Nicht mehr lange bis zum nächsten League of Legends-Patch.
League of Legends Patch 26.15 wird kein riesiger Umbruch, aber ein wichtiger Balance-Patch zum Start von Season 3. Laut Matthew „Phroxzon“ Leung-Harrison, Lead Gameplay Designer für League of Legends, liegt der Fokus vor allem auf Bel’Veth, einigen auffälligen Champions und mehreren Systemen rund um Fighter-Items. Der Patch soll am 29. Juli erscheinen und kommt damit direkt nach dem Esports World Cup und vor dem nächsten großen Abschnitt der Saison.
Bel’Veth soll stärker zur Late-Game-Fantasie passen
Die wichtigste Änderung betrifft Bel’Veth. Riot will ihren frühen Spielverlauf abschwächen und dafür stärker herausarbeiten, was viele Spieler eigentlich an ihr mögen: die Idee eines skalierenden Void-Monsters, das im späteren Spiel immer bedrohlicher wird.
Phroxzon erklärt, dass Bel’Veths frühe Level aktuell sehr high-skill-skewed sind. Vor allem ihr Q kann in frühen Invades bestimmte Jungler extrem hart bestrafen. Wenn Bel’Veth dort zu stark ist, muss Riot sie historisch immer wieder nerfen, wodurch andere Teile ihres Kits und ihre eigentliche Champion-Fantasie leiden.
Patch 26.15 verschiebt deshalb Power. Ihre frühen Basiswerte werden getroffen, und ihr Q soll am Anfang eher wie eine normale Dueling-Ability funktionieren. Gleichzeitig bekommt sie eine große Fantasy-Änderung: Auf Level 16 soll ihre empowered Form unendlich lange halten. Das ist ein klarer Versuch, Bel’Veth weniger über frühe Invade-Dominanz und mehr über ihr Late-Game-Versprechen zu definieren.
Sundered Sky und Fighter-Items werden angepasst
Ein zweiter großer Punkt sind Fighter-Items. Sundered Sky steht laut Phroxzon schon länger im Zentrum der High-Level-Meta und hat offenbar zu viel Einfluss darauf, welche Jungler und Bruiser spielbar sind. Riot sieht das Item als einen Grund dafür, dass AP-Jungler oder Tank-Jungler weniger Raum bekommen, als sie eigentlich haben sollten.
Das ist ein wichtiger Meta-Hinweis. Wenn ein einzelnes Fighter-Item zu viel Sicherheit, Heilung oder Teamfight-Wert bietet, wird es schnell zum Standard für eine ganze Klasse. Dann entscheiden nicht mehr nur Champion-Stärken, sondern auch, wer das beste Item am zuverlässigsten nutzen kann. Genau das scheint Riot jetzt korrigieren zu wollen, nachdem die großen Turnierfenster vorbei sind.
Auch Bastionbreaker wird verändert. Das Item war laut Phroxzon bisher zu nischig und zu teuer, wenn Spieler es für einen strategischen Zweck einbauen wollten. Riot will es zugänglicher machen. Gleichzeitig wird Jack of All Trades generft, weil die Rune zu präsent und zu stark war, besonders bei Champions, die defensive Stärke mit offensivem Output verbinden konnten.
Alistar bekommt Hilfe im Support-Meta
Bei den Buffs fällt Alistar auf. Riot sieht ihn im Vergleich zu anderen Melee-Supports eher am unteren Ende. Gleichzeitig ist Phroxzon mit der allgemeinen Richtung zufrieden: Die letzten Meta-Anpassungen sollten Melee-Supports im Vergleich zu Ranged-Supports stärken, und dieser Plan scheint aus Riot-Sicht grundsätzlich funktioniert zu haben.
Der Alistar-Buff ist deshalb weniger ein kompletter Richtungswechsel und eher eine Feinkorrektur. Riot will nicht plötzlich Enchanter komplett verdrängen, sondern einzelne Engage-Supports wieder näher an die Konkurrenz bringen. Gerade für Solo-Queue und Pro-Play kann das relevant werden, weil Alistar immer dann stark ist, wenn zuverlässiger Engage und Frontline-Wert gebraucht werden.
Patch 26.15 Full Preview!
— Matt Leung-Harrison (@RiotPhroxzon) July 22, 2026
Belveth
- This patch, we're launching a set of Bel'Veth changes that are aimed at making her gameplay pattern around her early levels weaker (which is currently very high skill skewed), in order to allow her to fulfil her fantasy as a late game scaling... pic.twitter.com/YGiZBURgxc
Locke bleibt stark, aber nicht überall gleich
Auch der neue Champion Locke wird erneut getroffen. Laut Phroxzon ist Locke insgesamt gut gelandet, aber weiterhin zu stark in bestimmten Skill-Brackets. Besonders rund um Emerald und Diamond kann Locke Spiele übernehmen, ohne seine Fehler so hart zu bezahlen wie in anderen Bereichen.
Das ist ein typisches Problem bei Champions mit Reset-, Snowball- oder Burst-Patterns. In niedrigeren Elos kann die Ausführung zu schwierig sein. In den höchsten Elos wird jeder Fehler sofort bestraft. Dazwischen entsteht oft der Bereich, in dem ein Champion besonders stark wirkt: genug Spielverständnis, um seine Stärken zu nutzen, aber nicht genug perfekte Gegenspieler, um ihn konstant zu stoppen.
Weitere Buffs und Nerfs runden den Patch ab
Neben Bel’Veth stehen auch mehrere kleinere Champion-Änderungen an. Buffs sind für Alistar, Kai’Sa, Maokai, Volibear und Zac geplant. Nerfs treffen Locke, Mordekaiser, Naafiri, Riven und Sylas. Auf Systemseite werden neben Bastionbreaker auch Terminus und Yun Tal Wildarrows gebufft, während Jack of All Trades abgeschwächt wird.
Besonders Mordekaiser ist interessant, weil Riot offenbar nach den Änderungen an seiner Ultimate zurückrudert. Das Ziel ist, wieder mehr Spannung in seinen 1v1-Momenten zu erzeugen. Riven wiederum wird wegen ihrer Synergien mit aktuellen Items beobachtet und leicht getroffen, ohne dass Riot ihre grundsätzliche Identität als Light Fighter komplett ändern will.
Patch 26.15 wirkt klein, könnte aber die Meta öffnen
Auf den ersten Blick ist Patch 26.15 kein riesiger Balance-Hammer. Es gibt keine komplette Klassenüberarbeitung und keine große Meta-Neudefinition. Trotzdem könnten die Änderungen spürbar sein, weil Riot nicht nur einzelne Champions trifft, sondern mehrere Gründe adressiert, warum bestimmte Picks und Items gerade so dominant sind.
Bel’Veth soll weniger über frühe Invades und mehr über Scaling funktionieren. Sundered Sky und Fighter-Items sollen weniger stark die Jungle- und Bruiser-Meta diktieren. Jack of All Trades verliert an Macht, während einige schwächere Champions und Items Hilfe bekommen.
Genau deshalb könnte Patch 26.15 wichtiger werden, als die reine Liste vermuten lässt. Er wirkt wie ein Aufräumpatch nach MSI und EWC: weniger Spektakel, mehr Feinschliff – aber mit Änderungen, die einige festgefahrene Muster in der Meta aufbrechen könnten.