Die YouTuberin "Jen" veröffentlichte ein kritisches Video über den "Vajona" Verlag. Dieser reagierte sofort mit einer Abmahnung.
YouTuberin Jennifer Hügel, besser bekannt als "Jen", startete ihren Kanal erst vor ungefähr eineinhalb Jahren, aber hat jetzt schon eine Followeranzahl von über 30.000 Abonnenten erreicht. Ihre Inhalte drehen sich meistens um die soziologische Einordnung von popkulturellen Trends, wie den "Trad Wives". Ab und zu befasst sie sich auch mit (Buch-)Autor*innen, deren Werken und dem problematischen Verhalten darum. Vor ungefähr einem Monat veröffentlichte sie ein Video, indem sie den Vajona Verlag kritisierte – dieser reagierte sofort mit einer Abmahnung.
Vajona – Die Königin von BookTok
Der Vajona Verlag ist vermutlich hauptsächlich Leuten, die Dark Romance mögen oder viel auf BookTok unterwegs sind, ein Begriff. Bekannt ist er vor allen Dingen für die deutsche Ausgabe von Haunting Adeline , einer “Stalker-Romance”, die immer wieder für ihre kontroversen Szenen (Vergewaltigung durch eine Pistole???) Kritik erhält. Auf dem deutschen Markt ist der Verlag im (Dark) Romance und Fantasy Genre führend und begeistert zahlreiche Leser*innen. Viele junge Autor*innen träumen wahrscheinlich davon, einmal für einen solchen Verlag schreiben zu können – doch laut Jen scheinen die Arbeitsbedingungen nicht gerade herausragend zu sein.
So gibt die Contentcreatorin an, für ihr Video mehrere ehemalige Mitarbeiter*innen und Autor*innen unabhängig voneinander interviewt zu haben. Zudem analysierte sie deren Verträge und kam zu dem Entschluss, dass diese vom Branchenstandard abweichen. Unter anderem seien die ausgezahlten Honorare sehr gering und es befände sich sogar eine Art "Mundtot-Klausel" darin, die so eigentlich nicht existieren dürfte.
Weiterhin sei das Verhalten des Personals nach Vertragsabschluss sehr unprofessionell gewesen und die Autor*innen wären unter Druck gesetzt worden. Durch die Verschwiegenheitspflicht dürften diese sich aber nicht dazu äußern. Zudem seien Zahlungen ausgeblieben oder nur sehr spät erfolgt.
Außerdem scheint der Verlag laut Jen zum Teil keine ausgebildeten Lektor*innen einzustellen, sondern das Lektorat und die Übersetzungen – welche manchmal auch mit der Hilfe von KI entstehen würden – von anderen tätigen Autor*innen durchführen zu lassen.
Dies ist nur ein kleiner Teil von Jens Vorwürfen gegenüber dem Vajona Verlag. Für sie ist klar, dass die hohen Preise der Bücher (3D Farbschnitte kosten bis zu 60€) nicht das einzige Problem seien.
“Mundtot” durch Abmahnung?
Auf das Video folgte eineinhalb Wochen später eine Abmahnung durch den Verlag und dessen Gründerin Vanessa Lipinski. Nach ihrer sechsmonatigen Recherche über den Verlag, sei Jen nicht einmal mehr überrascht gewesen. Die Abmahnung forderte sie dazu auf, ihre Inhalte zu der Thematik zu löschen und nicht weiter über Vajona zu sprechen. Jen entschied sich dazu, der Abmahnung keine Folge zu leisten. Sie steht weiterhin hinter ihren Aussagen. Von den Zuschauer*innen ihres Kanals erhielt sie Unterstützung.
Mit der Hilfe ihres Anwalts verfasste sie ein Antwortschreiben, auf welches der Verlag bisher nicht einging. Ihre Videos auf Instagram und TikTok zu dem Thema wurden entfernt – aufgrund von “Markenrecht” und “Persönlichkeitsrechtsverletzung”. Sie behauptet auf ihr erstes Video hin, zahlreiche weitere Nachrichten von ehemaligen Mitarbeiter*innen und Kund*innen bekommen zu haben, die ihre Aussagen bestärken würden.
Mit der Abmahnung gab sich der Verlag nicht zufrieden und reichte eine einstweilige Verfügung gegen Jen ein. Vajona wirft der YouTuberin vor, "geschäftsschädigende Äußerungen” gemacht und das “Persönlichkeitsrecht” der Gründerin verletzt zu haben.
Jen entschied sich dazu, gegen die einstweilige Verfügung Widerspruch einzulegen. Ein weiteres Update zu der Situation gab es bisher noch nicht, weswegen bisher noch unklar ist, inwieweit es sich bei den Aussagen und Beschuldigungen Jens um Fakten handelt.
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