Obwohl sie erst nie Königin werden wollte, gilt sie heute als DIE Repräsentation royaler Eleganz.
Am heutigen 8. September 2026 jährt sich der Tod von Queen Elizabeth II zum vierten Mal. Sie starb 2022 im Alter von 96 Jahren auf Schloss Balmoral in Schottland. Mit einer Regierungszeit von 70 Jahren und 214 Tagen war sie die am längsten regierende Monarchin in der britischen Geschichte.
Ihr Leben umspannte den Zweiten Weltkrieg, das Ende des britischen Empire, den Kalten Krieg, den Wandel des Commonwealth und den Übergang vom Radiozeitalter zu sozialen Medien. Dabei wurde Elizabeth II zur Projektionsfläche für sehr unterschiedliche Vorstellungen: Für die einen verkörperte sie Stabilität und Pflichtbewusstsein, für andere stand sie für eine überholte Institution und eine unzureichend aufgearbeitete koloniale Vergangenheit.
Eine Prinzessin, die nicht Königin werden sollte
Elizabeth Alexandra Mary Windsor wurde am 21. April 1926 in London geboren. Bei ihrer Geburt war nicht vorgesehen, dass sie eines Tages den Thron besteigen würde. Erst als ihr Onkel Edward VIII. 1936 abdankte und ihr Vater als George VI. König wurde, rückte die zehnjährige Elizabeth zur direkten Thronfolgerin auf.
Ihre Kindheit war stark von höfischen Pflichten und später vom Zweiten Weltkrieg geprägt. Während der deutschen Luftangriffe blieben Elizabeth und ihre jüngere Schwester Margaret in Großbritannien. Einen Vorschlag, die beiden nach Kanada zu bringen, lehnte ihre Mutter ab. Die Familie wollte das Land in der Krise nicht verlassen.
Queen Elizabeth arbeitete während des Krieges als Mechanikerin
Elizabeth wollte sich nicht darauf beschränken, den Krieg aus der geschützten Position einer Prinzessin zu verfolgen. Mit 18 Jahren setzte sie sich gegen anfängliche Bedenken ihrer Eltern durch und trat im Februar 1945 dem Auxiliary Territorial Service bei, dem weiblichen Zweig des britischen Heeres.
Unter dem Namen Elizabeth Windsor und der Dienstnummer 230873 wurde sie zur Fahrerin und Fahrzeugmechanikerin ausgebildet. Sie lernte, Militärfahrzeuge zu steuern, Motoren zu warten, Reifen zu wechseln und technische Defekte zu finden. Fotografien zeigen die spätere Königin in Uniform bei der Arbeit an Lastwagenmotoren.
Elizabeth war damit das erste weibliche Mitglied der britischen Königsfamilie, das regulär in den Streitkräften diente. An der Front kämpfte sie nicht, und der Krieg in Europa endete nur wenige Monate nach Beginn ihres Dienstes. Trotzdem war die Ausbildung mehr als ein symbolischer Fototermin: Sie absolvierte den militärischen Lehrgang und erreichte den Rang eines Junior Commander.
Vom unerwarteten Thronwechsel zur Rekordregentschaft
1947 heiratete Elizabeth Philip Mountbatten, den späteren Prinz Philip. Die Ehe dauerte bis zu seinem Tod im April 2021. Das Paar bekam vier Kinder: Charles, Anne, Andrew und Edward.
Als George VI. am 6. Februar 1952 starb, befand sich Elizabeth auf einer Reise in Kenia. Mit nur 25 Jahren wurde sie Königin. Ihre Krönung am 2. Juni 1953 war die erste, die in großem Umfang im Fernsehen übertragen wurde.
Während ihrer Regentschaft erlebte Großbritannien einen tiefgreifenden politischen und gesellschaftlichen Wandel. Das Empire verlor fast vollständig seine frühere Form, zahlreiche Kolonien wurden unabhängig und das Commonwealth gewann an Bedeutung. Elizabeth arbeitete mit 15 britischen Premierministern zusammen – von Winston Churchill bis Liz Truss, die sie nur zwei Tage vor ihrem Tod offiziell zur Regierungschefin ernannte.
Die Königin vermied offene politische Stellungnahmen und verstand Neutralität als zentralen Bestandteil ihrer Rolle. Gerade dadurch blieb häufig unklar, was sie persönlich über die Entscheidungen der Regierungen dachte, die in ihrem Namen handelten.
Hatte Queen Elizabeth wirklich exotische Haustiere?
Queen Elizabeth II war für ihre Liebe zu Tieren bekannt. Am engsten war ihre Verbindung zu Pferden und Corgis. Im Laufe ihres Lebens besaß sie mehr als 30 Hunde dieser Rasse und züchtete über mehrere Generationen Nachkommen ihres Corgis Susan, den sie zu ihrem 18. Geburtstag erhalten hatte. Aus der Kreuzung eines Corgis mit einem Dackel entstanden außerdem die sogenannten Dorgis.
Deutlich ungewöhnlicher klingt die Liste der exotischen Tiere, die der Königin offiziell gehörten. Während ihrer Reisen und Staatsbesuche erhielt sie unter anderem Jaguare und Faultiere aus Brasilien, zwei schwarze Biber aus Kanada, Riesenschildkröten sowie einen afrikanischen Elefanten.
Diese Tiere waren allerdings keine Haustiere, die durch die Flure des Buckingham Palace liefen. Es handelte sich überwiegend um diplomatische Staatsgeschenke. Die Königin nahm sie formal an, übergab sie anschließend aber in die Obhut des Londoner Zoos oder anderer geeigneter Einrichtungen. Die beiden Jaguare aus Brasilien erhielten die Namen Marques und Aizita; auch die 1970 überreichten kanadischen Biber kamen in den London Zoo.
Ein tatsächlich ungewöhnliches Tier lebte während ihrer Jugend zeitweise näher bei der königlichen Familie: Elizabeth und Margaret bekamen als Teenager ein Chamäleon geschenkt. Die Schwestern bauten dem Reptil ein kleines Gehege und sollen es im Palast auf Fliegenjagd mitgenommen haben.
Krisen, Kritik und der schwierige Wandel der Monarchie
Elizabeths lange Regentschaft verlief keineswegs ohne Krisen. Das Jahr 1992 bezeichnete sie nach mehreren Eheproblemen innerhalb ihrer Familie und einem Brand auf Schloss Windsor selbst als Annus horribilis. Nach dem Tod von Prinzessin Diana 1997 wurde die zunächst distanzierte Reaktion des Königshauses scharf kritisiert.
Später belasteten der Rückzug von Prinz Harry und Meghan aus dem engeren Königshaus sowie die Vorwürfe gegen Prinz Andrew die Monarchie. Kritiker warfen der Institution vor, zu langsam, intransparent und stärker auf den eigenen Schutz als auf Verantwortung bedacht zu reagieren.
Auch Elizabeths Rolle im Umgang mit der britischen Kolonialgeschichte bleibt umstritten. Während ihrer Regentschaft wurden viele ehemalige Kolonien unabhängig, doch die Krone vermied weitgehend klare Entschuldigungen für koloniale Gewalt und Ausbeutung. Die persönliche Zurückhaltung der Königin sorgte für Kontinuität, begrenzte aber zugleich die Möglichkeit einer offenen Auseinandersetzung.
Das Ende einer Epoche
In ihren letzten Lebensjahren reduzierte Elizabeth ihre öffentlichen Termine zunehmend. Nach dem Tod von Prinz Philip und eigenen gesundheitlichen Problemen übernahmen andere Mitglieder der königlichen Familie mehr Aufgaben. Ihr Platin-Jubiläum im Sommer 2022 markierte 70 Jahre auf dem Thron.
Am 8. September 2022 starb Queen Elizabeth II auf Balmoral. Als offizielle Todesursache wurde Altersschwäche angegeben. Ihr Sohn bestieg als Charles III. den Thron. Das Staatsbegräbnis am 19. September verfolgten Millionen Menschen auf der ganzen Welt.
Queen Elizabeth II wurde nicht deshalb zu einer historischen Figur, weil sie jede Krise löste oder die Monarchie grundlegend veränderte. Ihre Bedeutung entstand durch die außergewöhnliche Dauer, mit der sie dieselbe Rolle in einer sich radikal wandelnden Welt ausübte. Von der jungen Mechanikerin in Uniform bis zur 96-jährigen Königin wurde ihr Leben zu einem Teil der britischen Zeitgeschichte – mit all ihrer Beständigkeit, ihren Widersprüchen und ihren ungelösten Fragen.
