Hänno spricht offen über seine Haltung zum Gendern und erklärt, warum er damit ein Zeichen der Solidarität setzen möchte.
HandOfBlood alias Hänno ist für seine Gaming-Videos, Streams und seinen oft sehr direkten Humor bekannt. Doch der Content-Creator äußert sich immer wieder auch zu gesellschaftlichen Themen. Dazu gehört seine Haltung zum Gendern. Bereits 2023 erklärte Hänno öffentlich, warum er bewusst gendergerechte Sprache verwendet – und weshalb er damit vor allem ein Zeichen der Solidarität setzen möchte.
HandOfBlood: „Ich gendere aus Solidarität“
Auslöser für seine Erklärung war ein Video, in dem HandOfBlood gendergerechte Sprache verwendete. Nachdem der Clip in den allgemeinen YouTube-Trends gelandet war, wurde auch ein Publikum auf das Video aufmerksam, das offenbar nicht zu seiner üblichen Community gehörte. In den Kommentaren bekam der Streamer daraufhin viel Kritik für seine Art zu sprechen. Laut Hänno gingen einige Reaktionen sogar so weit, dass ihm der Tod gewünscht und behauptet wurde, er werde vom Staat finanziert.
Max nahm die Kritik zum Anlass, seine Haltung genauer zu erklären. Für ihn ist Gendern nicht einfach eine Frage persönlicher Sprachvorlieben. Vielmehr möchte er damit Menschen unterstützen, die sich nicht mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. „Indem ich gender, positioniere ich mich solidarisch zu diesen Menschen“, erklärte der Streamer damals.
Hänno möchte mit seiner Sprache ein Zeichen setzen
Für HandOfBlood hat Sprache eine gesellschaftliche Bedeutung. Er argumentierte, dass gendergerechte Sprache dazu beitragen könne, dass Menschen offener über Geschlechterrollen nachdenken.
Dabei geht es ihm nach eigener Aussage insbesondere um Anerkennung. Wer sprachlich nicht ausreichend repräsentiert werde, verliere auch an Bedeutung, so seine Argumentation. Mit dem Gendern wolle er deshalb seinen eigenen Beitrag dazu leisten, Sprache neutraler zu gestalten. Für Max ist das eine bewusste Entscheidung. Er möchte mit seiner Sprache zeigen, dass er Menschen unterstützt, die aufgrund ihrer Geschlechtsidentität Diskriminierung erfahren.
Persönliche Erfahrungen spielen für ihn eine Rolle
Seine Haltung begründet der Streamer auch mit seinem persönlichen Umfeld. Hänno erklärte, dass er Menschen als Freunde habe, die sich nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren. Er beschreibt deren Situation als einen oftmals schwierigen Prozess. Betroffene müssten sich nicht nur mit sich selbst auseinandersetzen, sondern könnten gleichzeitig mit Vorurteilen und Ablehnung aus ihrem Umfeld konfrontiert werden. Für den Content-Creator ist genau das ein Grund, warum er sich mit diesen Menschen solidarisieren möchte.
Gendern ist für ihn deshalb mehr als eine sprachliche Gewohnheit. Es ist eine Möglichkeit, seine persönliche Haltung nach außen zu tragen und Menschen zu unterstützen, die seiner Ansicht nach gesellschaftlich noch immer mit Diskriminierung zu kämpfen haben.
„Sprachwandel existierte schon immer“
Gleichzeitig räumte Hänno ein, dass Veränderungen in der Sprache zunächst ungewohnt sein können. Auch ihm selbst falle der Umgang mit neuen Wörtern und Formulierungen manchmal schwer und könne ihn stellenweise überfordern. Seiner Meinung nach werde es jedoch mit der Zeit einfacher, wenn man neue Begriffe regelmäßig verwendet. Deshalb sieht er Gendern auch als Teil eines allgemeinen Sprachwandels. Sprache habe sich schließlich schon immer verändert.
Damit richtet sich seine Aussage auch an diejenigen, die sich mit gendergerechter Sprache zunächst schwertun. Er fordert nicht, dass jeder seine persönliche Haltung übernehmen muss. Vielmehr bittet er darum, seine eigene Entscheidung zu respektieren: „Niemand zwingt euch, das zu tun“
Besonders deutlich wurde Hänno bei seinem Nachtrag zu seiner Erklärung. Er betonte, dass er bislang noch nie erlebt habe, dass jemand zum Gendern gezwungen oder deswegen beleidigt beziehungsweise belästigt worden sei. Gleichzeitig erlebe er selbst seit seiner Entscheidung zum Gendern entsprechende Reaktionen. Seine Botschaft an seine Kritiker war deshalb klar: Niemand müsse selbst gendern – seine persönliche Überzeugung solle aber ebenfalls respektiert werden.
Was sagst du zu dem Ganzen? Genderst du auch? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.
