Rücksichtslos blockierte E-Ladesäulen sorgen für Frust. Doch geht Streamer Trymacs mit seiner Reaktion darauf zu weit?
Max Stemmler, besser bekannt als Trymacs, hat im Offline & Ehrlich-Podcast seinem Ärger über eine besonders rücksichtslose Art von Falschparkern Luft gemacht: Solchen, die Verbrennerautos auf Parkplätzen für E-Ladesäulen abstellen und dadurch, teilweise sogar über Nacht, wichtige Lademöglichkeiten blockieren. Der Streamer rächt sich deswegen laut eigenen Aussagen auf eigene Faust, indem er Außenspiegel abtritt und Scheibenwischer abreißt. Seinen Co-Hosts Varion und unsympathischTV geht dieser Schritt jedoch entschieden zu weit.
Das Problem mit dem ICEing
Der Podcast greift ein bekanntes Phänomen auf, das in der Mobilitätsszene als „ICEing“ bezeichnet wird. Der Begriff leitet sich von der englischen Abkürzung „ICE“ (Internal Combustion Engine, also Verbrennungsmotor) ab. Das Problem wiegt schwer: Da Verbrenner die Ladesäule blockieren, ist sie für die Dauer des Parkens für E-Autofahrer komplett unbrauchbar. Um dem entgegenzuwirken, werden manche Ladesäulen inzwischen sogar mit Kameras ausgestattet, die Kennzeichen automatisch erfassen und prüfen, ob es sich um ein berechtigtes Elektrofahrzeug handelt.
Trymacs kennt dieses Problem ebenfalls, bevorzugt im Podcast allerdings eine deutlich weniger technische Lösung: rohe Gewalt.
Trymacs wird „fuchsteufelswild“
Da das deutsche Ladenetz im Vergleich zu Vorreitern wie Norwegen ohnehin ausbaufähig ist, erhöht ICEing den Druck auf E-Autofahrer massiv. Man stelle sich nur vor, die einzige Säule im Umkreis ist blockiert. Anstatt die Falschparker jedoch den Behörden zu melden, setzt Stemmler auf Gewalt als Denkzettel. Im Podcast berichtet er, wie er Außenspiegel abtritt oder Scheibenwischer herunterreißt. Zwar schiebt er hastig ein „Macht das nicht nach, Leute“, doch die Aggression bleibt im Raum stehen. Co-Host Varion zeigt sich direkt empört und fragt: „Was laberst du hier, Junge?“, während Trymacs nachlegt, dass er am liebsten die Scheibe einschlagen wolle.
Selbstjustiz statt Vorbildfunktion
Während sich seine Co-Hosts entsetzt über die Selbstjustiz zeigen, erfährt der Streamer aus Teilen der Community Zuspruch. Doch auch wenn die Falschparker rücksichtslos handeln: Die Aktionen von Stemmler sind keine Bagatelle. Auch Fahrer, die unberechtigt auf E-Parkplätzen stehen, haben ein Recht auf unversehrtes Eigentum. Durch das Demolieren fremder Fahrzeuge begeht Stemmler eine vorsätzliche Sachbeschädigung - eine handfeste Straftat.
Zudem verschärft seine enorme Reichweite das Risiko von Nachahmern. Selbst wenn er verbal einschränkt, man solle es nicht nachmachen: Gerade jüngere Zuschauer lassen sich von der aufgeheizten Dynamik leicht anstiften. Rechtlich und moralisch bewegt sich diese „Der Zweck heiligt die Mittel“-Philosophie bereits tief im kriminellen Bereich - auch wenn der Streamer in der Sache an und für sich ein reales Problem anspricht.
Ist das Demolieren solcher rücksichtslos abgestellter Autos in euren Augen gerechtfertigt? Schreibt es in die Kommentare!
