Wenn einstige Kritik in unmenschlichen Hass ausufert.
Man kann von André Schiebler halten was man will – denn ja, kontrovers ist das ehemalige ApeCrime-Mitglied allemal – und ihn auch mehr als berechtigterweise kritisieren; dennoch geht einiges an wirrem Hass, der ihm im Netz entgegenschlägt dann doch zu weit.
Von verschwundenen Büchern und wirren Verhaftungen
Schiebler hat sich in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert: Ein nie erschienenes Buch, bei dem die meisten Käufer seit Jahren inzwischen davon ausgehen, einfach gescammt worden zu sein, ein Fiebertraum von einer Geschichte einer angeblichen Festnahme und so einige andere, fragwürdige Aktionen füllten das Pulverfass der Kritiker bis zum bersten – Todeswünsche sollten aber nicht das Ergebnis der nahenden Explosion sein.
Wo sich Schiebler in der letzten Zeit der berechtigten Kritik vor allem verweigerte, sie ignorierte und mit Schweigen abstrafte, wehrt er sich gegen einen besonders bösartigen Kommentar in einem Video mit dem pathetischen Titel "Bin erschüttert bis ins Mark!".
Ein widerlicher Todeswunsch
So liest er zunächst den entsprechenden Kommentar vor:
Ich hoffe deine mutter dein vater und du bekommen unheilbaren krebs umd verrecken daran du h-sohn [sic!]
Er spricht den Kommentator direkt und mit Vornamen an, als er antwortet, er habe gute Nachrichten für diesen.
... mein Vater ist nämlich schon tot. Jetzt fragst du dich vielleicht Mark, warum liegt er im Sarg? Todesursache: Krebs. Mark? Wie hast du’s gemacht? Ist das Zufall? Konntest du deine Hoffnung doch wahrwerden lassen? Hast du markische Kräfte?
Auf ähnliche Weise geht er auch auf den Todeswunsch an seine Mutter ein und erklärt, dass auch diese bereits verstorben sei, betont aber auch, dass er die Freude des Kommentators etwas bremsen müsse, weil in dem Fall kein Krebs der Grund war.
So unwirklich und absurd Schieblers Reaktion zunächst anmuten mag und so sehr man vielleicht dazu tendieren will, sie als weitere seltsame Aktion des Influencers abzutun, so sehr stellt sich gleichzeitig die Frage, wie man selbst mit so einer menschenverachtenden Nachricht umgehen würde und ob sein ironischer Umgang damit nicht wirklich der beste Weg ist, um sich zu wehren.
Denn ganz unabhängig davon, ob man mit Schiebler auf sonstiger Ebene Probleme hat, eine derartige Nachricht ist immer unpassend und entlarvt lediglich die eigenen Abgründe.
