Garcia will seinen Followern zeigen, wie man es "zu etwas bringt" – nur am Benehmen scheitert es.
Immer wieder machen selbsternannte "Alpha-Male"-Influencer deutlich, dass sie am allerwenigsten zu wissen scheinen, wie ein “richtiger Mann” sich benehmen sollte. Im Fall von Isaiah Garcia stellt sich sogar die Frage, ob er normales, menschliches Benehmen versteht.
Fragwürdiges Männlichkeitsbild
Auf Social Media inszeniert sich der Influencer Isaiah Garcia aus Miami als klassisches Beispiel des modernen "Alpha Male". Disziplin, Kontrolle, unternehmerisches Denken und finanzielle Freiheit sind die Schlagworte, mit denen er sein Image aufbaut. Seine Botschaft ist klar: Wer hart arbeitet, sich selbst im Griff hat und klare Regeln befolgt, wird erfolgreich – wirtschaftlich wie persönlich.
Doch genau dieses Bild bekam Risse, als ein Video viral ging, das Isaiah in einer völlig anderen Rolle zeigt. Immer wieder präsentiert er stolz seine Wohnung im 24 Stock eines Luxusgebäudes und erklärt, dass er sich diese Unterkunft durch harte Arbeit verdient hätte – wobei Kritiker dies bereits zuvor hinterfragten, da seine "Finanztipps" in der Regel eher aus Plattitüden bestünden.
Influencer wirft Hundekot aus dem 24. Stock
Im kürzlich viral gegangenen Clip ist zu sehen, wie er Hundekot von seinem Balkon auf die Straße wirft – aus großer Höhe, offenbar ohne Rücksicht darauf, wer sich darunter befinden könnte. Garcia filmte seinen eigenen Balkon samt der Hinterlassenschaften seines Hundes und behauptete, dass er in seinem Luxusapartment noch nicht einmal jemanden bräuchte, der sich um sein Tier kümmert, er würde das Problem einfach selbst beheben... und kickt den Hundehaufen lachend die 24. Stockwerke hinab auf die Straße – ohne darauf zu achten, ob sich unter ihm Menschen befänden oder nicht.
"Allein dafür lohnt sich die Miete hier schon" sagt er feixend. Immer wieder sind seine Videos auch von solchen Aussagen geprägt, die vermitteln sollen, dass sein finanzieller Status ihm auch eine gewisse Respektlosigkeit gegenüber weniger gut verdienenden Menschen gestatten würde.
Falsches Vorbild ohne Respekt
Der Kontrast könnte kaum größer sein. Während Isaiah online Selbstdisziplin und Kontrolle predigt, zeigt sein Verhalten im Video das Gegenteil: mangelndes Verantwortungsbewusstsein, fehlenden Respekt gegenüber Mitmenschen und eine erstaunliche Gleichgültigkeit gegenüber den Konsequenzen des eigenen Handelns. Eigenschaften, die schwer mit dem Bild eines erfolgreichen, souveränen Unternehmers vereinbar sind.
Besonders brisant ist dabei weniger der Ekel-Faktor des Clips als das dahinterliegende Mindset. Wer sich als Vorbild stilisiert – vor allem gegenüber einem jungen, oft beeinflussbaren Publikum – trägt Verantwortung. Wohlstand und Erfolg bringen nicht nur Freiheit, sondern auch gesellschaftliche Erwartungen mit sich: Rücksichtnahme, Vorbildfunktion und ein Mindestmaß an sozialer Reife. Genau diese Aspekte scheinen in diesem Moment gefehlt zu haben.
Was von Garcia also als weiterer provokanter "Lifehack" präsentiert wurde, sollte diesmal aber Konsequenzen haben.
Influencer wird obdachlos – und alle anderen sind schuld
Einige Tage nachdem der Clip im Netz viral ging, meldete er sich mit einem neuen Video zurück. Darin präsentierte er ein Schreiben seines Vermieters, der das Mietverhältnis aufkündigte und dafür unter anderem das Hundekot-Video als Grund nannte. Für Garcia selbst war klar, dass dies durch eine benachbarte "Karen" passiert sein muss, die sich immer wieder über ihn beschwert hätte – seiner Meinung nach natürlich völlig grundlos, weil sein Video "harmlos" gewesen wäre.
Daher macht er auch seine Nachbarn dafür verantwortlich, dass er – wie er es nennt – "vom Traumleben in die Obdachlosigkeit" rutschte, natürlich nicht ohne zu behaupten, dass ihn dies am Ende nur "noch stärker" machen würde. Eine Lehre zieht er wohl nicht aus dem Ganzen.
Der Fall Isaiah steht exemplarisch für ein größeres Problem der sogenannten Alpha-Male-Influencer-Szene: Viele der propagierten „Tipps und Tricks“ beruhen weniger auf echter Disziplin oder Verantwortung als auf performativer Dominanz und Provokation. Sobald diese Fassade bröckelt, wird sichtbar, dass Kontrolle nicht bedeutet, andere oder Regeln zu ignorieren – sondern sich selbst.