Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse Review | Ein Film mit Kontroversen?

Mit einem neuen Grindelwald und der Rückkehr einiger alten Charaktere ist das nächste Kapitel der Phantastische Tierwesen-Reihe leider nicht ganz das, was wir erwartet haben.
Secrets of dumbledore review
Dumbledore spielt in Dumbledores Geheimnisse keine wirklich Rolle. Und das ist das Problem. | © Warner Bros. Pictures

Mit einem Filmplakat, das so episch ist, dass man es mit einem Star-Wars-Streifen der Kategorie B verwechseln könnte, ist der dritte "Phantastische Tierwesen"-Film - der verwirrenderweise "Dumbledores Geheimnisse" heißt (dazu kommen wir gleich noch) - genau das: ein Harry-Potter-Film der Kategorie B. Ja, der Film bringt uns erneut etwas Nostalgie zurück, aber es gab eindeutig bessere Filme aus dem Harry Potter-Universum, als "Dumbledores Geheimnisse".

Das Problem lag vermutlich an dem Spannungsbogen, der, naja einfach nicht so wirklich existiert hat. Der Film war nett. die Animationen schön. Die Schauspieler gut. Aber allgemein fehlte wohl einfach ein gewisses Etwas. Ich werde im Kommenden so gut wie möglich auf Spoiler verzichten. Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass du diesen Artikel vielleicht erst lesen solltest, nachdem du den Film gesehen hast...

Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse Review: Ein netter Familienfilm - Aber nichts Besonderes

Im Mittelpunkt von "Dumbledores Geheimnisse" stehen die Rivalität und die Beziehung zwischen Grindelwald, der titelgebenden Figur des Vorgängerfilms und dem jungen Dumbledore (gespielt von Jude Law). Nachdem Disney Johnny Depp aus dem Film geschmissen hatte, nachdem gegen den umstrittenen Schauspieler Anschuldigungen wegen Körperverletzung erhoben worden waren, übernahm Mads Mikkelsen die Rolle des Grindelwald. Er hat die Rolle würdig übernommen, auch wenn ich sagen muss, dass ich Johnny Depp gerne weiterhin in seiner Rolle gesehen hätte.

Nichtsdestotrotz tänzelt Mads Mikkelsen gekonnt durch den Film und stiehlt einer Reihe von Schauspielern die Show. In Wirklichkeit ist es aber nicht so sehr die Schuld der Schauspieler, dass Dumbledores Geheimnisse eher mau ausfällt, sondern das Drehbuch selbst. Wer hat diesen Film geschrieben? Naja, J.K. Rowling natürlich und zwar nicht besonders gut. Darauf gehen wir im nächsten Abschnitt des Reviews ein, aber das Fehlen einer guten Regie, eines guten Plots und eines guten Drehbuchs bedeutet, dass alles von den Darstellern und der Kameraführung abhing. Letztere haben den Film zum Glück gerettet, aber im Allgemeinen haben wir uns einfach mehr erhofft.



Der Film steckt in einer seltsamen Situation fest, in der versucht wird, mit Ach und Krach ein paar gute Kämpfe, Spannung und einen Höhepunkt einzuarbeiten. Das Ergebnis ist eine etwas durcheinander geworfene Story, die aber immerhin mit großen und bombastischen Kulissen und großartigen Spezialeffekten aufgewertet wird.

Eddie Redmayne schlüpft erneut in die etwas verpeilte Rolle von Newt Scamander. Jude Law ist mal hier und da zu sehen, spielt aber als Titeltragende Hauptrolle, eher eine Nebenrolle im Film. Dan Fogler, der Jacob Kowalski weiterhin mit genau der richtigen Menge an komödiantischem Gleichgewicht spielt, ist wie immer ein sympathischer Zusatz, der den Film begleitet. Allerdings hat auch diese Figur keine wirklich wichtige Rolle und wurde eher für die Unterhaltung in den Film gesteckt. Es fühlt sich fast so an, als gäbe es seine Figur nur deshalb noch, weil er der beste Teil des ersten Films war.


Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse Review: Was passiert eigentlich in diesem Film?

Das größte Problem von "Dumbledores Geheimnisse" sind jedoch nicht die Schauspieler und die Besetzung des Films. Es ist auch nicht die Kameraführung oder die Spezialeffekte des Films. Nein, das größte Problem ist die Handlung, das Drehbuch und die Regie. Abgesehen von all den Kontroversen scheint es fast so, als ob Dumbledores Geheimnisse von niemand anderem als seiner Creatorin selbst behindert wurde: J.K. Rowling. Wer diese Art von Filmen macht, muss sich daran erinnern, dass nicht alles, was in einem Buch funktioniert, auch in einem Film funktioniert - etwas, das Peter Jackson bei seiner Adaption von Der Herr der Ringe in den frühen 2000er Jahren geschickt zu vermeiden wusste.

In den fast zweieinhalb Stunden, die Dumbledores Geheimnisse dauert, hat man nur selten das Gefühl, dass man wirklich versteht, was zum Teufel hier vor sich geht. Die Originalbesetzung tritt hier in den Hintergrund, da Mads Mikkelsen und Jude Law im Mittelpunkt stehen sollen, aber das Problem ist, dass Dumbledores Charakter im Hinblick auf die größere Handlung des Films ebenfalls fast nur im Hintergrund agiert. Die Motivation von niemandem fühlt sich hier echt an.

Was an "Phantastische Tierwesen 3" besonders seltsam ist, ist die Tatsache, dass sich der Film um eine Art politisches Rennen dreht. Das funktioniert nicht, vor allem nach all den schrecklichen Dingen, die im vorherigen Film über Grindelwald bekannt wurden. Bizarr ist auch die Art und Weise, wie diese politische Kampagne zustande kommt. Grindelwald soll ganz klar ein Abbild von Adolf Hitler sein, wobei die "Guten" für Freiheit und Rechtschaffenheit kämpfen. Das macht jedoch absolut keinen Sinn, wenn der politische Prozess selbst in keiner Weise auf eine echte Demokratie hindeutet. Es gibt keine Abstimmungen, es gibt kein echtes Wahlverfahren, so dass das ganze Paradigma von den "Guten" gegen die "Bösen" nicht einmal auf der grundlegendsten Ebene funktioniert. Es gibt also nur einen Grund, gegen Grindelwald zu sein: Er hat ein paar schlimme Dinge getan und sieht irgendwie böse aus.

Das ist es, was "Dumbledores Geheimnisse" leider schwerer zu sehen macht. Letztendlich gibt es bei diesem Film zwei Probleme: Was ist der Sinn all dieser Figuren und was passiert hier eigentlich? Letzten Endes kommt man zu einem "Höhepunkt", dessen Ziel man auch ohne die verschiedenen Story-Elemente während des Films erreicht hätte. Der rote Faden bleibt einfach aus.

Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse Review: Fazit

Zu was für einem Fazit kommen wir also mit Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse? Mads Mikkelsen ist ein großartiger Grindelwald, Jude Law ist gut, aber die Handlung ist verworren und vieles erscheint zu konstruiert. Ich möchte damit nicht sagen, dass der Film schlecht war. Aber das Potenzial wurde nicht ausgeschöpft. Viele Szenen hätte man problemlos aus dem Film schneiden können, ohne dass die übergreifende Geschichte darunter gelitten hätte. Wer aber darüber hinwegsehen kann, wird auch in Phantastische Tierwesen 3: Dumbledores Geheimnisse wieder auf liebenswerte Charaktere, wahnsinnige Spezialeffekte und auf einen Haufen magischer Momente stoßen.

  • Rating: 6,5/10
  • Release Date: 7. April, 2022 (Deutschland) / 15. April, 2022 (USA)
  • Director: David Yates
  • Genre: Fantasy Drama
  • Laufzeit: 2 Stunden 22 Minuten