Die Geschichte einer Künstlerin, die sich einen Namen machte, nachdem sie ihren Nachnamen ablegte.
Vom extrem schüchternen Kind aus Oakland zu einem der größten Stars Hollywoods: Zendaya feiert heute, am 1. September 2026, ihren 30. Geburtstag. Dabei ist ihre Geschichte voll von Details, die so gar nicht zu dem selbstbewussten Weltstar passen wollen, den Millionen Menschen heute kennen. Sie absolvierte das Kindergartenjahr zweimal, ließ später ihren Nachnamen weg, weil sie Cher und Prince cool fand, und erklärte Harry Potter zeitweise zu ihrem täglichen Entspannungsprogramm. Gleichzeitig nutzt sie ihre enorme Bekanntheit seit Jahren für gesellschaftliche und soziale Themen.
Zendaya musste den Kindergarten wiederholen
Geboren wurde Zendaya am 1. September 1996 in Oakland, Kalifornien, als Zendaya Maree Stoermer Coleman. Ihre Eltern Claire Stoermer und Kazembe Ajamu Coleman arbeiteten beide als Lehrer, und gerade ihre Mutter brachte sie früh mit dem Theater in Kontakt. Claire war zusätzlich am California Shakespeare Theater tätig, wo Zendaya als Kind viel Zeit verbrachte, bei Aufführungen mithalf und die Stücke teilweise immer wieder aus dem Zuschauerraum beobachtete.
Dass sie später einmal vor Millionen Menschen spielen würde, war damals allerdings alles andere als offensichtlich. Zendaya galt als extrem schüchtern. Ihre Eltern besuchten sogar Seminare für Eltern schüchterner Kinder. Im Zusammenhang mit dieser starken Zurückhaltung absolvierte sie das amerikanische Kindergartenjahr ein zweites Mal. Zendaya erzählte später, dass sie als Kind in Gesprächsrunden teilweise einfach dasaß und überhaupt nichts sagte.
Ausgerechnet die Bühne wurde schließlich zu einem Ort, an dem sie aus sich herauskommen konnte. Sie nahm Schauspielunterricht, tanzte mehrere Jahre in der Hip-Hop-Gruppe Future Shock Oakland und spielte in regionalen Theaterproduktionen. Als Jugendliche begann sie schließlich, regelmäßig für Rollen in Los Angeles vorzusprechen.
Warum heißt Zendaya eigentlich nur Zendaya?
Ihr vollständiger Name lautet Zendaya Maree Stoermer Coleman. In ihrer Karriere wurde aus Zendaya Coleman allerdings ziemlich schnell einfach Zendaya.
Eine komplizierte Marketingstrategie steckt dahinter nicht. Gegenüber Allure erklärte sie einmal, dass sie ihren Nachnamen professionell wegließ, weil sie die Idee eines einzelnen Künstlernamens schlicht cool fand – ähnlich wie bei Cher oder Prince. Ausgerechnet diese vergleichsweise spontane Entscheidung erwies sich im Nachhinein als ziemlich passend. Heute reicht Zendaya tatsächlich aus, damit weltweit kaum jemand nachfragen muss, wer gemeint ist.
Tagtäglich Harry Potter schauen?
Während andere Stars Yoga, Meditation oder aufwendige Wellness-Routinen nutzen, hatte Zendaya zumindest zeitweise eine deutlich simplere Methode zum Abschalten: Harry Potter.
2019 erzählte sie, dass sie Schwierigkeiten damit habe, einfach still dazusitzen und ihren Kopf auszuschalten. Die Filme aus dem Harry Potter-Universum hätten für sie dagegen eine beruhigende Wirkung. Damals sagte sie sogar, dass sie ungefähr einmal am Tag Harry Potter schaue. Dabei ging es offenbar nicht immer darum, konzentriert einen kompletten Film anzusehen. Weil sie die Filme längst kannte, konnte auch allein die vertraute Atmosphäre im Hintergrund für Entspannung sorgen.
Auch in einem Vogue-Interview beschrieb sie ihren perfekten freien Tag ziemlich unspektakulär: zu Hause bleiben, nichts tun und Harry Potter schauen. Gerade während der intensiven Arbeit an Euphoria wurde die Filmreihe für sie zu einer Art Komfortprogramm nach anstrengenden Drehtagen.
Ob Zendaya auch 2026 tatsächlich noch jeden einzelnen Tag einen der Filme einschaltet, ist allerdings nicht bekannt. Die oft erzählte Geschichte vom täglichen Harry Potter-Konsum geht auf ihre eigenen Aussagen aus dem Jahr 2019 zurück.
Disney machte sie berühmt, sie selbst sich unabhängig
Der große Durchbruch kam mit 13 Jahren. Zendaya wurde für die Disney-Serie Shake It Up – Tanzen ist alles gecastet und spielte ab 2010 neben Bella Thorne die Tänzerin Rocky Blue. Innerhalb weniger Jahre wurde sie damit zu einem der bekanntesten jungen Gesichter des Disney Channels.
2013 nahm sie zudem an Dancing with the Stars teil und erreichte den zweiten Platz. Im selben Jahr erschien ihr Debütalbum Zendaya. Die Single Replay entwickelte sich zu ihrem größten eigenen Pop-Hit. Musik blieb zwar Teil ihrer Karriere, rückte gegenüber der Schauspielerei später jedoch zunehmend in den Hintergrund.
Mit K.C. Undercover begann Zendaya anschließend, deutlich mehr Einfluss hinter der Kamera einzufordern. Sie wollte nicht einfach die nächste typische Disney-Hauptfigur spielen. Bei der Entwicklung ihrer Figur setzte sie unter anderem darauf, dass K.C. intelligent, technisch begabt und sozial etwas unbeholfen sein sollte. Ebenso wichtig war ihr, dass im Zentrum der Serie eine Schwarze Familie steht.
Damit zeigte sich schon früh ein Muster, das später einen großen Teil ihrer Karriere bestimmen sollte: Zendaya wollte nicht ausschließlich vor der Kamera stehen, sondern mitentscheiden, welche Geschichten erzählt werden und wie ihre Figuren dargestellt werden.
Von Disney zu Euphoria
Für ehemalige Kinderstars ist der Übergang zu einer langfristigen Erwachsenenkarriere alles andere als selbstverständlich. Zendaya gelang er ungewöhnlich konsequent.
2017 spielte sie MJ in Spider-Man: Homecoming und war im selben Jahr in Greatest Showman zu sehen. Als MJ kehrte sie später in Spider-Man: Far From Home und Spider-Man: No Way Home zurück.
Der vielleicht wichtigste Schritt ihrer Karriere folgte jedoch 2019 mit HBOs Euphoria. Als Rue Bennett verkörperte Zendaya eine drogenabhängige Jugendliche und verabschiedete sich damit endgültig von ihrem Image als Disney-Kinderstar. Die Rolle brachte ihr 2020 den Emmy als beste Hauptdarstellerin einer Dramaserie ein. Mit 24 Jahren war sie damals die jüngste Gewinnerin dieser Kategorie. 2022 gewann sie den Preis ein zweites Mal und wurde damit zur jüngsten Schauspielerin überhaupt, der dies zweimal gelang, sowie zur ersten Schwarzen Schauspielerin mit zwei Siegen in dieser Kategorie.
Es folgten weitere große Produktionen. In Dune und Dune: Part Two übernahm sie die Rolle der Chani, während sie in Challengers – Rivalen als ehemalige Tennis-Spielerin Tashi Duncan eine ihrer bislang zentralsten Kinorollen spielte. Für Euphoria gewann sie außerdem einen Golden Globe.
2026 ist selbst für Zendaya ein außergewöhnliches Jahr
Passend zu ihrem 30. Geburtstag gehört 2026 zu den bislang arbeitsreichsten Jahren ihrer Karriere. Im Frühjahr war sie gemeinsam mit Robert Pattinson in Das Drama – Noch mal auf Anfang zu sehen. Im April kehrte sie nach langer Pause außerdem als Rue in der dritten Staffel von Euphoria zurück.
Im Sommer folgte Christopher Nolans Die Odyssee. Wenige Wochen später kehrte Zendaya als MJ für Spider-Man: Brand New Day ins Marvel-Universum zurück. Und das Jahr ist noch nicht vorbei: Im Dezember soll mit Dune: Part Three der Abschluss von Denis Villeneuves Trilogie erscheinen, erneut mit Zendaya als Chani.
Auch bei den Emmys ist sie 2026 wieder im Rennen. Für die dritte Staffel von Euphoria wurde Zendaya erneut als beste Hauptdarstellerin einer Dramaserie nominiert. An ihrem heutigen Geburtstag steht der Gewinner dieser Kategorie noch nicht fest.
Auch privat brachte das Jahr einen großen Schritt. Zendaya und Tom Holland, die sich durch die gemeinsame Arbeit an den Spider-Man-Filmen kennenlernten und ihr Privatleben über Jahre weitgehend aus der Öffentlichkeit heraushielten, sind inzwischen verheiratet. Selbst die Hochzeit hielt das Paar dabei so privat, wie es bei zwei der bekanntesten Schauspieler ihrer Generation überhaupt möglich ist.
Der Moment bei den Oscars, der weit über Mode hinausging
Einer der bekanntesten Momente ereignete sich 2015. Zendaya trug bei den Oscars Locs, woraufhin Moderatorin Giuliana Rancic einen Kommentar machte, der die Frisur mit stereotypen Vorstellungen über Cannabis und Patchouli verband.
Zendaya reagierte öffentlich und erklärte ausführlich, warum solche Aussagen problematisch sind und negative Klischees über Schwarze Menschen mit Locs verstärken. Sie war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 18 Jahre alt.
Der Vorfall wurde zu einem frühen Beispiel dafür, wie Zendaya mit ihrer wachsenden Reichweite umging: Statt die Kontroverse lediglich als persönlichen Angriff zu behandeln, lenkte sie die Diskussion auf das größere Thema dahinter – Vorurteile gegenüber Schwarzen Frisuren und die Frage, welche Vorstellungen von Schönheit gesellschaftlich als akzeptabel gelten.
Wählen gehen, protestieren und die eigene Reichweite nutzen
Auch politisch positionierte sich Zendaya wiederholt, wobei ihr öffentliches Engagement häufig weniger um Parteipolitik als um gesellschaftliche Beteiligung, Antirassismus und Repräsentation kreist.
Besonders sichtbar wurde das im US-Wahljahr 2020. Gemeinsam mit Michelle Obama beteiligte sie sich an einer Aktion der überparteilichen Organisation When We All Vote, die Menschen zur Registrierung und Teilnahme an Wahlen motivieren sollte. Zendaya sprach dabei sowohl über die Bedeutung des Wahlrechts als auch über die jungen Menschen, die im selben Jahr gegen rassistische Ungleichheit demonstrierten.
Repräsentation versteht sie dabei nicht nur als politisches Statement außerhalb ihrer Arbeit. Bereits bei Disney nutzte sie ihren Einfluss, um Schwarze Figuren und Familien sichtbarer zu machen. Später erklärte sie mehrfach, dass sie ihre eigene Position auch dafür einsetzen wolle, anderen Menschen Möglichkeiten zu eröffnen.
Von Katastrophenhilfe bis UNICEF
Ihr Engagement begann lange bevor sie zu den bestbezahlten und bekanntesten Schauspielerinnen Hollywoods gehörte. Seit der Verwüstung durch Hurrikan Sandy im Jahr 2012 arbeitete Zendaya mit der Hilfsorganisation Convoy of Hope zusammen und machte ihre Fans auf Spendenaktionen für Katastrophengebiete aufmerksam.
2014 nahm sie gemeinsam mit Max und Kurt Schneider eine Coverversion von John Legends All of Me auf. Ein Teil der Einnahmen ging an Convoy of Hope. Zu ihrem 20. Geburtstag setzte sie sich anschließend das Ziel, 50.000 US-Dollar für die Women’s Empowerment Initiative der Organisation zu sammeln.
Ebenfalls 2014 war sie Sprecherin der amerikanischen Trick-or-Treat-for-UNICEF-Kampagne. Dabei sollten Kinder an Halloween nicht nur Süßigkeiten sammeln, sondern gleichzeitig Geld für Programme zugunsten anderer Kinder einwerben – unter anderem für medizinische Versorgung, Ernährung, sauberes Trinkwasser, Bildung und Nothilfe.
2015 reiste Zendaya außerdem mit UNAIDS nach Südafrika. Dort traf sie junge Menschen, die mit HIV leben, besuchte entsprechende Hilfsprogramme und unterstützte Initiativen, die Jugendliche über HIV-Tests und Gesundheitsangebote informieren sollten.
Ein weiteres Thema blieb für sie Bildung. Zendaya unterstützte unter anderem die Roses in Concrete Community School in ihrer Heimat Oakland, die sich auf Kinder in unterversorgten Gemeinden konzentrierte. Dass ausgerechnet Bildung immer wieder auftaucht, überrascht mit Blick auf ihre Familie wenig: Beide Eltern waren Lehrer, und Zendaya sagte selbst einmal, dass sie vermutlich ebenfalls Lehrerin geworden wäre, hätte es mit der Schauspielerei nicht funktioniert.
Mit 30 längst mehr als ein ehemaliger Disney-Star
Zendayas Karriere ist mittlerweile bemerkenswert schwer in nur eine Kategorie zu packen. Sie ist zweifache Emmy-Gewinnerin, Produzentin, ehemaliger Popstar, internationaler Kinostar und seit Jahren eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Modewelt. Gleichzeitig hat sie es geschafft, ihr tatsächliches Privatleben erstaunlich weit von dieser Öffentlichkeit fernzuhalten.
Vielleicht ist gerade der Kontrast das Interessante an ihrer Geschichte. Die Zendaya, die heute scheinbar selbstverständlich vor Zehntausenden Kameras über einen roten Teppich läuft, war einmal so schüchtern, dass sie das Kindergartenjahr zweimal absolvierte. Der Weltstar, dessen Kalender inzwischen aus Blockbustern und internationalen Premieren besteht, verbringt freie Tage am liebsten zu Hause. Und einer ihrer zuverlässigsten Wege, nach einem anstrengenden Dreh herunterzukommen, bestand zumindest jahrelang darin, zum wahrscheinlich hundertsten Mal Harry Potter einzuschalten.
Heute wird Zendaya 30 Jahre alt. Und aus dem Mädchen aus Oakland, das bei Gesprächsrunden kaum ein Wort herausbekam, ist längst eine der prägendsten Schauspielerinnen ihrer Generation geworden.
