LoL Patch 26.18: Riot bereitet die Meta langsam auf die Worlds vor

Die League-Worlds werden auf Patch 26.20 gespielt, das neue Update ist also eines der letzten vor dem großen Event.

Cassiopeia Lo L Patch
Die Changes von Cassiopeia sind der wichtigste Bestandteil des Updates. | © Riot Games

League of Legends Patch 26.18 ist nicht der finale Worlds-Patch, aber einer der ersten klaren Schritte in Richtung Turnier-Meta. Laut Matthew „Phroxzon“ Leung-Harrison, Lead Gameplay Designer für League of Legends, geht es diesmal vor allem um gezielte Anpassungen statt große Umbrüche. Cassiopeia wird umgebaut, Master Yi und Rageblade bekommen wieder etwas Power zurück, während unter anderem Seraphine, Zeri und Syndra generft werden. Der Patch soll am 10. September erscheinen.

Cassiopeia wird zwischen Pro Play und Solo Queue neu ausbalanciert

Der spannendste Champion in Patch 26.18 ist Cassiopeia. Riot sieht sie aktuell in einer schwierigen Position: Für durchschnittliche Spieler performt sie eher schwach, gleichzeitig ist sie in Elite Play und Pro Play zu stark. Genau solche Champions sind für Balance-Teams besonders unangenehm, weil ein einfacher Buff sie im Profibereich sofort problematisch machen kann.

Riot versucht deshalb keinen klassischen Buff, sondern einen Power-Shift. Cassiopeias frühe Base-Damage-Werte werden reduziert, dafür wandert mehr Stärke in ihre AP-Ratios. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Durchschnittliche Spieler kaufen laut Phroxzon tendenziell mehr AP, während Profis Cassiopeias starke Lanephase und System-Synergien besser ausnutzen können.

Besonders ihre Q-Interaktion mit Deathfire Touch ist ein Faktor. Riot will ihr frühes Laning nicht komplett entfernen, aber verhindern, dass sie Lanes zu zuverlässig gewinnt, selbst wenn nicht alles perfekt gespielt wird. Damit bleibt Cassiopeia ein starker Early-Game-Champion, soll aber über Skill-Brackets hinweg fairer wirken.

Seraphine und Zeri werden gezielt getroffen

Seraphine bleibt eines der schwierigsten Balance-Probleme im Spiel. Sie wird auf Support, Mid und Bot gespielt, aber nicht jede Rolle nutzt dieselben Fähigkeiten gleich. Riot will deshalb vor allem ihre E-Rank-Up-Incentives für damage-orientierte Rollen schwächen. Support Seraphine soll weniger stark betroffen sein, weil sie E normalerweise später maxed.

Das passt zu Riots Linie der letzten Monate. Mage Bot soll nicht komplett verschwinden, aber bestimmte Varianten sollen weniger dominant oder frustrierend sein. Seraphine ist dabei besonders heikel, weil sie gleichzeitig beliebter Support, starker Farming-Pick und regelmäßiger Frustfaktor ist.

Zeri wird ebenfalls generft. Der Grund ist nicht, dass Hurricane wieder abgeschwächt werden soll. Laut Phroxzon ist Riot mit den Hurricane-Änderungen grundsätzlich zufrieden, weil sich das Item wieder echter anfühlt. Zeri hat davon aber zu stark profitiert, besonders in höheren Skill-Brackets. Riot verfolgt hier ein klares Prinzip: Erst sollen Items an einen guten Ort gebracht werden, danach werden Champions angepasst, die daraus zu viel Power ziehen.

Ekko, Viego und Zaahen bekommen spezifische Hilfe

Auf der Buff-Seite ist Ekko interessant, weil Riot ihn gezielt für Midlane stärken will. Er bekommt mehr Waveclear und bessere Mana-Werte, damit sein Roaming- und Tempo-Spielplan zuverlässiger funktioniert. Das ist eine bewusste Entscheidung: Mehr Waveclear kann Laning zwar weniger interaktiv machen, aber für einen Champion wie Ekko ist es wichtig, Waves kontrollieren und danach Plays auf der Map suchen zu können.

Viego bekommt Unterstützung für seinen Bruiser-Build. Nach der Entfernung von Divine Sunderer und den Nerfs an Sundered Sky ist bruiserlastiger Viego schwächer geworden als squishier Varianten. Das ist grundsätzlich gewollt, aber Riot sieht den Build offenbar als etwas zu schwach an und gibt ihm wieder gezieltere Unterstützung.

Zaahen bekommt dagegen eher Feinschliff. Nach den letzten Nerfs ist er etwas zu schwach gelandet, außerdem soll sein Q-Verhalten nach Revives konsistenter werden. Vorher konnte es offenbar zu desynchronisierten Situationen kommen, in denen Q2 nach dem Wiederbeleben nur noch sehr kurz nutzbar war.

Master Yi profitiert auch vom Rageblade-Fix

Master Yi ist einer der Champions, die vom Rageblade-Thema besonders betroffen sind. In Patch 26.14 wurde Guinsoo’s Rageblade neu gescriptet, wodurch sich der Phantom-Hit-Trigger von sechs auf sieben Angriffe verschoben hatte. Riot will nun wieder etwas Power zurückgeben, sowohl an das Item selbst als auch an Champions, die davon überproportional getroffen wurden. In aktuellen Preview-Werten soll unter anderem die Stack-Duration von Rageblade erhöht werden.

Das erklärt auch, warum Master Yi in diesem Patch auffällt. Er ist ein Champion, der extrem stark von On-Hit-Systemen lebt. Wenn Rageblade unzuverlässiger oder langsamer wird, spürt Yi das deutlich stärker als viele andere Nutzer. Patch 26.18 wirkt deshalb nicht wie ein reiner Yi-Buff, sondern eher wie eine Korrektur an einem System, das bestimmte Champions zu hart getroffen hat.

26.18 ist klein, aber wichtig für die Worlds-Richtung

Neben Cassiopeia, Seraphine, Zeri, Ekko, Viego, Zaahen und Master Yi enthält der Patch weitere Buffs für Kassadin sowie Nerfs für Bard, Nautilus, Syndra und Zeri. Insgesamt wirkt 26.18 aber nicht wie ein Patch, der die Meta komplett neu bauen will. Stattdessen korrigiert Riot einzelne Ausreißer und versucht, problematische Pro-Play- und Solo-Queue-Scheren zu schließen.

Genau das macht den Patch interessant. Vor Worlds will Riot selten chaotische Riesenänderungen, aber kleine Anpassungen können große Folgen haben. Wenn Cassiopeia weniger lane-dominant wird, Zeri nach Hurricane wieder kontrollierbarer ist und Rageblade-Nutzer wie Master Yi stabiler landen, könnte 26.18 bereits zeigen, welche Richtung Riot für die letzten Patches vor Worlds einschlagen will.

Florian Frick

Flo studiert Sportjournalismus und verbindet bei EarlyGame seine Leidenschaft fürs Schreiben und eSports. Er liebt CS, und zu sagen, dass er emotional werden kann, wenn er seine Lieblingsteams verfolgt, wäre untertrieben....