aus, dass Somali nur vorgibt, es ginge ihm im südkoreanischen Gefängnis gut und er den Briefempfänger genau wie sich selbst nur anlügen würde, um sich nicht selbstreflektieren zu müssen sind aber auch andererseits davon überzeugt, dass er nie vorhaben würde, ernsthaft ins Börsengeschäft einzusteigen.
Viel eher sprechen Beobachter der Situation um Somali davon, dass er sich dieses Wissen und die entsprechenden Zertifikate nur aneignen wolle, um seine chaotischen Aktionen finanzieren und Fans sowie andere Unschuldige im Internet betrügen zu können.
Bis es soweit ist, sitzt Somali nun aber zunächst 6 Jahre in Haft und ob er in dieser Zeit wirklich in der Lage sein wird, irgendwelche Tests zu absolvieren, wird sich zeigen müssen.
