Von Gaming bis Cosplay: Warum die Caggtus in Leipzig auch für Einsteiger die perfekte Messe mit echtem Community-Feeling ist.
Ein Wochenende voller Gaming, Streamer-Interaktionen und Cosplays ging nun leider zu Ende. Für alle, die die Caggtus in Leipzig verpasst haben: Hier kommen ein paar Highlights – und wer weiß, vielleicht überzeugen euch diese Zeilen ja, nächstes Jahr selbst vorbeizuschauen.
Messe-Angst? Nicht auf der Caggtus
Messen sind für viele vor allem eines: voll. Für mich als Neuling in diesem Bereich war genau das immer der Grund, warum ich mich bisher ferngehalten habe. Ich dachte immer an zu viele Menschen, zu große Hallen, zu viel gleichzeitig – und am Ende wahrscheinlich einfach nur Reizüberflutung. Die Vorstellung, von einer Ecke zur nächsten geschoben zu werden, ohne wirklich zu wissen, wo eigentlich was ist, hat mich eher abgeschreckt als neugierig gemacht. Zumindest bis zum vergangenen Wochenende.
Denn die Caggtus hat mich eines Besseren belehrt. Für alle, die (so wie ich) noch nie auf einer Gaming-Messe waren, ist sie der perfekte Einstieg. Überschaubar, nahbar und vor allem: unglaublich community-getrieben.
Warum die Creator:innen die Caggtus feiern
Und damit bin ich offenbar nicht allein. Auch bekannte Persönlichkeiten wie Baso, Milschbaum, TheJocraft und viele weitere waren vor Ort und zeigten sich begeistert. Besonders Milschbaum, für die die Caggtus in diesem Jahr die erste Teilnahme war, war sichtlich beeindruckt von der Resonanz auf ihr Meet & Greet. Sie freute sich sehr darüber, dass sich so viele Menschen die Zeit nahmen und erzählte, dass sie frühere Meet-&-Greets oft abgesagt habe – aus Sorge, es könnte „cringe“ werden, wenn sich niemand anstellt. Umso schöner sei es für sie gewesen, dass das Event nicht nur stattfand, sondern sogar rund 1,5 Stunden dauerte, weil Milschbaum bis zum Schluss jede Person in der Schlange noch persönlich drannehmen wollte.
TheJocraft war ebenfalls zum ersten Mal auf der Caggtus und zeigte sich begeistert vom besonderen Vibe der Messe:
Es ist ganz anders, als der Streaming-Alltag, weil man jetzt auch die Menschen, die man sonst nur als Namen im Chat sieht, im Real Life kennenlernt. Es ist einfach schön, denn es zeigt auch, dass alles nicht so distanziert ist und dass man einfach Mensch ist.
Baso, mit der ich ebenfalls auf der Messe sprechen durfte, war bereits zum vierten Mal auf der Caggtus und betonte, wie besonders sie das Event findet:
Ich war jedes Jahr bisher auf der Caggtus, seit es sie gibt. Für mich ist es hier so besonders, weil man hier so schön mit seiner Community connecten kann. Weil alles eben bisschen kleiner und gemütlicher ist. Nicht so voll und so laut. Es macht so viel Spaß, mal bisschen mit den Leuten quatschen zu können.
Kreativität ohne Grenzen
Die Vielfalt an Cosplays war dabei kaum zu übersehen. Über das gesamte Gelände hinweg begegnete man beeindruckend detailverliebten Kostümen – von Malenia aus Elden Ring bis hin zu zahlreichen Valorant-Agents wie Raze, Reyna, Killjoy, Deadlock oder Viper und Yoru. Man merkte sofort, wie viel Zeit, Kreativität und Leidenschaft in diesen Outfits steckte. Einige Besucher:innen gingen sogar noch einen Schritt weiter und tauchten in komplette Ganzkörperkostüme ein – darunter auch Furrys, die mit ihrer ganz eigenen Art eine besondere, fast schon magische Atmosphäre verbreiteten.
Doch nicht nur optisch hatte die Caggtus einiges zu bieten. In den verschiedensten Gaming-Areas konnte man neue Titel direkt anspielen. Vor allem Cozy- und Indie-Games luden dazu ein, entdeckt zu werden. Besonders spannend: Oft standen die Entwickler:innen direkt daneben und waren für Gespräche und Fragen offen. Für mich persönlich war ein weiteres Highlight, dass ich zum ersten Mal ein VR-Game ausprobieren konnte – und ich hätte nicht gedacht, wie viel Spaß das macht.
Neben all dem gab es zahlreiche Gewinnspiele, bei denen man mit etwas Glück Controller, Smartphones oder Monitore gewinnen konnte. Auch Goodies wurden an vielen Ständen kostenlos verteilt. Und wenn die Füße irgendwann doch schlapp machten, boten gemütliche Sitzbereiche sowie Food- und Getränkestände die perfekte Gelegenheit, neue Energie zu tanken. Retro-Gaming-Ecken mit Klassikern wie N64-Games sorgten zusätzlich für nostalgische Momente, während kreative Angebote wie Airbrush-Tattoos oder Crafting-Stationen für Abwechslung sorgten.
Live-Action von Quiz-Shows bis Diversity-Talks
Auf den Bühnen wurde ebenfalls einiges geboten: Täglich wechselnde Creator sorgten für Unterhaltung – sowohl für das Publikum vor Ort als auch für die Zuschauer im Twitch-Caggtus-Livestream. Wer wollte, konnte seine Lieblingsstreamer:innen aber auch ganz persönlich treffen, sei es bei Meet & Greets oder ganz zufällig beim Schlendern über die Messe. Parallel dazu gab es eine eigene LAN-Halle, in der Besucher:innen mit ihrem eigenen Setup gemeinsam zocken konnten – ein schöner Kontrast zur Messehalle, in der sich das bunte Rahmenprogramm abspielte.
Ein besonders eindrucksvoller Moment für mich war das Diversity-Meetup, geleitet von der Variety-Twitch-Streamerin LaLena. In einem ruhigeren Nebenraum der Messe kamen Interessierte zusammen, um mehr über LGBTQ+-Themen zu erfahren. LaLena sprach offen über ihre eigenen Erfahrungen als trans Person und betonte, wie wichtig gegenseitige Unterstützung und Sichtbarkeit sind: „Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen, dass wir uns Chancen geben.“ Ihr Engagement für mehr Präsenz und sichere Räume auf Plattformen wie Twitch war deutlich spürbar – und genauso auch die große Unterstützung aus der Community. Eine Atmosphäre, die nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Nachdenken angeregt hat.
Wildcard-Slots und erste IRL-Streams
Was die Caggtus ebenfalls besonders macht: Hier stehen nicht nur große Namen im Rampenlicht. Auch kleinere Streamer:innen bekommen bewusst Raum und Chancen. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten Wildcard-Slots, über die sich Creator bewerben konnten, um mit einem professionellen IRL-Streaming-Setup über die Messe zu gehen. So konnten unter anderem kairPARAvell und fabrikfehler diese Möglichkeit nutzen. Ausgestattet mit Technik von Nerdstar – inklusive Kamera, Selfie-Stick, Audio-Equipment und einem kompletten Streaming-Rucksack – erkundeten sie die Messe live gemeinsam mit ihrer Community.
Die Vorfreude vor ihrem ersten IRL-Stream war groß und im Nachhinein auch absolut berechtigt. Nach rund dreieinhalb Stunden über die Messe berichteten beide begeistert von ihrer Erfahrung: vom gemeinsamen Essen mit den Zuschauern, spannenden Gesprächen an den Ständen und spontanen Begegnungen mit anderen Streamer:innen. „Es hat super viel Spaß gemacht und wir können uns auf jeden Fall vorstellen, öfter IRL-Streams zu machen“, erzählten sie mir im Gespräch mit einem Strahlen in den Augen, das mehr sagte als tausend Worte.
Genau solche Momente machen Veranstaltungen wie die Caggtus so besonders: wenn aus einem Stream plötzlich echte Begegnung wird und aus einer Messe ein Ort, an dem Gemeinschaft spürbar wird.
Für mich hat die Caggtus meine Erwartungen komplett auf den Kopf gestellt. Statt Reizüberflutung gab es Inspiration, statt Unsicherheit echte Begeisterung. Und vielleicht sieht man sich ja nächstes Jahr dort?