HoneyPuu wird seit Monaten online gestalkt. Jetzt lädt Jasmin Gnu ein Video hoch, in dem sie über die Situation informiert und das Verhalten vieler Zuschauer und einiger Streamer kritisiert.
Die deutsche Twitch-Streamerin HoneyPuu wird seit einiger Zeit von einem Mann belästigt, der immer wieder an sie gerichtete Videos hochlädt und ihr unzählige Nachrichten schreibt. Die YouTuberin und Streamerin Jasmin Gnu wendet sich jetzt an ihre Zuschauer und verurteilt das Verhalten vieler Fans und auch einiger Streamer.
Die Situation
HoneyPuu, oder auch Isabell "Isa", wird seit ungefähr einem Jahr von einem Mann, über Social Media belästigt und bedrängt. Er lädt immer wieder mehrmals in der Woche Videos hoch, in denen er Isabell adressiert und überzeugt zu sein scheint, dass die beiden sich in einer Beziehung befänden. In einigen Videos bekundet er seine Liebe, in anderen macht er angeblich Schluss. Zudem schreibt er ihr täglich mehrere Nachrichten. Was der Mann hier betreibt, ist Cyberstalking.
Honeypuu und ihr Stalker haben sich noch nie gesehen und Isabell reagiert auf keine seiner Videos oder seiner Nachrichten, trotzdem macht er immer weiter.
Gnus Video - "absolut unsensibel"
Jasmin Gnu klärt in ihrem Video nicht nur über das Thema auf, sondern kritisiert auch das Verhalten der Viewer und einiger Streamer, die sich über die ganze Situation lustig machten. Sie beleuchtet, was solch ein Verhalten wie seines, aber auch das der Community für Auswirkungen haben kann. (Hier könnt ihr das Video anschauen.)
Auch Rob Bubble spricht in dem Video und erklärt das Konzept von parasozialen Beziehungen und wie dieser Fall ihre Gefahren illustriert.
Das Problem ist aber nicht nur das Stalking selbst, sondern auch, wie die Community damit umgeht. Sowohl unter den Posts des Stalkers als auch unter Isabells sind unzählige Kommentare zu sehen, die ihn anfeuern und nach einem Treffen der beiden fragen. Es werden sogar KI-Bilder der beiden erstellt.
Auch einige Streamer thematisieren den Fall in ihren Streams - aber alles andere als angemessen und geschmackvoll. Knossi fragt Isa in einem Stream vor tausenden von Zuschauern nach ihrem Stalker, worauf sie erwidert, sie könne darüber nicht sprechen. Gnu verurteilt hier die Unsensibilität Knossis streng.
Erst einmal finde ich und auch viele andere es absolut unsensibel, sie darauf im Stream vor so vielen Zuschauern anzusprechen, denn das hätte man, wenn es einem ernsthaft um die Person gegangen wäre, definitiv auch privat fragen können.
Noch heftiger wird es dann bei einem Livestream, in dem einige große Streamer Make It Meme spielen und dabei Memes über das eigentlich sehr ernste Thema erstellen. Knossi, MontanaBlack und andere lachen ungehemmt über Isas Situation. Gnu kritisiert die Streamer klar. Memes über Isas Leid zu erstellen sei nicht witzig und die Streamer würden so nur mehr Aufmerksamkeit für das Thema kreieren, ohne das Ganze einzuordnen.
Auch Gronkh missbilligt Montes Verhalten, der zu der Kritik, die er aufgrund der Memes erhalten hatte, sagt:
Die Leute müssen insgesamt ein bisschen lockerer werden, es ist nur ein Meme, Digga.
@mart_topk #Gronkh#honeypuumeme #montanablack88 #fy
Originalton - Mart
Die Sache ist: Jegliche Aufmerksamkeit stachelt den Täter weiter an. All die Kommentare und Posts von Leuten zu dem Thema befeuern den Stalker immer weiter und geben ihm Aufmerksamkeit. Streamer haben eine Art Vorbildfunktion und somit einen großen Einfluss auf das Verhalten ihrer Fans. Gerade große Streamer sollten in solch einer Situation sensibel reagieren und sich verantwortungsbewusst verhalten, denn nicht nur das Erwähnen der Situation, das ihm mehr Aufmerksamkeit gibt, sondern gerade das Darüber-Lustig-Machen, das diese extrem ernste Situation verharmlost, ist unglaublich schädlich. Ein sensibler Umgang mit dem Thema wäre hier das Richtige gewesen, denn es ist eben nicht nur ein Meme: Isabell ist eine reale Person, die unter dem Cyberstalking leidet.
Deshalb ein Appell von Gnu:
Deswegen liegt es an euch da draußen, das Feuer nicht weiter zu entfachen, sondern es einfach auslöschen zu lassen.
Falls ihr oder jemand, den ihr kennt, von Stalking oder Cyber-Stalking betroffen seid, könnt ihr euch hier informieren oder euch an das Anti-Stalking-Projekt wenden.