Streamer Zarbex spricht in seinem Stream offen über eine besonders schwierige Phase seiner Jugend.
Mit diesen Aussagen hat der Twitch-Streamer Zarbex, bürgerlich Maik, wohl den ein oder anderen Zuschauer geschockt: Er sprach über eine dunkle Zeit in seinem Leben, die ihn (bis heute) geprägt hat. Doch was genau ist passiert?
Ausbildung wurde zur Belastung
Als Teenager habe er sich psychisch immer schlechter gefühlt, sich zu Hause eingeigelt und kaum noch mit anderen Menschen gesprochen. Heute blickt er auf diese Zeit zurück und erklärt, warum der Abbruch seiner Ausbildung für ihn eine entscheidende Wende gewesen sei.
Zarbex erzählt, dass er etwa 15 bis 17 Jahre alt gewesen sei, als es ihm besonders schlecht ging. Zuvor habe er bereits die Schule gewechselt, weil er dort große Probleme gehabt habe. Während dieser Zeit habe er sich zunehmend zurückgezogen und viel League of Legends gespielt. Gleichzeitig habe sich sein psychischer Zustand immer weiter verschlechtert. „Ich hab mich so eingeigelt zu Hause“, erinnert sich der Streamer. Seine Mutter habe damals regelmäßig wegen ihm geweint. Er selbst habe immer mehr abgebaut, an Gewicht zugenommen und sei zunehmend depressiver geworden. Schließlich habe er sich nach eigener Aussage „wie ein Roboter“ gefühlt.
Besonders belastend sei für ihn seine damalige Ausbildung in einer Anwaltskanzlei gewesen. Jeden Tag habe er geweint und bereits vor dem Betreten der Kanzlei Angst gehabt. Auch körperlich habe sich seine psychische Belastung bemerkbar gemacht. Zarbex berichtet, dass er zu dieser Zeit sogar Blut im Stuhl gehabt habe und regelmäßig mit starken Bauchschmerzen zur Arbeit gegangen sei.
Dabei betont der Streamer ausdrücklich, dass er damals keine konkreten Suizidgedanken oder Pläne gehabt habe. Trotzdem sei er an einem Punkt gewesen, an dem er sich gefragt habe, was passieren würde, wenn sein Leben einfach enden würde. Er habe in diesem Alter bereits das Gefühl gehabt, sein Leben sei völlig ausweglos.
„Ich bin 16 Jahre alt und bin jetzt schon so am A*****“, beschreibt Zarbex seine damaligen Gedanken. Er habe sich gefragt, wie er eine solche Situation noch jahrzehntelang aushalten solle. Eine Perspektive habe er zu diesem Zeitpunkt nicht gesehen.
Seine Mutter zog die Notbremse
Die entscheidende Veränderung kam schließlich durch seine Mutter. Sie habe erkannt, dass es so nicht weitergehen könne, und ihrem Sohn nahegelegt, die Ausbildung abzubrechen. Obwohl Zarbex seine Eltern nicht enttäuschen und die Ausbildung eigentlich durchziehen wollte, habe er schließlich aufgehört.
Danach habe er zunächst einige Monate nichts gemacht und auch viel getrunken. Trotzdem sei diese Phase für ihn besser gewesen als die Zeit in der Kanzlei. Anschließend machte Zarbex seine Fachhochschulreife und absolvierte eine schulische Ausbildung zum gestaltungstechnischen Assistenten. Später wechselte er zum Fernsehen und machte eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton.
Von dort aus führte sein Weg schließlich ins Streaming. Rückblickend bezeichnet er den Moment, in dem seine Mutter eingegriffen habe, als entscheidende Rettung: Sie habe ihm geholfen, aus einer Situation herauszukommen, die ihn psychisch immer weiter zerstört habe.
Zarbex richtet wichtige Worte an seine Community
Heute gehe es ihm sehr gut, erklärt Maik. Natürlich gebe es weiterhin Tage, an denen es ihm schlecht gehe. Trotzdem könne er mittlerweile auf seine schwierige Vergangenheit zurückblicken und daraus eine wichtige Botschaft für seine Community ableiten.
Er richtet sich insbesondere an Menschen, die selbst das Gefühl haben, in einer unglücklichen Lebenssituation festzustecken. Dabei müsse eine Veränderung nicht immer sofort etwas Großes sein. Ein neuer Job, ein anderer Verein, neue Freunde oder ein neues Hobby könnten bereits erste Schritte sein. Selbst kleine Dinge wie kurz nach draußen zu gehen und etwas anderes zu sehen, könnten helfen, aus der eigenen Situation herauszukommen.
Gleichzeitig betont Zarbex, dass es nicht für jeden Menschen so einfach sei, sich „zusammenzureißen“. Gerade bei schweren psychischen Problemen könne selbst das Aufstehen, Duschen, Einkaufen oder Erledigen des Haushalts zu einer scheinbar unüberwindbaren Aufgabe werden.
Menschen in einer solchen Situation dafür zu verurteilen, dass sie sich nicht einfach „raffen“, hält Zarbex deshalb für falsch. Manche Menschen hätten schlicht nicht die Kraft, aus eigener Stärke den ersten Schritt zu machen. Seine zentrale Botschaft bleibt dennoch: Wenn es im eigenen Leben etwas gibt, das einen dauerhaft belastet und das man verändern kann, sollte man versuchen, etwas zu verändern. „Man ist nie zu alt, um noch was zu ändern“, macht Maik seiner Community Mut.
Hilfe bei Suizidgedanken
Wenn du selbst gerade das Gefühl hast, nicht mehr weiterzuwissen, oder Suizidgedanken hast, musst du damit nicht alleine bleiben. In akuten Situationen kannst du jederzeit den Notruf 112 wählen oder dich direkt in die nächste psychiatrische Notaufnahme begeben. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 erreichbar. Auch online gibt es unter telefonseelsorge.de weitere Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen.
Wenn du das Gefühl hast, dass jemand in deinem Umfeld gefährdet sein könnte, nimm die Situation ernst, bleib möglichst bei der Person und hole professionelle Unterstützung.
