Elquaria warnt kleine Streamer davor, sich von Zuschauern als emotionaler Abladeplatz benutzen zu lassen.
Für viele kleine Streamer ist am Anfang jede Nachricht im Chat ein Grund zur Freude. Endlich schreibt jemand. Endlich entsteht Interaktion. Endlich fühlt sich der eigene Stream nicht mehr leer an und man muss nicht die ganze Zeit Selbstgespräche führen. Doch genau diese Freude kann laut Streamerin Elquaria schnell ausgenutzt werden.
Sie richtet deshalb eine deutliche Warnung an alle, die gerade mit dem Streamen anfangen – und erinnert daran, dass auch Zuschauer ihre Grenzen kennen müssen.
Jede Chatnachricht fühlt sich anfangs besonders an
Wer mit dem Streamen beginnt, kennt das Gefühl: Der Chat ist still, und plötzlich schreibt jemand eine Nachricht. Für kleine Creator kann bereits ein einzelner Chatter einen enormen Unterschied machen.
Genau das könne allerdings zum Problem werden, erklärt Elquaria. Denn manche Zuschauer würden die Offenheit kleiner Streamer gezielt ausnutzen. „Ich weiß, man freut sich anfänglich wirklich über jede einzelne Chatnachricht“, erklärt die Streamerin. „Aber genau das wird anfangs wirklich besonders missbraucht.“
Dabei gehe es ihr ausdrücklich nicht um Zuschauer, die sich gelegentlich mit Streamern austauschen oder auch einmal etwas Persönliches erzählen. Ein Twitch-Chat lebt schließlich von Interaktion. Problematisch werde es laut Elquaria bei Menschen, die einen Stream offenbar ausschließlich dafür nutzen, ihre eigenen Probleme abzuladen. „Die verwechseln euch mit einem Therapeuten!“
Die Streamerin beschreibt Zuschauer, die nicht wegen des Streams oder des Contents auftauchen, sondern vor allem deshalb, um ihre persönlichen Probleme loszuwerden. „Es gibt immer wieder Chatter, die verwechseln euch mit einem Therapeuten“, sagt sie.
Diese Menschen kämen teilweise nur in den Stream, um ihre „seelischen Altlasten zu entsorgen“. Dabei gehe es ihnen nicht wirklich um den Stream oder den Creator selbst. Natürlich sei gegen persönlichen Austausch grundsätzlich nichts einzuwenden. Ein Chat sei schließlich genau dafür da, miteinander zu kommunizieren.
Doch zwischen einem normalen persönlichen Gespräch und einer einseitigen Abladefläche für sämtliche Probleme eines Zuschauers liegt für Elquaria ein entscheidender Unterschied.
Ein Zuschauer mehr ist nicht immer ein Gewinn
Gerade für kleine Streamer kann es schwer sein, einen Zuschauer abzuweisen. Schließlich zählt am Anfang jede Person. Jeder neue Follower fühlt sich wie ein kleiner Erfolg an. Jede zusätzliche Nachricht lässt den eigenen Kanal lebendiger wirken. Genau deshalb rät Elquaria dazu, sich nicht von diesen Zahlen abhängig zu machen. „Ich weiß, man denkt sich da so: Oh, aber das ist ein Chatter mehr und dies, das und jenes“, erklärt sie.
Doch für den eigenen Seelenfrieden könne es wichtiger sein, eine klare Grenze zu ziehen. Denn wenn ein Zuschauer regelmäßig nur auftaucht, um seine persönlichen Probleme beim Streamer abzuladen, kann aus einem einzelnen Chatter schnell eine zusätzliche emotionale Belastung werden. Die Botschaft der Streamerin ist deshalb vor allem eine: Streamer dürfen Nein sagen.
Wer vor der Kamera sitzt und Menschen unterhalten möchte, übernimmt damit nicht automatisch die Verantwortung für deren persönliche Probleme. „Ihr seid nicht da, um die ganze Zeit negative Altlasten von jemandem empfangen zu nehmen“, sagt Elquaria.
Das bedeute nicht, dass Streamer grundsätzlich jede persönliche Unterhaltung unterbinden sollten. Ein gewisser Austausch gehöre schließlich zur Community. Entscheidend sei vielmehr, die eigene Grenze zu kennen. „Ihr dürft auch mal Nein sagen.“ Gerade neue Streamer könnten laut der Content-Creatorin das Gefühl haben, sie müssten alles akzeptieren, um ihre wenigen Zuschauer nicht wieder zu verlieren. Doch genau davon rät sie ab.
Was haltet ihr davon? Seid ihr selbst kleine Streamer oder kennt ihr eine solche Situation aus eigener Erfahrung? Teilt eure Meinung gerne in den Kommentaren mit uns!
