Twitch-Streamerin Elquaria spricht offen über Lipödem, Vorurteile und ihren persönlichen Krankheitsweg.
Ihr alle kennt sie hauptsächlich lachend und gut gelaunt im Live, doch auch Streamer und Content-Creator haben ihre Probleme, ihren Stress, Krankheiten und Sorgen – genau wie jeder andere Mensch im Chat. Umso wichtiger ist es, wenn Creator ihre Reichweite nutzen, um offen darüber zu sprechen, aufzuklären und anderen Mut zu machen. So hat das nun Elquaria gemacht, um über ein wichtiges Thema zu reden!
Elquaria über Lipödem und Vorurteile
In einem sehr persönlichen YouTube-Video spricht die Twitch-Streamerin Sam, auch bekannt als Elquaria, über eine Diagnose, die ihr Leben und ihr Selbstbild lange geprägt hat: Lipödem. Eine Erkrankung, die einige Menschen kaum kennen, obwohl sie deutlich häufiger vorkommt, als man denkt. Sam berichtet, dass sie über Jahre hinweg immer wieder mit verletzenden Kommentaren zu ihrem Körper konfrontiert wurde. Aussagen wie „Hast du zugenommen?“ oder „Warum sehen deine Arme so aus?“ gehörten für sie zum Alltag. Besonders hart waren auch beleidigende Begriffe, die sie immer wieder lesen musste. Rückblickend sagt sie: „Ich dachte immer, ich bin schuld.“ Diese Worte zeigen, wie sehr sie die ständige Kritik verinnerlicht hatte.
Erst später erhielt sie die Diagnose Lipödem. Dabei handelt es sich um eine chronische Fettverteilungsstörung, bei der sich Fettgewebe untypisch, vor allem an Beinen und Armen, vermehrt. Wichtig ist dabei: Es hat nichts mit Ernährung, Disziplin oder fehlendem Sport zu tun. „Das sind nicht einfach nur dicke Beine oder dicke Arme, sondern es ist eine Krankheit“, stellt sie klar.
Zwischen Schmerz und Missverständnissen
Im Video beschreibt Sam auch die körperlichen Auswirkungen sehr deutlich. Das Gewebe sei oft druckempfindlich, schmerzhaft und fühle sich schwer an. Viele Betroffene bekommen schnell blaue Flecken oder haben Schmerzen schon bei leichter Berührung. Auch sie selbst habe lange geglaubt, sie sei einfach unsportlich – obwohl sie starke Schmerzen hatte und sich ihr Körpergefühl deutlich verändert hat.
Besonders belastend sei für sie gewesen, dass Lipödem oft mit Übergewicht verwechselt wird. Dadurch werde die Erkrankung häufig nicht ernst genommen oder falsch eingeordnet. Gleichzeitig beschreibt sie die mentale Belastung: Trotz Sport und normaler Ernährung veränderten sich bestimmte Körperstellen kaum, was zu großen Selbstzweifeln führte. Kommentare wie „Du brauchst nur mehr Disziplin“ hätten sie zusätzlich verletzt.“
Elquaria erklärt außerdem, dass Lipödem häufig in hormonellen Lebensphasen wie Pubertät, Schwangerschaft oder durch hormonelle Veränderungen beginnt und oft genetisch bedingt ist. Sie selbst sagt: „Ich bin normalgewichtig und das ist mir auch bewusst“, und zeigt damit, wie stark äußere Wahrnehmung und innere Realität auseinandergehen können.
Ein besonders emotionaler Moment im Video ist ihre Erinnerung an eine Reise mit Freundin Rosemondy, bei der sie plötzlich starke Schmerzen in den Beinen bekam, obwohl sie die genau gleiche Anzahl an Schritten machte, als Rose. Sie beschreibt, wie sie sich schämte, weinte und dachte, mit ihr stimme etwas grundlegend nicht. Erst später wurde klar, dass diese Symptome Teil der Erkrankung sind.
Heute möchte Sam ihre Plattform nutzen, um aufzuklären. Sie spricht offen darüber, dass Lipödem nicht heilbar ist, aber behandelt werden kann – etwa durch Kompression, Lymphdrainagen oder Operationen. Gleichzeitig wünscht sie sich mehr Verständnis in der Gesellschaft: Man wisse nie, was hinter einem Körper steckt. Weniger vorschnelle Urteile, mehr Empathie. Wir wünschen Elquaria für ihre Zukunft alles Gute und weiterhin viel Kraft auf ihrem Weg!
Was denkst du über das Thema? Hast du selbst schon ähnliche Erfahrungen gemacht oder kennst du jemanden, der damit zu tun hat?