Worlds 2026 Play-in Draw: EU vs. NA direkt zum Auftakt

Die Matchups des Play-ins der Worlds 2026 wurden ausgelost.

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Nur eines der Play-in-Teams wird die Chance auf die Trophäe aufrechterhalten. | © Riot Games

Die Worlds 2026 starten am 15. Oktober mit einem komplett neuen Play-in-Format. Karmine Corp trifft zum Auftakt auf Cloud9, während FURIA gegen MVK Esports spielt. Vier Teams kämpfen in einem Double-Elimination-Bracket um genau einen Platz in der Swiss Stage – und schon die erste Runde liefert zwei Matchups mit ordentlich Storyline-Potenzial.

Das neue Play-in ist deutlich härter

Das Format unterscheidet sich klar von früheren Worlds-Ausgaben. Im Play-in stehen nur vier Teams: die dritten Seeds aus der LEC, der LCS und der LCP sowie der zweite Seed aus dem CBLOL. Teams aus der LCK und LPL sind diesmal überhaupt nicht dabei, weil alle vier Vertreter aus Korea und China direkt für die Swiss Stage qualifiziert sind.

Die vier Play-in-Teams spielen einen vollständigen Double-Elimination-Bracket. Jede Serie ist ein Best-of-Five, und nur der Sieger des gesamten Brackets erreicht die Swiss Stage. Das Play-in läuft vom 15. bis 18. Oktober.

Das macht jeden Fehler deutlich teurer. Eine Niederlage bedeutet zwar nicht sofort das Aus, aber es gibt keinen zweiten Qualifikationsplatz und keine komfortable Gruppenphase. Wer die Swiss Stage erreichen will, muss mehrere Best-of-Fives gegen direkte Konkurrenz gewinnen.

Der spätere Play-In-Sieger trifft in seinem ersten Swiss-Match auf einen der vier Top-Seeds Gen.G, Anyone’s Legend, Team Liquid oder G2 Esports. Selbst nach überstandenem Play-in wartet also sofort ein ziemlich harter Einstieg ins Main Event.

Karmine Corp vs. Cloud9 ist direkt ein EU-vs.-NA-Banger

Für westliche Fans hätte der Draw kaum unterhaltsamer ausfallen können. Karmine Corp gegen Cloud9 bedeutet schon am ersten Play-In-Tag Europa gegen Nordamerika – und diesmal direkt als Best-of-Five.

Die Ausgangslage ist schwer einzuschätzen. Cloud9 kommt mit besserer Form in das Turnier, nachdem sich das Team in der entscheidenden Phase der LCS-Saison stabilisiert hat. KC dagegen hatte ein deutlich turbulenteres Ende des LEC-Summers und verpasste den direkten Platz in der Swiss Stage. Genau das macht die Serie so interessant: Auf dem Papier hat Karmine Corp genug individuelle Qualität, um C9 zu schlagen, aber Cloud9 bringt aktuell wahrscheinlich das bessere Momentum mit.

Dazu kommt die klassische regionale Rivalität. EU gegen NA braucht kaum zusätzlichen Hype, besonders wenn eine Niederlage direkt den Weg durchs Lower Bracket erzwingt.

Spannend sind auch die Solo-Lanes. Beide Teams haben Spieler mit Erfahrung aus Korea beziehungsweise der koreanischen Challenger-Szene, wodurch gerade Top- und Midlane zu wichtigen Druckpunkten werden könnten. Wer dort früh Kontrolle bekommt, kann in einem Best-of-Five schnell den gesamten Draft verändern.

FURIA vs. MVK könnte das chaotischere Matchup werden

Das zweite Match bekommt weniger Mainstream-Hype, könnte spielerisch aber mindestens genauso unterhaltsam werden. FURIA trifft auf MVK Esports – Brasilien gegen den LCP-Vertreter aus Vietnam.

Beide Regionen haben in den vergangenen Jahren Schritte nach vorne gemacht, und beide Teams stehen eher für aktives, aggressives League als für langsames Kontrollspiel. Genau deshalb könnte die Serie deutlich chaotischer werden als KC gegen C9.

FURIA kommt als CBLOL-Seed 2 ins Play-In, nachdem LØS das brasilianische Finale knapp mit 3:2 gewonnen hat. Das bedeutet gleichzeitig: FURIA muss den langen Weg gehen, obwohl das Team über das Jahr bereits mehrfach internationale Erfahrung gesammelt hat.

MVK wiederum bekommt die Chance, für den LCP den dritten Worlds-Seed aufzuwerten. Gerade für frühere Wildcard-Regionen ist dieses neue Format interessant, weil kein koreanisches oder chinesisches Team mehr im Play-in wartet. Der Weg ist immer noch brutal – aber realistischer als in Formaten, in denen ein LCK- oder LPL-Team automatisch als Endboss im Bracket stand.

Nur einer von vier kommt durch

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt des gesamten Formats. Karmine Corp, Cloud9, FURIA und MVK Esports sind alle offiziell bei den Worlds dabei – aber drei von ihnen werden die Swiss Stage nie erreichen.

Gerade deshalb fühlt sich das Play-In fast mehr wie ein Mini-Knockout-Turnier als wie eine klassische Vorrunde an. Jedes Match ist ein Best-of-Five, jeder Draft zählt, und selbst ein vermeintlich schlechter Auftakt lässt sich nur mit einem kompletten Lower-Bracket-Run reparieren.

Für KC und C9 ist das besonders bitter, weil beide Organisationen eigentlich den Anspruch haben, zum Main Event zu gehören. FURIA will beweisen, dass Brasiliens zusätzlicher Worlds-Slot sportlich gerechtfertigt ist. MVK kann für den LCP zeigen, dass der dritte Seed mehr ist als nur ein zusätzlicher Teilnehmer.

Ein kleines Bracket mit riesigem Druck

Das neue Play-in wirkt auf dem Papier deutlich besser als eine lange Phase mit vielen relativ bedeutungslosen Matches. Vier Teams, Bo5s, Double Elimination, ein Spot – einfacher lässt sich die Bedeutung kaum erklären.

Der Draw macht es zusätzlich spannend. EU gegen NA liefert sofort die größte regionale Rivalität des Westens, während FURIA gegen MVK ein Matchup zwischen zwei aggressiven Regionen bringt, die international oft um Anerkennung kämpfen.

Ab dem 15. Oktober gibt es deshalb keine Aufwärmphase. Für drei Teams enden die Worlds bereits nach wenigen Tagen. Für eines beginnt danach erst das eigentliche Turnier.

Florian Frick

Flo studiert Sportjournalismus und verbindet bei EarlyGame seine Leidenschaft fürs Schreiben und eSports. Er liebt CS, und zu sagen, dass er emotional werden kann, wenn er seine Lieblingsteams verfolgt, wäre untertrieben....