"Mit den Sportklamotten sieht sie aus wie eine N*tte!": Warum Milschbaum für ihre Kleidung angegriffen wird

Wie konnte ein so harmloses Thema nur so unnötig aufgebauscht werden?

Milschbaum
Dieses Jahr im November wird Milschbaum 10 Jahre auf Twitch feiern © Milschbaum

Man könnte meinen, es sei wirklich kein Thema, über das man sich nicht groß aufregen kann. Doch es ist das Internet. Natürlich finden sich dort immer wieder Leute, die sich über Dinge aufregen, die sie nichts angehen und die wirklich "nicht so deep" sind. Bestes Beispiel gerade wieder: Die Gym-Kleidung von Streamerin Milschbaum.

Wenn Alltagscontent plötzlich Kritik auslöst

Wir kennen sie unter ihrem Künstlernamen Milschbaum, bürgerlich heißt sie Sonja Zahn, und sie gehört seit Jahren zu den bekanntesten weiblichen Streamerinnen auf Twitch. Ihr Content besteht aus IRL-, Just-Chatting- und Gaming-Formaten. Ob im Café, auf dem Flohmarkt oder im Wanderurlaub – Milschbaum nimmt ihre Zuschauerinnen und Zuschauer so oft es geht mit und bewegt sich dabei nicht nur im klassischen Gaming-Streaming. Abwechslung wird bei ihr großgeschrieben, und genau das kommt auch gut an.

Auch in den sozialen Medien spricht sie offen mit ihrer Community über vieles, lässt ihre Follower an ihrem Alltag teilhaben und teilt Veränderungen in ihrem Leben. Sei es, wenn sie wieder aktiver im Gym ist oder sich neue Sportkleidung zulegt – genau das fanden jetzt einige Nutzer im Internet wieder problematisch.

Aber was ist eigentlich das Problem solcher Menschen?


Wenn eigene Unzufriedenheit laut wird

Im Grunde kann das niemand so genau sagen. Oft wirkt es jedoch so, als würde hier vor allem eigene Unzufriedenheit eine Rolle spielen, die manche dazu bringt, in die Tasten zu hauen. Ich meine: Stellt euch vor, Milschbaum überwindet ihren inneren Schweinehund, macht regelmäßig Sport, gönnt sich neue Gym-Kleidung – und wird dann daran erinnert, dass man selbst vielleicht schon länger nicht mehr im Fitnessstudio war oder sich selbst ein bisschen mehr um Sport und Ernährung kümmern könnte.

Statt vor der eigenen Haustür zu kehren, ist es für einige offenbar einfacher, sich hinter einem anonymen Namen zu verstecken. Manche gehen dabei allerdings nicht einmal diesen Schritt konsequent und nutzen ihren echten Namen oder ein öffentliches Profil.

Von Kommentaren wie "Waren Milschbaums Arme auch schon mal im Gym?" bis hin zu "Mit diesen Sportklamotten sieht sie aus wie eine N*tte!", sammeln sich unter dem Instagram-Video, welches sie zu dem Thema gepostet hat. Aber Sonja, wäre nicht Sonja, wenn sie nicht so smart wäre und diese Männer und ihre Hass-Kommentare wieder in ein neues Video packt und sie damit öffentlich auffliegen lässt! Genial meiner Meinung nach.

@milschbaum

Was koennte ich mit meinen Blicken wohl ausdruecken wollen? #gymoutfit #hater #blicke

Mozart/Requiem "Lacrimosa"(1394506) - Mint

Einfach auch mal nett zueinander sein

Was sagt ihr zu dem Thema? Würde ein Mann im Fitnessstudio eine kurze Hose oder ein Tanktop tragen, würde das vermutlich kaum jemanden interessieren. Bei Frauen sieht das oft anders aus – als würden bei manchen sofort die Mistgabeln und Fackeln rausgeholt werden, sobald es um ihre Kleidung geht. Gott bewahre, dann wird wieder hitzig diskutiert, als wäre es ein großes Problem.

Dabei ist die eigentliche Frage eigentlich ganz simpel: Warum überhaupt darüber aufregen? Vielleicht wäre es manchmal einfach angebracht, Menschen die Freiheit zu lassen, sich so zu kleiden, wie sie sich wohlfühlen – solange es niemandem schadet. Es tut schließlich keinem weh.

Schreibt uns gerne eure Meinung in die Kommentare.


Michelle Baier

Michelle lebt für Gaming, Streamer, digitale Trends und alles, was die moderne Popkultur und Kreativwelt bewegt....