Wenn der virtuelle Content zur realen Gefahr wird.
Horror-YouTuber Dennis König wendet sich an seine Community und erzählt, davon, wie die Inhalte seiner Videos ihm nun in sein privates Leben verfolgten, als ein fanatischer Stalker ihm immer wieder Fotos von ermordeten Frauen zusendete.
True Crime-Formate erfreuen sich nicht grundlos enormer Beliebtheit. Ob Podcasts, Videos oder Serien – die Vorstellung unser eigenes, teilweise glücklicherweise recht normales bis langweiliges Leben mit den Abgründen der menschlichen Seele zu würzen, bedeutet für viele Menschen harmlosen Nervenkitzel.
Für viele Fans der jeweiligen Formate liegt eine besondere Spannung darin, sich damit zu konfrontieren, wie grauenvoll, brutal und wortwörtlich mörderisch die Welt um sie herum manchmal sein kann und wie weit einige gehen, um niedere Instinkte oder ihren eigenen Wahn zu stillen.
Horror-YouTuber mit ernsten Worten an seine Zuschauer
Ein wichtiger Faktor dabei ist allerdings immer, dass es um kontrollierten Schrecken geht. Legen wir das Buch weg, schalten das Video ab oder beenden den Podcast, ist der Horror vorbei – doch manchmal verschmelzen Content und Realität auf schreckliche Weise.
Dennis König beschäftigt sich mit allerlei Themen dieser Art. True Crime, das Okkulte, dem Schrecken in unserer Mitte. Und er tut das ziemlich erfolgreich. Allein auf YouTube folgen ihm fast eine halbe Million Menschen und lauschen ihm, wenn er von schrecklichen Morden berichtet oder verlassene Orte aufsucht, die geradewegs aus einem Horrorfilm stammen könnten.
Kürzlich wendete er sich jedoch mit einem Video an seine Community in dem er davon berichtete, dass der Content, den er für seine Fans aufbereitete, ein schockierendes Eigenleben entwickelt hatte.
Immer wieder Mails mit Bildern von ermordeten Frauen
Sichtlich erschüttert erklärt er zunächst, dass er lange unsicher war, ob und wie er überhaupt mit dem Thema umgehen und es aufgreifen sollte, die Wut und Verstörung in ihm aber nun dazu führen würde, dass er die Taten eines Unbekannten, der ihm immer wieder unaufgefordert Bildmaterial von Leichen und Tatorten zukommen lassen würde, nun öffentlich machen müsse.
Einige Wochen zuvor fielen ihm vermehrt Mails von ein und derselben Person auf, wobei er diesen zuvor nicht all zu viel Beachtung geschenkt hätte, da es nichts Ungewöhnliches sei, wenn Fans versuchten ihn zu kontaktierten.
Als ihm aber auffiel, dass die wiederholten Mails allesamt mit Anhängen versehen waren und er diese öffnete, sei ihm bewusst geworden, dass es sich hier um keinen normalen Zuschauer handeln würde.
Immer wieder schickte ihm die Person Bilder unbekannter Herkunft, die offensichtlich Leichen zeigten. Die vornehmlich weiblichen Opfer sollen dabei teilweise entkleidet und blutüberströmt gewesen sein und viele der Bilder – so vermutet König – könnten polizeiliche Tatort Fotos sein.
Nachrichten wie “Du redest so ruhig, wie es diese Frauen gemacht haben” sollen dabei wohl eine Art Zusammenhang zwischen König und den Mordopfer darstellen, während die Aufforderung “Warum hörst du nicht auf Videos zu machen, dann würde ich vielleicht aufhören mit den Mails” den Content-Creator unter Druck setzen sollen.
König wehrt sich
Die Konsequenzen, die König für sich daraus zieht, möchte er zwar im Video nicht ausführen, dass es hierbei wohl um juristische Maßnahmen gehen dürfte, scheint recht klar. Dann richtet der YouTuber noch direkte Worte an die Person:
Das geht jetzt an dich. Was auch immer in deiner kranken Birne vorgeht... dass du denkst, dass du das Recht hast, solche Bilder an fremde Leute zu schicken – denk mal lieber drüber nach was du da macht. Weil du bist eine kranke Seele, wenn du sagst, dass dich diese Bilder beruhigen... [...] Ich werd mich darum kümmern, dass man herausfindet, wer du bist. Und dann müssen Leute anfangen zu lernen, dass man im Internet nicht unsichtbar ist und man im Internet nicht alles machen kann.
Für Dennis war es, wie er sagt, wichtig, über dieses Thema zu sprechen, weil er weiß, dass er nicht der einzige Content-Creator ist, der von solchen Nachrichten belästigt wird und er ein Bewusstsein dafür schaffen will, dass dies passiert und wie falsch und verachtenswert dies sei, insbesondere, weil es auch mehr als genug Menschen gäbe, die kein dickes Fell gegenüber solchen Bildern hätten und derlei Bildmaterial ihrer Psyche schaden könnte.
