Twitch will Streamer durch KI ersetzen? Gronkh schlägt Alarm

Gronkh warnt vor Twitchs KI-Plan: Werden echte Streamer am Ende ihre eigene Konkurrenz trainieren?

Gronkh Minecraft
Streamer auf Twitch fanden diese Neuerung schrecklich! © Gronkh

Diese Nachricht hat viele Twitch-Streamer völlig unerwartet getroffen. Besonders für Ärger sorgt dabei die Tatsache, dass sie nicht einmal darüber informiert wurden. Doch worum geht es eigentlich genau?

Twitch will die Inhalte seiner Streamer für das Training generativer KI nutzen. Für Creator klingt das zunächst nach einer weiteren technischen Neuerung. Doch dahinter steckt eine weitaus größere Frage: Was passiert, wenn eine Plattform nicht nur von ihren Streamern profitiert, sondern mit deren Inhalten irgendwann künstliche Konkurrenz erschaffen kann?

Genau dieser Gedanke sorgt derzeit für Unruhe. Gronkh selbst denkt dabei bereits einen Schritt weiter. Was, wenn die Streams nicht nur dazu dienen, KI-Modelle besser zu machen, sondern irgendwann dabei helfen, künstliche Streamer zu erschaffen? „Mein erster Gedanke ist, dass ich quasi jetzt meinen Stream gebe – mich selber, mein Gesicht, meine Jokes, wie ich rede, meine Stimme – und damit wird eine KI angelernt, die mir dann später Konkurrenz macht“, erklärt er. Seine Konsequenz daraus ist eindeutig: „Ja, f*** you. Mach ich nicht. Das mach ich nicht.

Twitch will mit den Streams seiner Creator KI trainieren

Twitch hat eine Einstellung eingeführt, über die Streamer festlegen können, ob ihre Inhalte für das Training generativer KI verwendet werden dürfen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Videos. Laut Twitch können unter anderem Streams, VODs, Chat-Inhalte sowie Bilder und Texte eines Kanals für das Training zukünftiger Amazon-KI-Modelle verwendet werden.

Diese Modelle könnten wiederum Inhalte in verschiedenen Formaten erzeugen – darunter Text, Bilder, Audio und Video. Genau dieser Punkt macht die Angelegenheit für Streamer interessant. Denn wer jahrelang vor einer Kamera sitzt, liefert nicht einfach nur Videomaterial. Er liefert seine Persönlichkeit.

Denn was macht einen Creator für seine Zuschauer interessant? Nicht allein das Spiel, das gerade gespielt wird. Es sind die Kommentare, die Reaktionen, die Stimme, der Humor und die ganz eigene Art, mit Situationen umzugehen. Eine KI kann daraus lernen, wie Menschen sprechen, reagieren und Unterhaltung erzeugen. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie anschließend eine bestimmte Person perfekt kopieren kann.

Aber die Entwicklung wirft eine Frage auf, die vor wenigen Jahren noch wie Science-Fiction geklungen hätte. Könnte eine KI irgendwann selbst zum Streamer werden?

Warum sollte Twitch überhaupt künstliche Streamer brauchen?

Dafür müsste Twitch nicht einmal unbedingt einen berühmten Creator kopieren. Stell dir stattdessen einen komplett künstlichen Streamer vor. Eine virtuelle Figur sitzt rund um die Uhr vor der Kamera, spielt Spiele, kommentiert das Geschehen, beantwortet Fragen aus dem Chat und reagiert auf Zuschauer. Sie braucht keinen Schlaf. Sie wird nicht krank. Sie nimmt keinen Urlaub. Und theoretisch könnte sie gleichzeitig auf mehreren Kanälen aktiv sein. Für eine Plattform wäre das natürlich interessant.

Denn ein menschlicher Creator ist ein eigenständiges Unternehmen. Er entscheidet selbst, wann er streamt, welche Deals er annimmt und wo er seine Inhalte veröffentlicht. Ein künstlicher Streamer könnte dagegen vollständig von der Plattform kontrolliert werden. Und genau hier wird aus einer technischen Spielerei plötzlich ein Geschäftsmodell.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Twitch aktuell plant, seine Creator durch KI zu ersetzen. Dafür gibt es keinen Beleg. Aber die technische Entwicklung macht das Szenario zumindest denkbar.

Twitchs Chief Product Officer Mike Minton sorgte dabei mit einer ungewöhnlich direkten Erklärung für Aufsehen. Auf die Frage, warum man sich nicht für ein Opt-in-Modell entschieden habe, soll er sinngemäß erklärt haben: Wenn es freiwillig wäre, würde niemand zustimmen. Genau diese Aussage hat die Kritik an Twitch weiter angeheizt.

In den Twitch-Einstellungen von Affiliate und Partner-Streamern ist seit dem letzten Update, der Haken automatisch gesetzt, dass man den Inhalt und die Streams für KI-Zwecke nutzen darf. Wer das nicht möchte. muss aktiv den Haken ausmachen und gut darauf achten, dass diese Änderung auch wirklich gespeichert wurde.

Was sagt ihr zu dem Ganzen? Schreibt es uns in die Kommentare.

Michelle Baier

Michelle lebt für Gaming, Streamer, digitale Trends und alles, was die moderne Popkultur und Kreativwelt bewegt....