Looksmaxxing-Trend: Bramal sorgt mit Ragebait und Aussagen für Kritik

Der Looksmaxxer Bramal polarisiert regelmäßig mit seinen Aussagen.

Bramal 02 Twitch
Auf Twitch bewertet Looksmaxxer Bramal auch das Aussehen seiner Zuschauer und von anderen Streamern | © Twitch

“Looksmaxxer” (zu deutsch: "Aussehensoptimierer") Bramal fällt online immer wieder durch seine provokanten Aussagen auf. Ob er diese ernst meint oder sie nur “Ragebait” (gezielte Provokation) sind, ist oft unklar. Vor Kurzem reagierte er in einem Stream auf die Frage: “Welche Ethnie ist am attraktivsten?” – und versuchte, seine Antwort darauf wissenschaftlich zu begründen ...

Zwischen Schönheitsideal und Selbstoptimierung

“Looksmaxxing” ist ein derzeit immer noch ein viraler, aber auch kontroverser Online-Trend, an dem sich hauptsächlich junge Männer beteiligen. Diese versuchen, mit gewöhnlichen aber auch unkonventionellen und sogar schädlichen Methoden ihr Aussehen und ihre Attraktivität, basierend auf einem vorgegebenen Schönheitsideal zu verbessern.

Während im internationalen Raum der Streamer Clavicular das Gesicht der Looksmaxxing-Bewegung ist, ist die zentrale Figur in Deutschland der Twitch-Streamer Bramal. Dieser schafft es immer wieder, durch kontroverse Aussagen zu provozieren und so zahlreiche Klicks und (negative) Aufmerksamkeit zu generieren. In der Vergangenheit fiel er vor allen Dingen dadurch auf, dass er bekannte YouTuber wie Sashka, Rezo und Catszplay beleidigte.

In einem Twitch-Stream antwortete er auf einen Kommentar, der ihn nach der “attraktivsten Ethnie” fragte. Darauf hin antwortete er, dass die weiße Ethnie am attraktivsten sei, korrigierte sich dann jedoch und meinte, es sei die “weiße Rasse”, wobei er das R stark rollte – definitiv eine Anspielung auf einen gewissen deutschen Diktator. Danach wies er darauf hin, dass es auch Statistiken gäbe, die dies beweisen würden.

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Originalton - emxlio

Bramals “wissenschaftliche” Quellen sind in Wahrheit meistens aber alles andere als wissenschaftlich. Häufig bezieht er sich auf Studien von “OkCupid” – einer Datingplattform.

Egal, welche Studie er meint: Die Idee, Ethnien nach ihrer Attraktivität zu bewerten, ist aus wissenschaftlicher Sicht problematisch. Wahrnehmungen von Schönheit sind stark kulturell geprägt und werden von gesellschaftlichen Vorstellungen beeinflusst, weshalb entsprechende Ergebnisse mit großer Vorsicht betrachtet werden müssen.

Provokation als Erfolgsrezept?

Bramal sorgt regelmäßig mit kontroversen Aussagen für Aufmerksamkeit. Kritiker werfen ihm vor, gezielt zu provozieren und seine Inhalte als wissenschaftlich fundiert darzustellen, obwohl die zugrunde liegenden Quellen häufig fragwürdig sind. Dennoch erreicht er damit ein großes Publikum: Auf Twitch folgen ihm mehr als 16.000 Menschen. Seine Strategie, durch Provokation Reichweite zu erzeugen, scheint somit aufzugehen.

Sollten Streamer für derartige Aussagen stärker zur Verantwortung gezogen werden oder gehört auch gezielte Provokation zur Meinungsfreiheit im Internet? Was sagt ihr?

Sophie Prößl
Sophie Prößl