Mallorca gegen Deutsche? YouTuberin zeigt, warum der Hass wächst

YouTuberin Desy will herausfinden, warum die Stimmung auf Mallorca gegen deutsche kippt.

Desy You Tube
Woher kommen die Anfeindungen? | ©Pexels

Santanyí im Südosten Mallorcas wirkt wie ein idyllisches Dorf mit Sandsteinhäusern, kleinen Galerien und gemütlichen Cafés. Doch wer durch die Straßen läuft, hört auffällig oft Deutsch. Viele Geschäfte richten sich an deutsche Kunden, während wohlhabende Käufer in Immobilien investieren. Für manche Einheimische wird genau das zunehmend zum Problem.

Desy
besucht den Ort, um herauszufinden, was hinter den Spannungen steckt.
Dabei stößt sie auf einen Konflikt, bei dem es längst nicht mehr nur um Touristen geht.

„Deutsche raus“: Anti-Deutschen-Graffiti auf Mallorca

Im Juli 2025 wurden in Santanyí zahlreiche Geschäfte und Autos mit deutschen Kennzeichen beschmiert. Unbekannte sprühten Parolen wie „Deutsche raus“ und „Ausländische Käufer, fahrt zur Hölle“ auf Fassaden und Fahrzeuge. Nach Angaben Betroffener waren rund 20 bis 30 Geschäfte betroffen. Die Gemeinde verurteilte die Vorfälle.

Desy will wissen, warum sich der Frust ausgerechnet gegen Deutsche richtet. Dafür spricht sie mit Menschen, die auf Mallorca leben und arbeiten. Einige erklären, dass sich Santanyí über Jahrzehnte zu einem beliebten Wohnort für deutsche Auswanderer entwickelt hat.
Ein Geschäft zieht weitere Geschäfte an, und mit der Zeit kommen immer mehr Käufer mit entsprechendem Budget hinzu.

Doch die Entwicklung hat ihren Preis. Laut dem Video kostet Wohnraum in Santanyí inzwischen so viel, dass viele Einheimische ihn kaum noch bezahlen können.
Gleichzeitig verdienen Beschäftigte im Tourismus vergleichsweise wenig. Selbst Menschen, die auf der Insel arbeiten, finden deshalb teilweise keine bezahlbare Wohnung mehr.

Mallorca profitiert vom Tourismus und leidet zugleich darunter

Das Problem betrifft nicht nur Santanyí. Auch in anderen Orten der Insel sorgen steigende Immobilienpreise und überfüllte Straßen für Unmut. Besonders kritisch sehen Einheimische, dass manche ausländischen Eigentümer ihre Häuser nur wenige Wochen im Jahr nutzen, während dauerhaft benötigter Wohnraum fehlt.

Gleichzeitig hängen zahlreiche Arbeitsplätze und Geschäfte vom Tourismus ab.
Viele Mallorquiner profitieren wirtschaftlich von den Gästen und den Menschen, die sich auf der Insel niederlassen. Ein vollständiger Verzicht auf diese Einnahmen wäre für viele ebenfalls problematisch.

Desy kommt deshalb zu einem differenzierten Fazit: Der Frust der Einheimischen ist angesichts der Wohnungsnot nachvollziehbar. Sachbeschädigung und pauschale Feindseligkeit gegenüber Deutschen lösen das Problem jedoch nicht.
Entscheidend ist vielmehr, wie Mallorca mit steigenden Immobilienpreisen, begrenztem Wohnraum und seiner Abhängigkeit vom Tourismus umgeht.

Was haltet ihr davon? Schreibt es uns in die Kommentare!

Tommy-lee Venghaus

Tommy-Lee is a Media Text Translation student and a passionate gamer with a love for JRPGs, anime, and media in all its forms....