Dplus KIA gewinnt den EWC 2026 nach einem 3:0 gegen Karmine Corp.
Dplus KIA ist League of Legends-Champion des Esports World Cup 2026. Im Grand Final in Paris ließ das koreanische Team Karmine Corp keine Chance und gewann die Serie klar mit 3:0. Für DK ist es der erste internationale Titel seit dem Worlds-Sieg 2020 – und für Europa endet erneut ein vielversprechender Run in einem bitteren Finale.
Dplus KIA spielt sein sauberstes Turnier seit Jahren
Vor dem Turnier war Dplus KIA nicht unbedingt der naheliegendste Favorit. Die Organisation steckt aktuell in einer schwierigen Phase, befindet sich in einem Verkaufsprozess und musste zuletzt sogar Berichte über verzögerte Gehaltszahlungen bestätigen. Auf dem Rift war davon in Paris aber nichts zu sehen.
DK spielte beim EWC mit einer Klarheit, die man von der Organisation lange nicht mehr gesehen hatte. Der Weg zum Titel war dabei alles andere als einfach: Dplus KIA schlug auf dem Weg ins Finale unter anderem G2 Esports, Bilibili Gaming und Gen.G, bevor im Endspiel auch Karmine Corp deutlich besiegt wurde. Das war kein glücklicher Run durch ein leichtes Bracket, sondern ein Statement gegen mehrere große Namen.
Besonders Heo „ShowMaker“ Su stand dabei im Mittelpunkt. Der ehemalige Weltmeister erinnerte phasenweise an die Zeit, in der DAMWON Gaming den internationalen League-of-Legends-Thron dominierte. Für ShowMaker ist dieser Titel auch persönlich enorm wichtig: Es ist sein erster großer Pokal seit LCK Summer 2021 und ein Moment, der DK-Fans nach schwierigen Jahren wieder an alte Zeiten erinnert.
Karmine Corp findet im Finale keine Antwort
Für Karmine Corp war dieses Finale trotzdem ein riesiger Schritt. Nach einem enttäuschenden MSI, bei dem das Team schon in der Play-in-Phase scheiterte, spielte KC in Paris ein deutlich stärkeres Turnier. Der Sieg gegen Anyone’s Legend im Viertelfinale war wichtig, der Erfolg gegen T1 im Halbfinale sogar ein echtes Statement. Vor heimischem Publikum wirkte plötzlich vieles möglich.
Doch im Finale war DK eine Nummer zu groß. Karmine Corp kam kaum in die Serie, fand nur selten Kontrolle über die Map und wurde in allen drei Spielen früh unter Druck gesetzt. Dplus KIA war besser vorbereitet, spielte die Drafts sauberer aus und bestrafte nahezu jeden Fehler. Was im Halbfinale gegen T1 noch wie ein emotionaler Durchbruch wirkte, reichte gegen DK nicht einmal für ein enges Spiel.
Caliste „Caliste“ Henry-Hennebert fasste die Stimmung nach der Serie entsprechend ehrlich zusammen. Direkt nach dem 0:3 überwog bei ihm die Enttäuschung, vor allem weil KC vor den eigenen Fans kein einziges Spiel gewinnen konnte. Gleichzeitig bleibt der Gesamtauftritt des Teams wertvoll. Karmine Corp hat beim EWC gezeigt, dass es international konkurrenzfähig sein kann – nur eben noch nicht gegen ein DK in dieser Form.
Europas nächstes bitteres Finale
Für Europa ist das Ergebnis schwer einzuordnen. Einerseits steht mit Karmine Corp erneut ein europäisches Team in einem internationalen Finale. Nach G2 Esports im First Stand 2026 ist das bereits das zweite internationale Endspiel des Jahres für die Region. Andererseits endet auch dieses Finale mit einer deutlichen Niederlage.
Das alte Problem bleibt also bestehen: Europa kommt wieder näher an die Spitze heran, aber der letzte Schritt fehlt weiterhin. KC kann trotzdem mit Selbstvertrauen in den LEC Summer Split gehen. Das Team hat G2 international überstrahlt, T1 geschlagen und vor heimischem Publikum bewiesen, dass es mehr ist als nur eine laute Fanbase. Gerade mit Blick auf die Summer Playoffs in Frankreich könnte dieser Run noch wichtig werden.
Ein Titel mit Signalwirkung für DK
Für Dplus KIA kommt der EWC-Titel zu einem fast perfekten Zeitpunkt. Sportlich erinnert der Triumph an die alte DAMWON-Identität: saubere Makro-Entscheidungen, starke Einzelspieler, klare Teamfights und kaum Panikmomente. Wirtschaftlich dürfte der Erfolg ebenfalls wichtig sein. Ein internationaler Titel, noch dazu gegen Teams wie BLG, Gen.G und KC, macht die Organisation für potenzielle Investoren sicher nicht unattraktiver.
Natürlich ist der Esports World Cup nicht dasselbe wie die Worlds oder der MSI. Historisch wird dieser Titel anders bewertet werden. Trotzdem zählt der Run. DK hat nicht nur ein Showturnier gewonnen, sondern ein stark besetztes Event dominiert und dabei einige der größten Namen der Szene geschlagen.
Am Ende ist dieser EWC vor allem eine Erinnerung daran, dass Dplus KIA noch nicht verschwunden ist. Die Organisation mag sich im Umbruch befinden, aber auf der Bühne in Paris sah DK wieder wie ein Team aus, das Titel gewinnen kann. Für Karmine Corp bleiben Schmerz, aber auch Fortschritt. Für Dplus KIA bleibt der Pokal – und vielleicht der Beginn eines neuen Kapitels.