LoL Patch 26.17: Riot stabilisiert die Meta

26.17 ist kein Patch, der die Meta komplett neu erfinden will. Es ist ein Patch, der zeigt, ob Riots größere Korrekturen aus 26.16 wirklich funktionieren.

Nasus Lo L patch 26 17
Bei Nasus muss Riot direkt wieder nachjustieren. | © Riot Games

Patch 26.17 wird kein riesiger Umbruch für League of Legends, sondern eher ein Kontroll-Patch nach den größeren Änderungen aus 26.16. Laut Matthew „Phroxzon“ Leung-Harrison, Lead Gameplay Designer für League of Legends, beobachtet Riot vor allem, wie sich Mage Bot, Support-Roaming, AP-Jungler und Sundered Sky entwickelt haben. Trotzdem bringt der Patch einige spannende Champion-Anpassungen mit, besonders für AD-Mids und mehrere Solo-Queue-Problemfälle.

Mage Bot wurde getroffen – aber nicht zerstört

Der wichtigste Kontext für Patch 26.17 ist Mage Bot. Riot hatte in 26.16 gezielt an mehreren Systemen gearbeitet, um AP-Botlaner und roaming Supports etwas einzufangen. Laut Phroxzon haben Mages auf der Botlane inzwischen etwas Winrate verloren, aber nicht so stark, dass sie komplett aus der Meta fallen. Genau das scheint Riots Ziel gewesen zu sein.

Das ist wichtig, weil Riot Mage Bot nicht grundsätzlich entfernen will. Das Problem war weniger, dass Champions wie Ziggs, Seraphine oder andere Mages überhaupt auf Bot spielbar sind. Kritisch wurde es vor allem dann, wenn sie die Lane nur stabilisieren, während der Support früh über die Map läuft und fast wie ein zweiter Jungler agiert.

Auch Poppy und Camille scheinen nach den letzten Änderungen stärker in Richtung Toplane verschoben worden zu sein. Ihre Support-Versionen wurden laut Phroxzon geschwächt, während die Top-Skews gut aussehen. Das passt zu Riots Linie: Flexible Picks sind okay, aber sie sollen nicht dauerhaft Rollen dominieren, für die sie schwer zu balancen sind.

AD-Mids bekommen weiter Hilfe

Die Buff-Liste in 26.17 ist auffällig. Mit Irelia, Qiyana, Yasuo und Yone stehen gleich mehrere Champions darauf, die Riot wieder stärker als AD-Optionen in der Midlane sehen könnte. Das passt zur breiteren Richtung der letzten Patches: Wenn AP-Jungler attraktiver werden, können AD-Mids leichter in Teamcomps passen, ohne dass ein Team zu einseitig physischen Schaden verursacht.

Gerade Yasuo und Yone dürften aber direkt Diskussionen auslösen. Beide Champions sind in der Community ohnehin emotional aufgeladen, weil sie sich stark anfühlen, sobald sie auch nur leicht vorne sind. Ein Buff für diese Art Champion wirkt schnell riskant, selbst wenn die Daten ihn rechtfertigen.

LeBlanc und Aurelion Sol bekommen ebenfalls Hilfe, allerdings aus anderen Gründen. LeBlanc ist traditionell ein Champion, der stark von Tempo, Pick-Potenzial und Snowballing lebt. Aurelion Sol dagegen braucht eher Stabilität, damit seine Scaling-Fantasie überhaupt zuverlässig ins Spiel kommt. Dass beide im selben Patch gebufft werden, zeigt: Riot will nicht nur eine Art Midlane stärken, sondern mehrere Profile zurück in die Auswahl bringen.

Nasus wird nach seinem Stacking-Update direkt eingebremst

Bei den Nerfs sticht Nasus heraus. Nach seinem veränderten Stacking-System in Patch 26.16 war es fast zu erwarten, dass Riot schnell nachjustieren muss. Wenn ein Champion, dessen gesamter Gameplan um unendliches Scaling kreist, zu konstant an Stacks kommt, kann er in Solo-Queue sehr schnell frustrierend werden.

Nasus ist dabei ein typischer Fall von „einfach zu verstehen, schwer angenehm zu balancen“. Wenn er zu schwach ist, wirkt seine Lane-Phase hoffnungslos. Wenn er zu stark ist, verwandelt er sich zu früh in ein Side-Lane-Problem, das viele Teams kaum noch kontrollieren können. Der Nerf wirkt deshalb wie eine direkte Reaktion darauf, dass sein neues Stacking-Modell etwas zu gut angelaufen ist.

Auch Graves, Nocturne, Thresh, Xerath und Vayne werden generft. Phroxzon beschreibt diese Gruppe als ziemlich normale Outlier-Nerfs. Besonders Graves und Nocturne passen gut in dieses Bild, weil beide in Solo-Queue sehr schnell oppressive wirken können, wenn sie zu effizient farmen, duellieren oder Picks erzwingen.

Sundered Sky bleibt Riots großes Item-Problem

Auf Systemseite ist Sundered Sky erneut der wichtigste Nerf. Riot hatte das Item bereits in 26.16 angefasst, sieht die Richtung aber noch nicht als ausreichend an. Phroxzon beschreibt, dass Sundered Sky und die AP-Jungle-Änderungen grundsätzlich in die richtige Richtung gehen, die Stärke aber noch nicht genau passt.

Das Problem an Sundered Sky bleibt seine Vielseitigkeit. Das Item bietet Heilung, Schaden und Haltbarkeit gleichzeitig und ist deshalb für viele AD-Fighter zu oft eine sichere Wahl. Wenn ein Item zu viele Probleme auf einmal löst, verdrängt es Alternativen. Genau das will Riot offenbar weiter aufbrechen.

Stormrazor geht in die andere Richtung und wird gebufft. Laut Phroxzon hat das Item außerhalb von Stormrazor Jhin keine große Nutzerbasis. Riot will ihm mehr Power geben, damit es nicht nur ein Spezialfall bleibt, sondern für mehr Crit-Champions attraktiv werden kann.

Patch 26.17 ist klein, aber nicht langweilig

Patch 26.17 ist also kein spektakulärer Rework-Patch. Er wirkt eher wie ein Balance-Check nach einem größeren Meta-Eingriff. Riot schaut, ob Mage Bot wirklich gesünder wird, ob Support-Flexpicks an den richtigen Stellen landen und ob Sundered Sky endlich weniger dominant wird.

Trotzdem könnten die Auswirkungen spürbar sein. AD-Mids bekommen mehr Rückenwind, mehrere nervige Solo-Queue-Outlier werden getroffen, und Stormrazor könnte neue Crit-Builds öffnen. Gleichzeitig bleibt offen, ob Hail of Blades auf Champions wie Master Yi, Tryndamere oder Shaco noch weitere Änderungen nötig macht.

Florian Frick

Flo studiert Sportjournalismus und verbindet bei EarlyGame seine Leidenschaft fürs Schreiben und eSports. Er liebt CS, und zu sagen, dass er emotional werden kann, wenn er seine Lieblingsteams verfolgt, wäre untertrieben....