Auch eine so steile Karriere verläuft manchmal in Schlangenlinien...
Rot. Ein schwarzes Pferd auf gelbem Grund. Zwölf Zylinder.
Kaum eine Automarke besitzt eine Bildsprache, die weltweit ähnlich schnell erkannt wird wie Ferrari.
Der Mann hinter dieser Marke war allerdings deutlich komplizierter als der heutige Luxusmythos vermuten lässt.
Enzo Ferrari konnte charmant sein, aber auch kalt. Er konnte Menschen fördern und gegeneinander ausspielen. Er liebte Rennfahrer und schickte sie gleichzeitig in einer Zeit auf die Strecke, in der tödliche Unfälle zum Motorsport gehörten.
Über allem stand ein Ziel: Gewinnen.
Am 14. August 1988 starb Enzo Ferrari im Alter von 90 Jahren in Modena. Heute, 38 Jahre später, trägt nicht nur einer der berühmtesten Sportwagenhersteller der Welt seinen Namen – auch die Scuderia Ferrari ist aus der Formel 1 kaum wegzudenken. Dabei wollte Ferrari ursprünglich vor allem eines: Rennen gewinnen. Straßenautos waren für ihn lange vor allem das Mittel, mit dem er diesen Traum finanzieren konnte. Sein Leben führte ihn vom Rennfahrer zum Teamchef und Unternehmer, durch familiäre Tragödien, tödliche Rennen und einen spektakulär gescheiterten Deal mit Ford. Selbst seinen eigenen Tod plante der als Il Commendatore bekannte Ferrari bis ins Detail.
Sein Geburtstag musste wegen Schnee zwei Tage warten
Enzo Anselmo Ferrari kam am 18. Februar 1898 in Modena zur Welt. Offiziell findet sich teilweise allerdings auch der 20. Februar als Geburtsdatum. Dahinter steckt eine kleine Geschichte, die perfekt zu der späteren Ferrari-Legende passt: In Modena soll so viel Schnee gelegen haben, dass sein Vater Alfredo die Geburt seines Sohnes erst zwei Tage später offiziell registrieren konnte.
Die Familie lebte in unmittelbarer Nähe zur Werkstatt des Vaters, der einen Metallbetrieb führte und unter anderem Teile für die Eisenbahn fertigte. Enzo wuchs damit bereits zwischen Maschinen und Metall auf.
Der entscheidende Moment kam jedoch 1908. Als Zehnjähriger besuchte er gemeinsam mit seinem Vater und seinem älteren Bruder ein Autorennen bei Bologna. Ferrari war sofort fasziniert. Von diesem Zeitpunkt an gehörte Rennfahrer zu den Berufen, die er sich für seine Zukunft vorstellen konnte.
Daneben soll er zeitweise auch davon geträumt haben, Opernsänger oder Sportjournalist zu werden. Am Ende gewann das Auto.
Der Erste Weltkrieg nimmt ihm Vater und Bruder
Bevor Ferrari überhaupt die Chance bekam, seinen Traum zu verfolgen, brach seine bisherige Welt auseinander. 1916 starben innerhalb kurzer Zeit sowohl sein Vater Alfredo als auch sein älterer Bruder Alfredo junior. Die Familie verlor damit nicht nur zwei Menschen, sondern auch die Grundlage ihres Betriebs.
Ferrari wurde anschließend selbst zum Militär eingezogen. Im italienischen Heer arbeitete er unter anderem mit Maultieren bei der Artillerie. Auch er erkrankte schwer und wurde schließlich aus dem Militärdienst entlassen.
Nach dem Krieg musste der junge Ferrari praktisch von vorne anfangen. Sein großer Wunsch war eine Anstellung bei Fiat. Fiat lehnte ihn ab.
Die Zurückweisung traf Ferrari offenbar hart. Dass ausgerechnet Fiat Jahrzehnte später zum wichtigsten Geschäftspartner seines eigenen Unternehmens werden würde, gehört zu den großen Ironien seiner Geschichte.
1919 wird Enzo Ferrari selbst Rennfahrer
Ferrari fand schließlich Arbeit bei der kleinen Automobilfirma CMN in Mailand und wurde dort zunächst Testfahrer. 1919 durfte er erstmals selbst ein Rennen bestreiten.
Beim Bergrennen Parma–Poggio di Berceto begann seine Karriere als Rennfahrer. Ferrari war kein Superstar seiner Generation, entwickelte sich aber zu einem respektierten Piloten.
Schon bald kam er zu Alfa Romeo. 1923 gewann er den Circuito del Savio.
Und genau bei diesem Rennen entstand die Geschichte hinter einem Symbol, das heute wahrscheinlich berühmter ist als Ferrari selbst.
Wie das springende Pferd zu Ferrari kam
Nach seinem Sieg lernte Ferrari die Familie von Francesco Baracca kennen. Baracca war einer der berühmtesten italienischen Kampfpiloten des Ersten Weltkriegs und 1918 gefallen. Auf seinem Flugzeug hatte er ein aufsteigendes Pferd getragen.
Ferrari erzählte später, Baraccas Mutter Paolina habe ihm vorgeschlagen, das Pferd künftig ebenfalls auf seinen Fahrzeugen zu verwenden. Es werde ihm Glück bringen. Ferrari übernahm das Cavallino Rampante. Er setzte es auf einen gelben Hintergrund – die Farbe seiner Heimatstadt Modena.
Damit entstand eines der berühmtesten Logos der Automobilgeschichte.
1929 entsteht die Scuderia Ferrari – zunächst mit Alfa Romeo
Ferraris vielleicht größte Fähigkeit lag bald nicht mehr darin, selbst ein Auto zu fahren. Er konnte einen Rennstall führen.
1929 gründete er gemeinsam mit Partnern die Scuderia Ferrari. Damals baute Ferrari noch keine eigenen Autos. Die Scuderia kaufte und betreute vor allem Rennwagen von Alfa Romeo und setzte sie bei Wettbewerben ein. Ferrari organisierte Fahrer, Techniker und Fahrzeuge.
Er entwickelte dabei eine Führungsmethode, die ihn sein gesamtes Leben begleiten sollte: Er beobachtete Menschen genau, erkannte Talent früh und forderte gleichzeitig extrem viel. Niki Lauda, Gilles Villeneuve und zahlreiche andere Fahrer wurden Jahrzehnte später persönlich von ihm ausgewählt.
Ferrari konnte seine Piloten bewundern. Er konnte sie aber auch gegeneinander antreten lassen. Freundschaft und Motorsport wollte er möglichst nicht miteinander verwechseln.
Die Geburt seines Sohnes beendet seine eigene Rennkarriere
1932 wurde Ferraris Sohn Alfredo geboren. Fast niemand nannte ihn allerdings Alfredo. Er wurde Dino genannt.
Die Geburt seines Sohnes veränderte Ferraris Leben. Nach seinem letzten Rennen 1931 zog er sich als aktiver Fahrer zurück und konzentrierte sich fortan vollständig auf die Organisation und Entwicklung von Rennwagen. Ferrari selbst beschrieb Dino als den Menschen, der seine Leidenschaft für das eigene Rennfahren endgültig bremsen konnte.
Rennen verschwanden deshalb allerdings keineswegs aus seinem Leben. Im Gegenteil. Nun wollte er sie von der Boxenmauer aus gewinnen.
Nach Alfa Romeo darf er zunächst keine Ferrari-Autos bauen
Ende der 1930er-Jahre zerbrach die Verbindung mit Alfa Romeo. Ferrari verließ das Unternehmen 1939. Eine Vertragsklausel verhinderte jedoch zunächst, dass er seinen eigenen Namen sofort für Rennwagen verwenden konnte. Deshalb gründete er Auto Avio Costruzioni.
Während des Zweiten Weltkriegs verlegte Ferrari seinen Betrieb von Modena nach Maranello. Die Fabrik produzierte zunächst keine Luxus-Sportwagen, sondern unter anderem Maschinenteile.
1944 wurde das Werk durch alliierte Bombenangriffe getroffen. Nach dem Krieg baute Ferrari neu auf. Und diesmal sollte tatsächlich Ferrari auf den Autos stehen.
1947 fährt der erste echte Ferrari aus Maranello
1947 entstand der Ferrari 125 S. Er gilt als erstes Auto, das offiziell den Namen Ferrari trug. Im Inneren arbeitete ein kleiner V12-Motor. Bei seinem ersten Rennen fiel der Wagen aus. Ferrari bezeichnete das später sinngemäß als einen vielversprechenden Misserfolg. Kurz darauf gewann der 125 S sein erstes Rennen.
Dieses Denken blieb typisch für Enzo Ferrari. Defekte ließ er nicht einfach entsorgen. In seinem berühmten Fehlerschrank sammelte er kaputte Bauteile, um untersuchen zu lassen, warum sie versagt hatten. Ein Fehler durfte passieren. Ein zweites Mal sollte derselbe Fehler möglichst nicht passieren.
Ferrari baut Straßenautos – doch sein Herz gehört dem Rennsport
Aus den ersten Fahrzeugen entwickelte sich schnell ein Unternehmen. Dabei war der heutige Ruf Ferraris als Hersteller extrem teurer Straßenautos ursprünglich fast ein Nebenprodukt von Enzos eigentlicher Leidenschaft.
Der Rennsport kostete enorme Summen. Der Verkauf exklusiver Sportwagen brachte Geld. Und dieses Geld konnte wieder in Rennwagen fließen. Das Verhältnis zwischen Straße und Rennstrecke unterschied Ferrari lange von vielen klassischen Autoherstellern.
Andere Unternehmen nutzten Motorsport, um Autos zu verkaufen. Bei Enzo Ferrari entstand teilweise der Eindruck, dass er Autos verkaufte, damit er Motorsport betreiben konnte.
Die Formel 1 macht Ferrari zum Mythos
Als 1950 die moderne Formel-1-Weltmeisterschaft begann, war Ferrari praktisch von Anfang an dabei. 1951 folgte der erste Grand-Prix-Sieg. 1952 gewann Alberto Ascari mit Ferrari den ersten Fahrertitel für die Scuderia und verteidigte ihn 1953. Parallel gewann Ferrari große Sportwagenrennen. Le Mans. Mille Miglia. Targa Florio.
Die Marke wurde international zum Synonym für italienische Geschwindigkeit. Doch der Erfolg fiel in eine Zeit, in der Motorsport extrem gefährlich war. Und Ferrari musste erleben, wie Fahrer seiner Mannschaft immer wieder starben.
Der Tod seines Sohnes Dino trifft ihn härter als jede Niederlage
Keine Tragödie traf Enzo Ferrari jedoch so schwer wie die Krankheit seines Sohnes. Dino litt an einer schweren Muskelerkrankung. Trotz seiner gesundheitlichen Probleme beschäftigte er sich intensiv mit Technik und Motoren. Selbst während seiner Krankheit arbeitete er gemeinsam mit dem Ferrari-Ingenieur Vittorio Jano an Ideen für einen V6-Motor.
Enzo Ferrari besuchte seinen Sohn regelmäßig und dokumentierte dessen Gesundheitszustand detailliert. Am 30. Juni 1956 starb Dino Ferrari. Er war gerade einmal 24 Jahre alt.
Ferrari kam über diesen Verlust offenbar nie vollständig hinweg. Er besuchte das Grab seines Sohnes regelmäßig. Der Name Dino lebte anschließend in Ferrari-Motoren und später in einer eigenen Modellreihe weiter. Aus einem technischen Projekt wurde damit gleichzeitig ein Denkmal für seinen Sohn.
Enzo Ferrari führte gleichzeitig ein zweites Familienleben
Dinos Tod war auch deshalb kompliziert, weil Ferraris Privatleben weit weniger geradlinig verlief, als die öffentliche Fassade vermuten ließ. Seit 1923 war er mit Laura Garello verheiratet.
Gleichzeitig führte er über Jahrzehnte eine Beziehung mit Lina Lardi. 1945 wurde ihr gemeinsamer Sohn Piero geboren. Die Existenz dieser zweiten Familie blieb lange weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit. Erst nach dem Tod Laura Ferraris konnte Piero offiziell den Namen Ferrari führen.
Heute ist Piero Ferrari Vizepräsident des Unternehmens und hält weiterhin einen Anteil an der Firma. Dieser private Konflikt bildet Jahrzehnte später auch einen wichtigen Teil von Michael Manns Film Ferrari, in dem Adam Driver Enzo Ferrari spielt.
1957 endet die Mille Miglia in einer Katastrophe
Nur ein Jahr nach Dinos Tod folgte einer der dunkelsten Tage in Ferraris Karriere. Bei der Mille Miglia 1957 verunglückte Ferrari-Pilot Alfonso de Portago mit seinem Wagen.
De Portago und sein Beifahrer Edmund Nelson starben. Das Fahrzeug raste außerdem in Zuschauer am Straßenrand. Neun Zuschauer kamen ums Leben, darunter mehrere Kinder.
Die Katastrophe löste eine intensive Diskussion über die Sicherheit des Motorsports aus. Enzo Ferrari geriet ebenfalls ins Visier der Justiz. Ihm wurde vorgeworfen, mitverantwortlich für den Unfall gewesen zu sein. Das Verfahren zog sich über Jahre, Ferrari wurde letztlich entlastet.
Die Mille Miglia in ihrer damaligen Form war Geschichte. Für Ferrari ging der Rennsport weiter.
1963 will Ford Ferrari kaufen
In den frühen 1960er-Jahren stand Ferrari trotz seiner Erfolge wirtschaftlich unter Druck. Rennsport war teuer. Die Produktion von Straßenautos wuchs, erforderte aber ebenfalls Kapital. Dann meldete sich Ford.
1963 verhandelten beide Unternehmen über einen Verkauf Ferraris an den amerikanischen Autoriesen. Wochenlang wurden Verträge ausgearbeitet.
Der Deal schien kurz vor dem Abschluss zu stehen. Dann zog Enzo Ferrari die Reißleine.
Der Rennsport ließ den Ford-Deal platzen
Der entscheidende Streitpunkt war nicht einfach Geld. Ferrari wollte die Kontrolle über seine Motorsportabteilung behalten. Genau dort wollte er sich von niemandem sagen lassen, wo seine Autos fahren durften und wie viel Geld er dafür ausgeben konnte.
Kurz vor der Unterschrift brach Ferrari die Verhandlungen ab. Ferrari selbst bestätigt, dass er damit vor allem die Autonomie seiner Rennabteilung bewahren wollte. Ford reagierte auf die Demütigung mit einem der berühmtesten Motorsportprojekte aller Zeiten. Das Unternehmen entwickelte den GT40 mit einem klaren Ziel: Ferrari in Le Mans schlagen. 1966 gelang es.
Ford belegte bei den 24 Stunden von Le Mans die ersten drei Plätze und beendete Ferraris Siegesserie. Der Kampf zwischen den Unternehmen wurde Jahrzehnte später zur Grundlage für Le Mans 66 – Gegen jede Chance.
Was bei Ford scheiterte, gelingt mit Fiat
Ferrari brauchte trotzdem einen finanzstarken Partner.
Den fand Enzo schließlich in Italien. 1969 kaufte Fiat 50 Prozent von Ferrari.
Der Unterschied zum gescheiterten Ford-Deal war entscheidend: Enzo Ferrari behielt großen Einfluss auf die Scuderia und den Rennsport. Fiat wiederum brachte die finanzielle Kraft mit, um Produktion und Entwicklung deutlich auszubauen. Ferrari konnte sich damit stärker auf das konzentrieren, was ihn ohnehin am meisten interessierte. Schnellere Autos.
In den 1970er-Jahren befand sich die Formel-1-Mannschaft zeitweise in einer schwierigen Phase. Dann setzte Ferrari auf einen jungen Österreicher. Niki Lauda.
1975 gewann Lauda mit Ferrari die Weltmeisterschaft. 1976 wäre beinahe der nächste Titel gefolgt, bevor sein schwerer Unfall auf dem Nürburgring die Saison veränderte. 1977 wurde Lauda erneut Weltmeister. Das Verhältnis zwischen ihm und Enzo Ferrari blieb kompliziert.
Lauda respektierte Ferrari, ließ sich von ihm aber nicht einschüchtern. Genau solche starken Charaktere schätzte der Commendatore offenbar ebenso sehr, wie sie ihn manchmal zur Verzweiflung brachten.
Enzo Ferrari arbeitete bis kurz vor seinem Tod weiter
Ferrari war inzwischen 90 Jahre alt. Seine Nieren funktionierten zunehmend schlechter, und er musste sich zu Hause in Modena einer Dialyse unterziehen.
Seine Fahrten in die Fabrik nach Maranello wurden seltener.
Selbst als Papst Johannes Paul II. im Juni 1988 Ferrari besuchte, konnte Enzo ihn nicht mehr persönlich durch das Werk führen. Stattdessen telefonierte er mit dem Papst, während sein Sohn Piero die Führung übernahm.
Die Formel-1-Rennen verfolgte Ferrari weiterhin von zu Hause aus.
Am Morgen des 14. August 1988 starb Enzo Ferrari gegen 7 Uhr. Er war 90 Jahre alt.
Ausgerechnet an dem Feiertag, den er nicht mochte
Das Datum seines Todes besitzt eine fast bizarre Pointe. Am 15. August wird in Italien Ferragosto gefeiert. Ferrari mochte diese Zeit offenbar überhaupt nicht. Er galt als Mann, der Urlaub kaum verstand und wenig damit anfangen konnte, wenn das öffentliche Leben im August zum Stillstand kam.
Und ausgerechnet mitten in dieser Ferienzeit starb einer der bekanntesten Unternehmer Italiens. Doch selbst für diesen Moment hatte Ferrari Anweisungen hinterlassen.
Sein Tod sollte erst nach der Beerdigung bekannt werden
Enzo Ferrari wollte kein öffentliches Spektakel. Er hatte genau festgelegt, wie seine Beerdigung ablaufen sollte und wann die Öffentlichkeit von seinem Tod erfahren durfte.
Nur eine sehr kleine Gruppe von Menschen sollte teilnehmen. Ferrari hatte die Namen persönlich auf einer handschriftlichen Liste festgehalten. Seinem Wunsch entsprechend wurde sein Tod erst am folgenden Morgen offiziell bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt war Enzo Ferrari bereits beerdigt worden.
Selbst sein Abschied sollte damit unter seiner Kontrolle bleiben.
38 Jahre nach seinem Tod fährt sein Name immer noch Rennen
Heute, am 14. August 2026, ist Enzo Ferrari seit 38 Jahren tot. Doch kaum ein Unternehmensgründer ist noch ähnlich sichtbar in der Identität seiner Marke. Ferrari ist nicht einfach ein Autohersteller, der zufällig auch Rennen fährt.
Die Scuderia existierte bereits, bevor überhaupt das erste Straßenauto mit dem Namen Ferrari gebaut wurde. Genau darin steckt Enzos Vermächtnis. Zuerst kamen die Rennen. Dann kamen die Autos. Dann entstand der Mythos.
Sein Leben war dabei weit weniger glamourös als die Marke, die daraus hervorging. Er verlor früh Vater und Bruder. Sein erster Sohn starb mit 24 Jahren. Fahrer seines Teams kamen auf der Rennstrecke ums Leben. Seine Ehe war kompliziert, seine Führungsmethoden umstritten und sein Bedürfnis zu gewinnen nahezu obsessiv.
Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – entwickelte Ferrari eine Kultur, in der Stillstand kaum vorgesehen war.
Selbst Niederlagen waren für Enzo Ferrari offenbar nur Material für den nächsten Versuch.
