Anyone’s Legends BLG-Fluch ist tatsächlich gebrochen.
Anyone’s Legend hat den perfekten Zeitpunkt gefunden, um den eigenen BLG-Fluch zu brechen. Nach sechs verlorenen Serien gegen Bilibili Gaming im Jahr 2026 gewann AL ausgerechnet das LPL Grand Final mit 3:1. Damit ist Anyone’s Legend neuer LPL-Champion und fährt als erster chinesischer Seed zu den Worlds 2026.
AL gewinnt, wenn es am meisten zählt
Vor dem Finale sprach vieles für Bilibili Gaming. BLG hatte AL im Laufe des Jahres immer wieder geschlagen und ging als das Team in die Serie, das den direkten Vergleich klar dominierte. Doch im wichtigsten Match des Jahres drehte Anyone’s Legend die Story komplett.
Das macht den Titel so stark. AL gewann nicht einfach ein Finale gegen irgendeinen Gegner, sondern gegen das Team, das ihnen 2026 fast durchgehend im Weg stand. Anyone’s Legend hatte zuvor sechs Serien in Folge gegen BLG verloren, bevor der 3:1-Sieg im LPL-Finale den Fluch beendete.
Für die Organisation ist es der zweite Titel nach Split 2 im Jahr 2025. Noch wichtiger ist aber der Kontext. 2026 war für AL nicht durchgehend sauber. Nach dem Abgang von Wong „Tabe“ Pak Kan blieb das Team zunächst hinter den Erwartungen zurück und landete in den ersten beiden Splits jeweils auf Platz vier. Erst zum richtigen Zeitpunkt fand das Roster wieder seine beste Form.
A LEGEND CROWNED.
— LPL (@lplenglish) September 13, 2026
Congratulations to Anyone's Legend, your 2026 LPL Champions, and Tarzan, your Finals MVP!#LPL pic.twitter.com/pgxcSYBtW1
Tarzan und Hope liefern im größten Moment
Der Finalsieg war keine One-Man-Show, aber zwei Spieler stechen besonders heraus. Lee „Tarzan“ Seung-yong lieferte im Jungle eine der wichtigsten Serien seiner AL-Zeit. Gegen Peng „Xun“ Li-Xun, normalerweise einer der stabilsten Jungler der LPL, wirkte Tarzan klar überlegen und gab AL genau die Kontrolle, die sie gegen BLG brauchten.
Auch Wang „Hope“ Jie hatte seinen Moment. In Game 4 beendete er die Serie mit einem Pentakill auf Miss Fortune und einer 13/0/5-Performance. Genau solche Spiele verändern, wie ein Team vor den Worlds wahrgenommen wird. AL reist nun nicht nur als solider LPL-Vertreter an, sondern als Champion, der im Finale mehrere individuelle Matchups gegen BLG gewinnen konnte.
Chen „Breathe“ Chen verdient ebenfalls Erwähnung. Seine Verpflichtung brachte neues Leben in das Team, nachdem AL zuvor nicht konstant an die Erwartungen herangekommen war. In einem Roster, das schon 2025 Potenzial gezeigt hatte, scheint Breathe genau das fehlende Stück gewesen zu sein.
BLG bleibt gefährlich – aber verliert Seed 1
Für BLG ist die Niederlage bitter, aber nicht zerstörerisch. Das Team fährt weiterhin zu den Worlds und wird dort als zweiter LPL-Seed antreten. Trotzdem verändert das Finale die Ausgangslage. BLG hatte zuvor das direkte Duell gegen AL dominiert und beide vorherigen Splits gewonnen. Jetzt verliert ausgerechnet dieses Team das wichtigste chinesische Finale des Jahres.
Das ist für die Worlds relevant. Seed 1 bedeutet nicht automatisch einen leichteren Run, aber es verändert Wahrnehmung und Momentum. AL reist mit dem Gefühl an, endlich die größte nationale Hürde genommen zu haben. BLG reist mit der Frage an, ob es im entscheidenden Moment wieder an der letzten Serie scheitert.
Der LPL-Kampf ist noch nicht vorbei
Während AL und BLG bereits für die Worlds gesetzt sind, geht der Kampf um Chinas restliche Plätze weiter. Die LPL entscheidet ihre letzten Seeds über Championship Points und Regional Finals. Top Esports und Invictus Gaming spielen um den dritten Worlds-Spot, während Team WE und JD Gaming um die Chance kämpfen, später den vierten und letzten chinesischen Vertreter auszuspielen.
Wichtig: Anders als im Vorjahr sollen alle vier LPL-Teams direkt in die Swiss Stage starten. Damit wird China am 23. Oktober mit allen Vertretern im Main Event vertreten sein.
Für Anyone’s Legend ist der Titel deshalb mehr als nur ein nationaler Triumph. AL hat BLG geschlagen, Seed 1 gesichert und die eigene Worlds-Story komplett neu geschrieben. Jetzt muss das Team beweisen, dass dieser Sieg kein einmaliger Peak war. Denn genau das wird die große Frage bleiben: War das der perfekte Tag gegen BLG – oder der Moment, in dem Anyone’s Legend endgültig zu einem echten internationalen Titelkandidaten wurde?