Der kontroverse Streamer Johnny Somali legt Berufung gegen seine sechs-monatige Haftstrafe ein – und begründet dies mit seiner bipolaren Störung.
Johnny Somali zeigt, dass manchmal Kontroversen schon ausreichen, um bekannt zu werden – denn von diesen hat er eine ganze Menge. Im April wurde er wegen mehrerer Verstöße gegen das Gesetz in Südkorea zu sechs Monaten Haft mit anschließenden 20 Tagen Zwangsarbeit verurteilt. Vor kurzem wurde aber bekannt, dass Somali versucht Berufung einzulegen, um eine geringere Strafe zu erhalten. Sein Verhalten in der Vergangenheit versucht er mit seiner bipolaren Störung zu begründen.
Nur sechs Monate in Haft?
Verurteilt wurde Somali, der mit bürgerlichem Namen Ramsey Khalid Ismael heißt, wegen mehrfacher Behinderung des Geschäftsbetriebs, zweier Verstöße gegen die öffentliche Ordnung sowie wegen Deepfake-Delikten. Viele der Vorwürfe stammen aus dem Jahr 2024.
Außerdem wurde er stark für sein Verhalten vor einem südkoreanischen Kriegerdenkmal, welches an die sexuelle Sklaverei koreanischer Frauen durch Japan während des Zweiten Weltkriegs erinnert, kritisiert. Videos zeigen den Streamer, wie er die Statue einer “Trostfrau” (im englischen “Comfort Woman”) küsst und sogar vor ihr twerkt, was definitiv respektlos ist, da es sich um ein Denkmal gegen sexuelle Gewalt handelt.
Für diese Straftaten wurde Somali in Südkorea zu sechs Monaten Haft verurteilt. Sowohl sein Anwalt als auch die gegnerische Seite legten aber Berufung gegen das Urteil ein. Am 11. Juni erschienen der Streamer und sein Anwalt vor Gericht.
Seine Verteidigung gibt an, dass Somali eine bipolare Störung hätte, gegen welche er Medikamente nehmen müsse. Hierzu wäre er aber, seitdem er nach Korea gekommen war, nicht in der Lage gewesen. Außerdem habe er durch seine Taten keinen finanziellen Vorteil gehabt und würde diese zutiefst bereuen. Laut der Verteidigung sollte das Gericht diese Faktoren bei seiner Entscheidung berücksichtigen.
Die Strafverfolgung fordert allerdings eine höhere Strafe von drei Jahren. Die finale Entscheidung des Gerichts wird am 25. Juni getroffen.
Fanpost im Knast
Dass Somali sein Verhalten nicht wirklich zu bereuen scheint, zeigen geleakte Bilder und Briefe aus dem Knast, welcher eigentlich die “Hölle” sein sollte. Er schrieb, dass er gesund sei, viel lache und sich gut mit seinen Zellengenossen verstehen würde. Ob dies der Wahrheit entspricht oder nur ein Teil seiner übertriebenen Persona ist, bleibt offen.
Es ist an dieser Stelle wichtig zu erwähnen, dass eine bipolare Störung keine Entschuldigung oder Ausrede für kritisches Verhalten ist, selbst wenn einige Prominente (siehe Kanye West) sie wie eine behandeln.
