"The Batman" Review | Ein Meisterwerk von neongefärbtem Horror

"The Batman" ist ein Film, der die Stärken seiner Vorlage nimmt und daraus ein modernes, ergreifendes Meisterwerk macht.

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"The Batman" ist der beste Superheldenfilm seit "The Dark Knight" aus dem Jahr 2008! | © Warner Bros.

Vierzehn Jahre nachdem Heath Ledger uns 2008 als Joker in Erstaunen versetzte, hat Matt Reeves das Ruder übernommen und einen der visuell beeindruckendsten Superheldenfilme unserer Zeit geschaffen. Mit Robert Pattinson in der Hauptrolle als grübelnder, unheimlicher Dunkler Ritter nutzt "The Batman" seine Lore und seine Charaktere, um einen Film zu schaffen, der atmosphärischer und schockierender ist, als es mit Ben Affleck oder sogar Christian Bale am Ruder denkbar gewesen wäre.

Es ist ein neonfarbener Albtraum, der vor Orangen und Gelbtönen trieft, in einer Stadt, die so aussieht, als sei sie hauptsächlich erschaffen worden, um zu erschrecken. Auf halbem Weg zwischen der ausufernden Masse von New York City und den viktorianischen Inkarnationen Londons ist das World Building hier fast steampunk-esk. Von den sich auftürmenden Massen bis hin zu den verbitterten Straßen von Gotham City, nirgendwo scheint es sicher zu sein, und jeder Moment ist von einem beängstigenden Gefühl des Unbehagens durchdrungen, als ob es kein Entrinnen vor der Dunkelheit gibt, die im Inneren lauert.

Keine Sorge, ich werde hier absolut nichts spoilen, denn das ist ein Film, den sich jeder ansehen sollte, der sich für Superheldenfilme interessiert!

"The Batman" Review: Beeindruckende Inszenierung

In einem düsteren Gotham City, das vor Schrecken nur so strotzt, ist Matt Reeves' Regie grandios. Sicher, dies ist kein Belfast (ein Film, der sicherlich den Preis für den besten Film gewinnen sollte), aber die Art und Weise, wie hier Farbe eingesetzt wird, spiegelt eine künstliche Welt wider, die von ihren Anführern falsch dargestellt wird und von Bandengewalt geplagt ist. Der Regen fällt langsam und gleichmäßig, und die Dunkelheit der Nacht verschleiert die Straßen, als ob die Brutalität von "The Batman" vor dem Zuschauer verborgen werden sollte.

Selbst bei Tageslicht und in Wayne Manor, wo Pattinson und Andy Serkis (der im Film Alfred spielt) ihre Sprüche austauschen, als wären sie für diese Rollen geboren, ist das Licht ein klinisches, fast fluoreszierendes Weiß, bei dem der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß eine Gegenüberstellung schafft, die die Außenwelt widerspiegelt. Schließlich handelt es sich um eine Welt, die unserer eigenen sehr ähnlich ist (wie sie in Batman-Filmen oft dargestellt wird), in der die Darstellungen zwar schwarz und weiß sind, die Realität und die Wahrheit aber in Grautönen gehalten sind.

In dieser Atmosphäre gelingt es Reeves, seine ganz eigene Superhelden-Geschichte zu erzählen. Denn Pattinsons Batman ist nicht viel besser als seine Widersacher. Ein unheimlicher und unangenehmer Kerl, der selbst im Licht scheinbar immer im Schatten steht. Seine moralische Haltung kämpft mit einer Vergangenheit, von der der Protagonist von The Batman offensichtlich immer noch traumatisiert ist, und insbesondere durch die hektischen, blinkenden Neonlichter der Nachtclubs wird dieses Gefühl der überwältigenden Angst und Furcht selbst in einer Figur eingeflößt, die normalerweise der selbstlose Held sein sollte, an den wir uns gewöhnt haben.

Colin Farrells Pinguin und Jeffrey Wrights großartiger Inspektor Gordon stehlen sogar Pattinson und Zoe Kravitz (die vielleicht eine der besten Catwoman-Darstellungen aller Zeiten liefert) die Show. Hier ist kein einziger Fehler zu sehen, jede Kameraeinstellung und jeder Augenblick auf der Leinwand ist sorgfältig ausgearbeitet, um nicht nur die Darsteller, sondern auch die Welt an sich, in einer scheinbar mühelosen Palette aus Licht und Dunkelheit erstrahlen zu lassen.

"The Batman" Review: Ein Thriller sondergleichen

Robert Pattinson hat hier eine Menge zu tun, und von den ersten Momenten des Films an verschmilzt er mit der Rolle des Batman mit Leichtigkeit. "The Batman" ist ein Thriller im Stil von "Sieben", der in der Art und Weise, wie der Bösewicht seine Verbrechen begeht, fast an "Zodiac" erinnert. Der Film beginnt mit Vollgas und sehr wenig Exposition, und das ist nur gut so. Zwar ist der Film - zugegebenermaßen - viel zu lang ("The Batman" kommt auf knapp drei Stunden), aber der Krimi-Aspekt dieses Abenteuers sucht in dem Genre seinesgleichen.

Von den Ermittlungen bis hin zu den zahlreichen Morden, die den Großteil von "The Batman" ausmachen, schafft es der Film, eine komplizierte Ermittlung mit einer gesunden Portion Romantik, Humor und emotionalen Tricks zu verweben. Die Stars sind die Bösewichte, die es in Hülle und Fülle gibt und die eine dunklere Seite von Gotham zeigen, als wir sie je in einem Batman-Film gesehen haben - ja, sogar noch mehr als in den Nolan-Filmen! Was den Film so gut funktionieren lässt, ist die Tatsache, dass all diese Bösewichte miteinander verbunden sind und nicht nur in der Haupthandlung des Films eine wichtige Rolle spielen, sondern auch in den zahlreichen Nebenhandlungen, die im Laufe des Films auftauchen.

An der Inszenierung von Pattinsons Batman hätte aber noch ein wenig gearbeitet werden können. Es wirkt zum Beispiel etwas seltsam, dass wir Pattinson kaum ohne Maske sehen. Wenn er aber die Maske abnimmt, glänzt er. Ein Großteil dieser großartigen Arbeit wird jedoch durch den letzten Akt des Films untergraben, der vielleicht die größte Schwäche des Films ist. Es ist klar, dass "The Batman" versucht, ein größeres Franchise zu schaffen, also muss in diesem letzten Akt eine Menge Kontext geschaffen werden. Aber es zieht sich viel zu lange hin und man denkt an den Anfang des Films zurück und denkt: "Wow, das ist schon echt lange her!" Ernsthaft, "The Batman" hat mehr Enden als "Die Rückkehr des Königs".



Das ist aber nur ein kleiner Kritikpunkt in einem Film, der keine Zeit damit verschwendet, sich selbst auf die Spitze zu treiben. Es war eine Wohltat, nicht erst dreißig Minuten lang feststellen zu müssen, dass Robert Pattinson jetzt Batman ist. "The Batman" schafft es, seine Charaktere und seine Welt in groben Zügen zu zeichnen, ohne in langweilige Exposition oder langwierige Charakterisierung zu verfallen. Letztendlich ist das ein Film, der es schafft, wie zuvor schon "Joker", die Art und Weise zu verändern, wie Superheldenfilme funktionieren können.

"The Batman" Review: Das Fazit

Es gibt so viel über "The Batman" zu sagen, dass es unmöglich ist, es in einer verständlichen Rezension zusammenzufassen. Ich bin noch nicht einmal auf die Auseinandersetzung des Films mit dem Thema Extremismus eingegangen, auf die unglaublichen Dinge, die er auf erzählerischer Ebene tut (um Spoiler zu vermeiden, natürlich), oder auf die unglaubliche Choreographie der Kampfszenen (ehrlich gesagt, dass das in einer Rezension über einen Superheldenfilm in den Hintergrund gerät, ist ein großes Plus für diesen Film). Ich habe vieles nicht erwähnt, und das liegt zum Teil daran, dass ich möchte, dass ihr rausgeht und diese Dinge selbst entdeckt.

Letztendlich ist "The Batman" einer der besten Superheldenfilme, die je auf der Leinwand zu sehen waren. Die stimmungsvolle Atmosphäre, die meisterhafte Kameraführung und die fesselnden Darstellungen machen ihn zu einem Film, der mindestens so gut ist wie "Joker" und mit Sicherheit der beste Superheldenfilm im traditionellen Stil seit Nolans Trilogie. Das ist ein Film, den man nicht nur genießen, sondern in den man sich verlieben muss, und ich kann euch versichern, dass ihr das tun werdet.

  • Wertung: 9/10
  • Release Date: 3. März 2022
  • Regisseur: Matt Reeves
  • Genre: DC Superhelden
  • Laufzeit: 2 Stunden, 56 Minuten

Originalartikel von Evan Williams