„Wenn du keine Viewbots nutzt, bist du im Nachteil“: Top-Streamer-Manager äußert sich zum Thema Viewbotting

Ist Viewbotting wichtiger als guter Content?!

Top Twitch manager says viebotting is more important than content
Viewbotting ist zu einem immer größeren Diskussionsthema innerhalb der Streaming-Community geworden. | © Ron Lach / pexels

Viewbotting gehört weiterhin zu den umstrittensten Praktiken im Livestreaming, und ein kürzlicher Beitrag eines bekannten Streamer-Managers hat die Debatte darüber erneut entfacht.

Duchscher’s Aussagen lösen eine neue Debatte über Viewbotting aus

Reed Duchscher ist Gründer und CEO von Night Media, einer Talentagentur, die unter anderem mit Creatorn wie Kai Cenat und Hasan Piker zusammenarbeitet. Zuletzt sorgte der CEO jedoch für Schlagzeilen, nachdem er in einem Beitrag auf X seine Gedanken zum Thema Viewbotting geteilt hatte. Laut Duchscher ist Viewbotting mittlerweile so weit verbreitet, dass Streamer, die darauf verzichten, sich möglicherweise selbst ins Hintertreffen bringen:

„Ich würde niemals ausdrücklich sagen, dass man seine Zuschauerzahlen auf Twitch botten sollte, außer vielleicht im Titel dieses Artikels. Aber die Realität ist: Wenn du nicht viewbottest und alle anderen es tun, bist du im Nachteil.“

Er argumentierte außerdem, dass es auf Plattformen wie Twitch deutlich schwieriger sei, Viewbots zu erkennen als auf anderen Social-Media-Plattformen. Große, plötzliche Sprünge bei den Zuschauerzahlen können zwar verdächtig wirken, doch ansonsten ist es oft schwer festzustellen, ob ein Stream künstlich aufgebläht ist:

„Abgesehen davon, dass jemand innerhalb weniger Minuten von 3.000 auf 50.000 Zuschauer springt, gibt es eigentlich keine klare Möglichkeit zu erkennen, wer botet und wer nicht.“

Duchscher behauptete sogar, dass er selbst mit der Praxis experimentiert habe:

„Ich wollte sehen, was es kosten würde, einen Stream zu botten. Für 180 Dollar pro Woche auf ViewBotter bekomme ich 1.500 Follower, 225 ‚Chatters‘ und 750 gleichzeitige Zuschauer. Gar nicht schlecht für weniger als 800 Dollar im Monat.“

Er betonte, dass er niemanden zum Viewbotting ermutigen wolle, argumentierte jedoch zugleich, dass die Vorteile mittlerweile so groß geworden seien, dass Streamer, die darauf verzichten, Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren:

„Wenn du in einer Kategorie streamst, in der du ohne 500 oder mehr Zuschauer praktisch untergehst, kann es einem Streamer vielleicht helfen, seine Strategie anzupassen und stattdessen Clip-Ersteller zu bezahlen oder Bots zu kaufen, um den Durchbruch zu schaffen.“

Ob sein Beitrag als Beobachtung oder als Vorschlag gemeint war, löste er erneut eine Debatte über Viewbotting innerhalb der Streaming-Community aus. Gleichzeitig sprach Duchscher damit ein großes Problem an: Oft lässt sich nur schwer nachweisen, ob jemand auf Twitch tatsächlich Viewbots nutzt oder nicht. Zwar wurden Streamer wie TheBurntPeanut und Stable Ronaldo in der Vergangenheit bereits mit entsprechenden Vorwürfen konfrontiert, doch klare Beweise, die solche Anschuldigungen eindeutig bestätigen oder widerlegen, gibt es selten. Die endlose Diskussion dürfte also wohl weitergehen, bis Twitch einen verlässlichen Weg findet, Bots zu erkennen.

Luis Scharringhausen

Videospiele sind meine Leidenschaft, besonders Elden Ring. Nebenbei studiere ich Journalismus und schaue gerne Serien....