Henke spricht offen über seine Therapie und verrät, warum ihm die Sorgen anderer Menschen irgendwann zu viel wurden.
Für viele Menschen aus seinem Umfeld ist Henke offenbar mehr als nur ein guter Freund: Er ist der Kummerkasten. Immer wieder kommen andere mit ihren Problemen, Sorgen und persönlichen Gedanken zu ihm. Dass ihm diese Rolle grundsätzlich viel bedeutet, hat der Streamer nun in seinem Podcast erklärt. Gleichzeitig verriet er aber auch, dass ihn die Belastung irgendwann selbst an seine Grenzen brachte.
Henke ist seit Jahren Teil der deutschen Creator-Szene. 2017 ging er erstmals auf Twitch live und machte sich später unter anderem als Host des Videopodcasts „Henke’s Corner“ einen Namen. Das von funk produzierte Format dreht sich um persönliche Gespräche mit Creatorn und Persönlichkeiten aus der Popkultur. Mittlerweile ist Henke außerdem gemeinsam mit Lézan als Co-Host des neuen ARD-Podcasts „GANS & SPECHT“ von DASDING und 1LIVE zu hören. Und genau dort sprach der Streamer nun überraschend offen über ein persönliches Thema: seine Erfahrungen mit Therapie.
Henke ist für viele der Kummerkasten
In dem Podcast sprach Henke offen über eine Seite seiner Persönlichkeit, die für seine Freunde und Bekannten offenbar schon lange eine wichtige Rolle spielt. Er beschreibt sich selbst als jemanden, zu dem viele Menschen kommen, wenn sie Probleme haben oder sich etwas von der Seele reden möchten.
Dass andere ihm ihre Gedanken und Gefühle anvertrauen, empfindet Henke dabei keineswegs als Belastung im eigentlichen Sinne. Im Gegenteil: Er sei froh und dankbar darüber, dass Menschen ihm so viel Vertrauen entgegenbringen. Doch mit der Zeit bemerkte der Streamer, dass sich die vielen Probleme anderer Menschen bei ihm immer stärker sammelten.
„Ich bin auch sehr froh und dankbar darum, dass Leute mir so vertrauen, dass sie ihre Gedanken, Probleme und Gefühle bei mir abladen“, erklärt Henke. Gleichzeitig habe er aber gemerkt, „dass mich die Menge an Dingen oder an Schwierigkeiten, die andere Leute [...] haben, bei mir ankommen und landen, wahnsinnig mitnimmt“.
Die Sorgen anderer wurden ihm zu viel
Was zunächst nach einer Stärke klingt – für andere da zu sein und ihnen zuzuhören – entwickelte sich für Henke irgendwann zu einer zusätzlichen emotionalen Belastung. Die Sorgen und Probleme seines Freundeskreises blieben offenbar nicht einfach bei den jeweiligen Personen, sondern beschäftigten auch ihn.
Irgendwann sei deshalb der Punkt erreicht gewesen, an dem er gemerkt habe, dass er damit nicht mehr alleine umgehen könne. „Ich krieg das nicht gehandelt mehr für mich“, beschreibt Henke rückblickend seine Situation. Dabei betont der Streamer auch, dass er grundsätzlich jemand sei, der sich mit seinen eigenen Problemen auseinandersetzt. Gerade deshalb habe er sich schließlich dazu entschieden, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Henke ging deshalb in Therapie
Die Konsequenz: Henke suchte sich damals einen Therapieplatz. Dabei ging es allerdings nicht ausschließlich um die Sorgen anderer – auch seine eigenen Probleme beschäftigten ihn und sorgten dafür, dass er Redebedarf hatte. Seine Offenheit zeigt dabei auch, dass die Rolle des verständnisvollen Freundes nicht automatisch bedeutet, dass man selbst mit allen Belastungen problemlos umgehen kann. Wer immer wieder als Ansprechpartner für andere dient, kann deren Sorgen schließlich ebenfalls mit nach Hause nehmen.
Dass Henke sich damals dazu entschieden hat, in Therapie zu gehen, ist dabei ein starker Schritt. Sich einzugestehen, dass man selbst Unterstützung braucht, und sich diese auch zu holen, erfordert schließlich Mut. Was sagst du zu Henkes offenen Worten über seine Erfahrungen? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
Du brauchst Hilfe? Hier findest du Unterstützung
Wenn dich deine eigenen Sorgen oder die Probleme anderer Menschen gerade stark belasten, musst du damit nicht alleine bleiben. Bei der Nummer gegen Kummer können sich Kinder und Jugendliche kostenlos und anonym beraten lassen. Das Kinder- und Jugendtelefon erreichst du unter 116 111.
Auch Erwachsene können sich Unterstützung holen. Die TelefonSeelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 erreichbar.
Wenn du das Gefühl hast, dass dir eine Therapie helfen könnte, kannst du dich außerdem an eine psychotherapeutische Praxis oder die 116117 wenden. Dort erhältst du Informationen zur psychotherapeutischen Versorgung und kannst unter anderem nach einer passenden Anlaufstelle suchen.
