YouTuber verhaftet, weil er im Kino „Pistole“ rief

Fique Ayub und seine Freunde wurden verhaftet, weil sie Unruhe in einem Kino verursachten.

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Prank-Influencer müssen immer zu weit gehen | © fiqueayub YouTube

Fique Ayub und zwei weitere Personen wurden verhaftet, weil sie in einem vollbesetzten Kino „Waffe“ geschrien hatten, um Content zu erstellen, und luden dann die Beweise auf YouTube hoch.

Oh Nein! Die Konsquenzen meines Handelns!

Fique Ayub ist ein 23-jähriger kanadischer YouTuber, der für seine skurrilen Streiche bekannt ist. So kocht er beispielsweise Curry während einer Uni-Vorlesung, reitet mit einem Pferd durch einen Drive-in, vertauscht Toilettenschilder oder gibt sich als Mitarbeiter von Foot Locker aus. Bei diesen Streichen imitiert er oft einen indischen Akzent. Aktuell hat er 1,28 Millionen Abonnenten auf YouTube.

Für sein neuestes Video ging der Spaßvogel mit zwei Freunden in ein Landmark Cinemas in Ajax, einem Vorort von Toronto, und betrat verschiedene Kinosäle, um Unfug zu treiben. In einem Film sah Ayub zwei sich küssende Personen auf der Leinwand und rief: „Ahhh, Küssen! Haram!“. Bei seinen wiederholten Besuchen in den Sälen schrie er immer wieder verschiedene Sätze und leuchtete sich mit einer hellen Taschenlampe ins Gesicht, was die Kinobesucher natürlich störte.

Plötzlich rief Ayubs Freund aus vollem Hals: „Er hat eine Waffe!“ Nachdem die beiden aus dem Saal geflohen waren und einen Fan getroffen hatten, kehrten sie zurück, nur damit Ayub dann selbst rief: „Es ist kein Scherz, er hat eine Waffe!“ – Nur war es halt ein Scherz…

Das Video, das mittlerweile über 670.000 Aufrufe hat, kannst du dir hier anschauen.

Nachdem die drei Spaßvögel das Theater verlassen hatten, sahen sie die Polizei auf sich zukommen, die – eigenen Angaben zufolge – wegen einer bewaffneten Person im Einsatz war. Als die Beamten zu Ayub und seinen Freunden dirigiert wurden, sprach der YouTuber sie mit einem nachgeahmten indischen Akzent an und erklärte, er drehe eine Dokumentation.

Eine Waffe, eine Waffe, nein, nein, nein, wir drehen nur eine kleine Dokumentation, ich mache einen Vlog, ich habe einen Vlog-Kanal. Ich sage ganz klar, wir drehen einen Film, wir gehen ins Kino. Ich habe nicht Waffe gesagt. Denn ich sehe alle kommen… ich bekomme ein bisschen Angst.

Er behauptet, er habe das Wort „Waffe“ nie gerufen, sondern seine „Supporter“ im Kino hätten es getan um ihn zu trollen. Einer der Beamten erkannte Ayub, da er in der Gegend bereits für Unruhe gesorgt hatte, und verlangte daher die Ausweise des Influencers, seines Freundes und des Kameramanns.

Die Regionalpolizei von Durham veröffentlichte eine Pressemitteilung, in der sie den Vorfall beschreibt.

Kinobesucher mussten das Kino verlassen, nachdem mehrere Männer gerufen hatten, jemand sei im Besitz einer Schusswaffe. Die Polizei traf am Ort des Geschehens ein und wurde zu drei Männern geleitet, die das Kino bereits verlassen hatten. Weitere Ermittlungen ergaben, dass die Männer Inhalte für soziale Medien produzierten und absichtlich eine Störung herbeigeführt hatten, um eine Reaktion zu provozieren, die sie filmen konnten.

Fique Wamiq Ayub, der 23-jährige Jaiden Joseph-Anthony Mosquera und ein ungenannter 17-Jähriger müssen sich nun wegen Störung der öffentlichen Ordnung und Sachbeschädigung verantworten.

Ja, der Reiz (nehme ich an) und das Ziel von Prank-Inhalten liegt in der Provokation und Reaktion von Umstehenden und Opfern, und harmlose Streiche können lustig sein. Dieser Vorfall ist jedoch nur ein Beispiel für eine Entwicklung weg von harmlosen, lustigen Streichen hin zu tatsächlich ausbeuterischen Handlungen, Belästigung oder gefährlichen Störungen der öffentlichen Sicherheit. Influencer fühlen sich gezwungen, ihr letztes Video immer zu übertreffen und mehr Aufrufe als alle anderen zu generieren, weshalb ihr Verhalten eskaliert. Der YouTube-Algorithmus belohnt riskante und schockierende Inhalte und schafft so einen finanziellen Anreiz für Creator, gefährliche Stunts zu produzieren. Viele halten diese Stunts jedoch für ethisch fragwürdig und zu extrem bis hin zu wirklich schädlich. Wenn sich sogar die Polizei einschaltet und die Streich-Spieler verhaftet werden, ist das eindeutig zu weit gegangen.

Nora Weirich

Schon als Kind hat Noras Vater ihre Begeisterung für Videospiele und alles was damit zu tun hat geweckt. Dazu kommt eine viel zu hohe Bildschirmzeit, weshalb sie so gut wie alles mitbekommt, was online so passiert und eine Vorliebe für das Schreiben, die sie durch ihr Philosophiestudium entdeckt hat. So kann sie all ihre Leidenschaften bei Earlygame verwirklichen....