Polnischer YouTuber heizt sein Haus mit Donuts, weil die günstiger sind als Holzpellets

Was der Pole hier ausprobiert hat, klingt gleichermaßen gefährlich, lecker und brandgefährlich.

Pole Heizt Mit Donuts
Mit etwas Glück riecht es sogar die ganze Zeit nach frischen Backwaren... | © AdBuster / YouTuber

Steigende Energiepreise bringen Menschen immer wieder auf ungewöhnliche Ideen. In Polen hat nun ein YouTuber für Aufmerksamkeit gesorgt, nachdem er herausfinden wollte, ob sich stark reduzierte Donuts tatsächlich als Heizmaterial eignen.

Die Simpsons als Vorbild?

Es gibt wohl nichts mehr, was noch auf der Welt passieren könnte, was nicht schon genau so oder so ähnlich bei den Simpsons passiert ist – auch ganz abseits von irgendwelchen Verschwörungstheorien, dass Matt Groening Teil einer die Welt kontrollierenden Elite wäre oder Epstein Island in seiner Cartoonshow angekündigt hätte.

Aber wer weiß, vielleicht haben die Produzenten Amerikas gelbster Lieblingsfamilie ja hin und wieder doch Vorankündigungen in den Episoden rund um Homer und Co versteckt – etwa einen Tipp, wie man kostengünstig heizen kann.

Kennt ihr etwa die Szene, in der Homer einen Kurs besucht, in welchem der Dozent einen Donut über einen Bunsenbrenner hält, um zu verdeutlichen, wie viele Kalorien dieser hätte und die blaue Flamme angeblich davon zeugt, dass es sich um einen besonders köstlichen Schmalzringel handeln würde? Gut möglich, dass ein YouTuber genau davon auf eine Idee gebracht wurde.

Donuts als Heizstoff

Der Pole Mark Hoffmann, der im Internet als AdBuster bekannt ist, bemerkte, dass sich rund um den traditionellen polnischen Feiertag "Fetter Donnerstag" Supermärkte mit ihren Preisen bis weit unter die eigene Schmerzgrenze unterbieten und dass Donuts dort pro Stück umgerechnet nur noch 0,0024 Cent kosten würden – statt sich daran aber maßlos satt zu fressen, fiel ihm etwas praktischeres ein: Denn Dank des hohen Fettgehalts der Donuts liegt deren Energiegehalt mit etwa 18 Megajoule pro Kilogramm gleichauf mit gewöhnlichen Holzpellets, die zum Heizen genutzt werden, sind aber deutlich billiger.

Für sein Experiment kaufte der YouTuber mehr als 130 Donuts zu einem stark reduzierten Preis. Insgesamt kam er auf etwa zehn Kilogramm Gebäck – günstiger als eine vergleichbare Menge Holzpellets.

Die Donuts wurden anschließend in einem kleinen gusseisernen Ofen verbrannt. Laut Hoffmann brannten sie über mehrere Stunden hinweg konstant weiter. Während des Versuchs beobachtete er, dass das austretende Fett ähnlich wie Brennstoff wirkte und die Verbrennung zusätzlich antrieb.

Nach eigenen Angaben hielt die Wärmeentwicklung länger an als bei einer vergleichbaren Menge Pellets. Das Experiment zeigte damit zumindest theoretisch, dass stark fetthaltige Lebensmittel einen überraschend hohen energetischen Nutzen besitzen können.

Mehr Experiment als Lösung

Der YouTuber betonte jedoch selbst, dass sein Versuch nicht als ernsthafte Heizempfehlung gedacht sei. Neben praktischen Problemen – etwa Rauchentwicklung oder Geruch – stelle sich auch eine ethische Frage: Lebensmittel zu verbrennen, während sie eigentlich zum Verzehr bestimmt sind, sei kaum eine nachhaltige Lösung.

Dennoch verweist das Experiment auf ein reales Problem. In Zeiten hoher Heizkosten suchen viele Haushalte nach alternativen Energiequellen. In einigen Regionen Osteuropas greifen Menschen bereits zu ungewöhnlichen Brennstoffen wie Getreide oder landwirtschaftlichen Reststoffen.

Das Donut-Experiment bleibt daher vor allem eines: ein spektakulärer Hinweis darauf, wie viel Energie selbst in alltäglichen Lebensmitteln steckt – und wie kreativ Menschen werden, wenn Energie teuer wird.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....