Katzenvideos waren gestern... Inzwischen streamen die schnurrenden Vierbeiner sogar!

Eine neue Webseite lässt euch Katzen weltweit per Livestream füttern und hat sich zum Social–Media–Phänomen entwickelt.

Feed the cat
Selva beim fressen auf Feed the Cat | ©feed-the.cat

Süße Katzenvideos gehen viral seitdem das Internet existiert, aber habt ihr schonmal streamende Katzen gesehen? Eine neue Webseite bei der man Katzen live füttern kann erobert das Internet im Sturm.

Was ist "feed-the.cat"?

Feed the Cat ist eine Website, bei der Zuschauer durch einen Klick, per Spende einen automatischen Futternapf auslösen können. Per Livestream–Kamera sehen die Zuschauer in Echtzeit, wie die Katze das Futter frisst.

Ein selbst programmiertes Cooldown–System verhindert durch Sperrzeiten, ein Überfressen der Tiere. Außerdem essen die Katzen meistens sowieso nur das, was sie brauchen.

Es gibt eine Chatfunktion und ein Live–Radio um das Erlebnis komplett zu machen, zusätzlich dazu, kann man in jedem der Streams, Highlights der jeweiligen Katze über ein Galerie–Icon abrufen.

Die Finanzierung läuft ausschließlich über Spenden, es wird keine Werbung geschaltet und die Einnahmen gehen direkt an die Infrastruktur der Tierheime.

Die Entstehungsgeschichte

Der Entwickler von feed-the.cat, war arbeitslos, als er die chinesische App "Hello Street Cat" (哈啰街猫) entdeckte. Diese streamte Straßenkatzen live und erlaubte Fütterung per Spende.

Daraufhin war sein ursprünglicher Plan eigentlich die eigene Webcam zu Hause aufzubauen, um seinen Kater Bishop auch dann beobachten und füttern zu können, wenn er nicht daheim war.

Später ergänzte er dann einen Chat und ein Radio und machte die Seite öffentlich. Kurze Zeit später ging Feed the Cat viral!

Inzwischen gibt es mehrere Kameras in verschiedenen Tierheimen und Auffangstationen weltweit und weitere sind dabei noch in Planung.

Die Inspiration: "Hello Street Cat" aus China

Die chinesische Webseite wurde im April 2023 von Guangxi Hachong Network Co.,Ltd. entwickelt. Ziel war es, Straßenkatzen mithilfe von Technologie zu füttern, zu tracken und in Kastrationsprogramme (TNR) um unkontrolliertes Populationswachstum zu verhindern, einzubinden.

Dabei hat jede Fütterungsstation Kameras (vorne, oben, hinten), scannt Katzenmerkmale automatisch und erstellt sogar ein digitales Profil der einzelnen Tiere.

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Der weltberühmte "Mr. Fresh" mit seinem berüchtigtem "Side–Eye" | © hellostreetcat.framer.website

Die Webseite wurde zwischen 2023/24 zum viralen Phänomen auf X und TikTok und berühmte Katzen wie "Mr. Fresh" (Side–Eye–Cat) entstammen dieser Plattform.

Die Benutzerfreundlichkeit, mediale Reichweite und das Meme-Potential inspirierte weltweit ähnliche Projekte, Feed the Cat ist dabei das bekannteste westliche Äquivalent.

Wie funktioniert Feed the Cat?

Man kann die Webseite direkt im Browser unter feed-the.cat aufrufen, man benötigt keinen Download und sie ist sogar als App verfügbar.

Auf der Startseite kann man dann einen sogenannten "Room" von verschiedenen Standorte beziehungsweise Tierheimen auswählen. Durch Spende kann man den Futterautomat auslösen, der dann von selbst Trockenfutter für den jeweiligen Bewohner auswirft.

Die Katzen erscheinen jedoch nicht auf Abruf, der Spender wird für seine Geduld belohnt, je nachdem wie hungrig die Katze ist. Zusätzlich kann man noch Highlights von vergangenen Katzenauftritten über ein Galerie–Icon aufrufen.

Feed the Cat zwingt den Nutzer nicht dazu einen Account anzulegen. Die Registrierung ist vollständig optional, dadurch erhält man dann ein eigenes Profil auf der Plattform und kann Likes auf Katzensichtungen geben.

Außerdem kann man dadurch auch am Leaderboard teilnehmen. ein Ranking, das die aktivsten Fütterer all time, der letzten 30 oder sieben Tage anzeigt.

Der soziale Gedanke hinter Feed the Cat

Der Fokus der Plattform liegt bewusst auf Tierheimen und Auffangstationen, Ziel ist es, die Sichtbarkeit für Organisation zu erhöhen und Adoptionen zu fördern.

Die Spendeneinnahmen gehen vollständig in die Infrastrukturkosten und unterstützen direkt die teilnehmenden Tierheime.

Auf Twitch existieren ähnliche Konzepte, beispielsweise MarineMammalRescue für Otter oder Streams um Kühe zu füttern. Feed the Cat ist aber die einzige eigenständige Webseite dieser Art im Westen.

Der Entwickler plant derzeit aktiv weitere Kameras hinzuzufügen und weltweit auf noch mehr Tierheime zu erweitern. Auf der Webseite findet man dafür auch einen Kontakt um selbst an dem Internetphänomen teilzunehmen.

Feed the Cat beweist, dass das Internet nicht immer laut, kontrovers oder klickgeil sein muss. Die Katzen kommen wann sie wollen, es gibt keinen Algorithmus, kein Brain Rot und keinen festen Ablaufplan.

Es wirkt wie eine kleine, stille Gegenbewegung zur Reizüberflutung und Negativität im Netz, der man sich täglich selbst aussetzt. Es braucht nur einen Futterautomat, eine Kamera und eine Katze die frisst um vielen Menschen weltweit ein Lächeln ins Gesicht zaubern.


Julian Mayorga
Julian Mayorga