Streamer gTasty überzeugt, dass jeder einen Casino-Deal annehmen würde

Laut gTasty gib es nur eine Gruppe von Menschen, die so ein Angebot annehmen würden.

Würdest du es für eine Million tun? | © gTasty

gTasty ist bekannt für seine provokanten Aussagen und dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. So reagierte er auch, als er im Stream auf seinen Casino-Deal angesprochen wurde.

Warum laut gTasty fast jeder einen Casino-Deal annehmen würde

In einem vergangenen Stream wurde gTasty von einem Chatter gefragt, was sein Vater zu seinem Casino-Deal sagen würde. gTasty antwortete in seiner gewohnt trockenen Art mit einem schlichten "mach". Dabei wollte er es jedoch nicht belassen und holte weiter aus:

Mein Vater ist Arbeiter. Geht mal zu euren Eltern und sagt mal, ihr macht als Beispiel 1 Million im Monat, wenn ihr Casino streamt.

Laut ihm würde so ziemlich jeder einen solchen Deal ohne mit der Wimper zu zucken annehmen. Für ihn bildet dabei nur eine ganz spezielle Gruppe von Menschen eine Ausnahme:

Es gibt eine einzige Option, wo man es nicht machen würde, und das sind streng religiöse Leute. Das gibt’s.

Mit dieser Meinung scheint er nicht alleine zu sein, denn immer mehr Streamer entscheiden sich dazu, Casino-Streams zu betreiben. Die international bekanntesten Beispiele sind dabei wohl die amerikanischen Streamer Adin Ross und neuerdings auch TimTheTatman, der vor Kurzem einen Deal mit dem Online-Casino Roobet unterschrieben hat.

Das eigentliche Problem liegt nicht bei den Streamern

Meiner Meinung nach hat gTasty bei dieser Aussage eine nicht zu vernachlässigende Gruppe von Menschen vergessen, und das sind jene, die aus nächster Nähe gesehen haben, was Glücksspiel mit einem machen kann. Wie es Existenzen, Familien und Träume zerstören kann. Ich weiß nicht, ob diese Menschen selbst für eine Million Euro bereit wären, das zu machen.

Genau hier liegt der Knackpunkt. Es geht nicht darum, gTasty oder irgendeinem anderen Streamer eine Moralpredigt zu halten. Wenn man als Streamer einen Casino-Deal annehmen möchte, dann soll man das tun. Problematisch wird es dann, wenn man versucht, diese Entscheidung moralisch zu rechtfertigen oder so darzustellen, als würde es keinerlei Gegenargumente geben. Denn die gibt es.

An dieser Stelle geht mir die Diskussion allerdings nicht weit genug. Das eigentliche Problem ist nicht, dass manche Streamer solche Deals annehmen, sondern dass es überhaupt möglich ist. Für mich ist es wirklich komplett unverständlich, wie man Glücksspiel so aggressiv bewerben darf und sich dabei ganz gezielt auf die vulnerabelste Gruppe konzentriert: junge Männer.

Am Ende bleibt daher weniger eine moralische Frage an einzelne Streamer, sondern eine gesellschaftliche: Warum erlauben wir ein System, in dem Millionen mit der Bewerbung eines Produkts verdient werden können, das nachweislich Leben zerstört?

Was ist eure Meinung? Schreibt es uns in die Kommentare!

Luis Scharringhausen

Videospiele sind meine Leidenschaft, besonders Elden Ring. Nebenbei studiere ich Journalismus und schaue gerne Serien....