Julien Bam zieht Bilanz nach zwölf Jahren Dauerstress: „Feierabend, ist das ein neues Schnittprogramm?“

Das Ende seiner YouTube-Karriere traf ihn härter als erwartet, Julien Bam erzählt von Dauerstress und unerwarteter Leere.

Julien Bamupdate YT
Julien Bam gibt Einblicke in sein Leben während und nach der "Hauptvideo"Ära | © YouTube

Eigentlich war für sein neuestes Video ein Reise-Vlog aus Ägypten geplant, daraus wurde aber nichts, da ihm so gut wie gar nicht erlaubt wurde bei den Reiseaktivitäten zu filmen.

Das Video wurde aus diesem Grund überraschend persönlich und der YouTube-Veteran nutzte die Gelegenheit, um offen darüber zu sprechen, wie belastend seine Creator-Karriere für ihn war.

Das Ende war nicht nur ein Erfolg

Für die Community wirkte das Finale seiner Hauptvideos wie der perfekte Abschluss einer Ära. Bei Julien breitete sich mit dem letzten Video vor über einem Jahr jedoch plötzlich eine Leere aus, die er so nicht kannte.

Über 12 Jahre bestand sein Alltag aus Drehs, Deadlines und ständigem Druck. Als das alles wegfiel, blieb zum ersten Mal seit Jahren Ruhe übrig. Doch genau diese Ruhe wurde zum Problem. Statt Erleichterung kamen Gedanken hoch, die er zuvor über Jahre mit Arbeit bedeckt hatte.

„Ich war verheiratet mit meinem Job. Aber nicht auf Romantisch. Das war eher so eine toxische Ehe.“

Mit diesem Satz beschreibt er seine gesamte YouTube Laufbahn er führt weiter aus, dass sein Gehirn in diesen zwölf Jahren nur zwei Zustände kannte: Vollgas oder existenzielle Krise.

Rückblickend wirkt seine Karriere dadurch fast wie ein klassischer Fall von Burnout. Seine Familie und Freunde sowie Beziehungen seien dabei immer wieder hinter den Projekten verschwunden und sogar seine eigene Gesundheit wurde hinten angestellt.

Reisen statt Produzieren

Nach dem Ende der Hauptvideos begann für Julien eine neue und äußerst ungewohnte Phase. Statt neue Großprojekte anzustoßen, reiste er durch verschiedene Länder und versuchte erstmals seit Jahren abzuschalten.

Besonders interessant ist dabei seine Erkenntnis, dass Stille nicht automatisch Entspannung bedeutet. In der Ruhe wurden für ihn vielmehr Dinge sichtbar, die er über Jahre verdrängt hatte. Er selbst beschrieb die diese Zeit wie folgt: „Ich habe fast ein halbes Jahr gebraucht, um wieder abschalten zu lernen.“

Reisen als Therapie? Julien Bam geht viel durch den Kopf ... | © YouTube

Das Reisen half ihm dabei am meisten mit seinem Neustart, neben Korea, Singapur und der Türkei reiste er auch in weitere Länder. Die neuen Eindrücke, die er dort sammelte und die Zeit zum Reflektieren waren dabei ausschlaggebend für seinen Reset.

Neuer Fokus, neues Projekt

Gleichzeitig kündigte Julien den Neustart seiner Marke Eternal God an. Er wirbt im Video mit einem neuen Shop, überarbeitete Logistik, neuen Produkten und innovativen Strukturen.

Grund dafür ist, dass er die Marke in Zukunft unabhängiger machen und persönlich weiterentwickeln will. Er gibt aber auch zu, dass dieser Schritt mit hohen finanziellen Risiken verbunden ist und bittet daher seine Community um Unterstützung.

Trotz aller Unsicherheiten wirkt Julien Bam heute deutlich entspannter als noch während seiner Hauptvideo–Zeit. Für ihn beginnt nach zwölf Jahren Dauerstress ein neues Kapitel auf YouTube, und auch für ihn persönlich. Kennt ihr Julien Bam noch von früher? Schreibt es uns in die Kommentare.

Julian Mayorga
Julian Mayorga