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War das vergangene Jahr das beste Jahr für Horrorfilme? Diese 15 Filme beweisen es

1-15

Michelle Baier Michelle Baier
Entertainment - Oktober 22nd 2026, 07:30 MESZ
Dangerous animals 2025 movie cropped processed by imagy

15. Dangerous Animals

In Dangerous Animals sind die Haie beinahe unschuldig. Die wahre Gefahr geht von Tucker aus, einem Betreiber von Haitauchgängen und Serienmörder, der seine Opfer dabei filmt, wie sie an die Tiere verfüttert werden. Jai Courtney spielt ihn mit dem schweißtreibenden Enthusiasmus eines Mannes, der die wohl schlimmste Reisesendung der Welt moderiert. Regisseur Sean Byrne sperrt die Surferin Zephyr auf seinem Boot ein und lässt Hassie Harrison jeden herumliegenden Gegenstand und jede noch so kurze Ablenkung nutzen, um einen Fluchtversuch zu wagen. Das Ergebnis ist geradliniger, brutaler Survival-Horror, der weiß, dass der Ozean auch ohne eine Schuldzuweisung an die Haie unheimlich genug ist. | © Shudder

Cropped together 2025

14. Together

Dass Alison Brie und Dave Franco, die auch im echten Leben verheiratet sind, die Hauptrollen in Together übernehmen, bringt den zentralen Witz des Films schon auf den Punkt, bevor der Body-Horror überhaupt beginnt: Tim und Millie sind so lange eine Einheit gewesen, dass eine Trennung für sie womöglich körperlich gar nicht mehr möglich ist. Regisseur Michael Shanks verwandelt emotionale Abhängigkeit in einen feuchten, knirschenden biologischen Prozess, nachdem der Umzug des Paares aufs Land etwas tief unter der Erde erweckt. Die Spezialeffekte sind abstoßend, doch die eigentlich verstörende Erkenntnis ist emotionaler Natur: Liebe kann zur Ausrede werden, um als eigenständige Menschen nicht länger zu existieren. Und irgendwie ist das Ganze auch noch verdammt komisch. | © NEON

The Monkey

13. The Monkey

Ein Spielzeugaffe schlägt seine Trommel, jemand stirbt auf eine Weise, die selbst den Tod aus Final Destination beeindrucken würde, und Regisseur Osgood Perkins nimmt sich kaum Zeit, um zu trauern. In der Verfilmung von Stephen Kings Kurzgeschichte spielt Theo James die entfremdeten Zwillingsbrüder Hal und Bill, die beide seit ihrer Kindheit unter den Folgen ihrer Begegnung mit dem verfluchten Spielzeug leiden. Die Todesfälle sind absurd aufwendig inszeniert, doch hinter dem blutigen Spektakel verbirgt sich eine düstere Erkenntnis über die Sterblichkeit: Der Tod ist willkürlich, Trauer wird von Generation zu Generation weitergegeben, und wer versucht, beides zu kontrollieren, verschwendet nur die Zeit, die ihm noch bleibt. Der Film ist brutal, herrlich absurd und weitaus tiefgründiger, als es die explodierenden Körper vermuten lassen. | © NEON

Cropped Final Destination Bloodlines

12. Final Destination: Bloodlines

Nach 14 Jahren Pause erfindet Final Destination: Bloodlines den Tod nicht neu, sondern verpasst ihm eine deutlich ausgeklügeltere Falle. Die College-Studentin Stefani entdeckt, dass ihre Großmutter einst eine Katastrophe in einem Aussichtsturm verhindert und dadurch versehentlich eine ganze Familie erschaffen hat, deren Mitglieder eigentlich niemals hätten existieren dürfen. Die daraus resultierenden Unfälle bringen den herrlich makabren Rhythmus der Filmreihe zurück: Hinweise, falsche Fährten und anatomisch völlig absurde Todesfälle, ohne einfach nur alte Tötungsszenen aufzuwärmen. Auch Tony Todds letzter Auftritt als William Bludworth verleiht diesem ansonsten geradezu ausgelassenen Schlachthaus einen überraschend bewegenden Abschied. | © Warner Bros. Pictures

Cropped companion

11. Companion

Die Enthüllung, dass Iris ein Begleitroboter ist, kommt in Companion früh genug, damit sich der Film auf die weitaus unangenehmere Überraschung konzentrieren kann: Ihr menschlicher Freund ist deutlich weniger menschlich als sie selbst. Regisseur Drew Hancock verpackt eine Geschichte über Kontrolle und häusliche Gewalt in einen stilvollen Thriller, der in einer abgelegenen Hütte spielt. Mit dabei sind programmierbare Intelligenz, einstellbare Aggressionsstufen und eine geradezu grotesk große Menge Blut. Sophie Thatcher verkörpert jede Phase von Iris’ Erwachen überzeugend, ohne sie auf ein mechanisches Klischee zu reduzieren. Jack Quaid wiederum verleiht dem selbstgefälligen „Nice Guy“, der seinen vermeintlichen Charme als Waffe einsetzt, eines der Gesichter, denen man seit Jahren am liebsten eine verpassen würde. | © Warner Bros. Pictures

Cropped 28 years later

10. 28 Years Later

Danny Boyle nutzt 28 Years Later nicht einfach dazu, die Ruinen seines früheren Erfolgs erneut abzufilmen. Der junge Spike verlässt eine befestigte Gezeiteninsel und wagt sich auf das Festland, wo sich die Infizierten zu einem eigenen, erbarmungslosen Ökosystem entwickelt haben. Doch Alex Garlands Drehbuch lenkt die anfängliche Panik nach und nach in eine andere Richtung: hin zu Krankheit, Elternschaft und Trauer. Alfie Williams verkörpert diesen Wandel mit bemerkenswerter Souveränität, während Ralph Fiennes dem hageren Dr. Kelson eine überraschende Menschlichkeit verleiht und ihn zur wohl ungewöhnlichsten Quelle des Mitgefühls im Film macht. Die Infizierten sind inzwischen schneller und größer geworden. Doch den emotionalen Wunden lässt sich immer schwerer entkommen. | © Sony Pictures

The Exit 8 movie cropped processed by imagy

9. Exit 8

Ein leerer U-Bahn-Korridor, ein näher kommender Geschäftsmann und acht Ausgänge sollten eigentlich nicht genug Stoff für einen abendfüllenden Spielfilm bieten. Genki Kawamura sieht das anders. In der Verfilmung des minimalistischen Videospiels sperrt Exit 8 einen namenlosen Pendler in einer grell beleuchteten Endlosschleife ein, in der er jede noch so kleine Unregelmäßigkeit entdecken muss, um voranzukommen. Entgeht ihm etwas, landet er wieder am Anfang. Die Wiederholung wird dabei zugleich zum Rätsel und zur Bedrohung: Durch die ständige Vertrautheit wirken selbst alltägliche Details zunehmend verdächtig. Das Ganze fühlt sich an wie ein von M. C. Escher entworfener Albtraum aus dem Büroalltag und sorgt dafür, dass plötzlich jedes Plakat, jede Deckenleuchte und jeder vorbeigehende Fremde auf unheimliche Weise bedrohlich wirkt. | © Toho

Diés Iraé

8. Diés Iraé

Rohan steckt eine rote Haarspange aus dem Schlafzimmer einer kürzlich verstorbenen ehemaligen Mitschülerin ein. Eine scheinbar beiläufige Grenzüberschreitung, die ihm einen äußerst hartnäckigen Hausgast beschert. Regisseur Rahul Sadasivan verwandelt das makellos eingerichtete Zuhause des wohlhabenden Architekten in ein Instrument aus Schritten, klappernden Türen und dem fernen Klimpern von Fußglöckchen. Dabei zeigt er nur selten mehr als das zunehmend erschütterte Selbstvertrauen von Pranav Mohanlal. Diés Iraé scheint zunächst eine klassische Geistergeschichte zu sein, beginnt dann jedoch, die entscheidenden Fragen zu stellen: Wessen Geist ist hier überhaupt aufgetaucht und warum? Hinter der altbekannten Ausgangssituation verbirgt sich eine überraschend grausame Geschichte über Anspruchsdenken, Besessenheit und unverarbeitete Trauer. | © Night Shift Studios and YNOT Studios

Cropped sinners

7. Sinners

Ryan Coogler erschafft einen Juke Joint in Mississippi, erfüllt ihn mit Bluesmusik und Tanz und lässt anschließend Vampire geduldig vor der Tür warten. Michael B. Jordan spielt die Zwillingsbrüder Smoke und Stack, die nach längerer Abwesenheit zurückkehren, und verleiht ihnen so unterschiedliche Persönlichkeiten, dass ihr identisches Aussehen schnell nebensächlich wird. Newcomer Miles Caton wiederum bildet mit seiner Musik die Seele des Films. Sinners wechselt mühelos zwischen Gangsterdrama, historischem Drama, Romanze und blutigem Belagerungsthriller. Seine vielleicht schärfste Aussage: Raubtiere haben es nicht nur auf Schwarze Körper abgesehen, sondern auch auf die Musik, die Erinnerungen und die Freiheit, die aus ihnen hervorgegangen sind. | © Warner Bros. Pictures

Cropped frankenstein 2025

6. Frankenstein

Guillermo del Toro träumte jahrzehntelang davon, Mary Shelleys Kreatur auf die Leinwand zu bringen. In seiner Verfilmung von Frankenstein betrachtet er das Monster weniger als wissenschaftliches Experiment denn als einen Sohn, den sein Vater im Stich gelassen hat. Oscar Isaac verkörpert Victor als brillanten, theatralischen Mann, der auf tragische Weise unfähig ist, Liebe zu empfinden. Jacob Elordi setzt ihm eine Darstellung entgegen, die von verletzlicher Neugier statt von schwerfälliger Bedrohlichkeit geprägt ist. Die gewaltigen Kulissen und malerischen Gothic-Bilder hätten die Geschichte leicht überwältigen können, doch ihre schmerzhaftesten Momente bleiben zutiefst intim. Del Toro geht es weniger darum, das Publikum zu erschrecken, als ihm das Herz zu brechen. Dadurch erhält die altbekannte Tragödie eine ganz neue emotionale Kraft. | © Netflix

Good Boy

5. Good Boy

Indy kann nicht fragen, warum sein kranker Besitzer ihn in ein abgelegenes Haus auf dem Land gebracht hat. Deshalb zwingt Good Boy das Publikum dazu, die Gefahr gemeinsam mit ihm zu erkennen und zu deuten. Regisseur Ben Leonberg erzählt die Spukhausgeschichte aus der Augenhöhe seines eigenen Nova Scotia Duck Tolling Retrievers und verwandelt dunkle Treppen, verhängte Türöffnungen und fremde Gerüche in Warnsignale, die die Menschen konsequent ignorieren. Diese Perspektive ist weit mehr als ein niedlicher Einfall: Indy versteht Angst und Loyalität, aber nicht Krankheit oder Tod. Ihm dabei zuzusehen, wie er seinen Besitzer Todd beschützt, wird zu einer ungewöhnlich wirkungsvollen und, ehrlich gesagt, geradezu unfairen emotionalen Tortur. | © Independent Film Company and Shudder

Cropped the ugly stepsister

4. The Ugly Stepsister

Aschenputtel profitiert seit Jahrhunderten von einem glänzenden Ruf. The Ugly Stepsister erzählt das Märchen deshalb aus der Perspektive von Elvira, dem vermeintlich hässlichen Mädchen, von dem erwartet wird, dass es sich für die Aufmerksamkeit eines Prinzen selbst verstümmelt. Regisseurin Emilie Blichfeldt inszeniert ihre Verwandlung mit verschluckten Bandwürmern, angenähten Wimpern und grausamen Schönheitsoperationen. All das wird mit der zuckersüßen Eleganz eines aufwendig produzierten Kostümfilms in Szene gesetzt. Der Film ist häufig urkomisch, bis einem das Lachen plötzlich im Halse stecken bleibt. Entscheidend ist dabei, dass sich seine Grausamkeit niemals gegen Elvira richtet. Der eigentliche Witz liegt in einem derart gestörten Schönheitsideal, dass Selbstzerstörung beinahe wie eine vernünftige Entscheidung erscheint. | © Independent Film Company and Shudder

Cropped Nosferatu

3. Nosferatu

Graf Orlok tritt in Nosferatu weniger wie ein verführerischer Aristokrat auf als vielmehr wie eine Seuche, die aus feuchter Erde ausgegraben wurde. Bill Skarsgårds krächzende Stimme, sein verwesender Körper und sein herrlich strenger Schnurrbart nehmen dem Vampir jeden Hauch romantischer Eleganz. Lily-Rose Depp hingegen rückt in Robert Eggers’ Neuinterpretation Ellens Begehren, ihre Scham und ihre übernatürliche Empfänglichkeit ins Zentrum der Geschichte. Hinter jeder Türöffnung scheint ein Schatten zu lauern, der sich bereits auf sein Opfer zubewegt. Eggers bewahrt die erotische Besessenheit der Vorlage, lässt Anziehung jedoch wie eine Krankheit wirken. So entsteht eine Gothic-Romanze, in der sich vernünftigerweise niemand berühren lassen wollen würde. | © Focus Features

Weapons 2025 cropped processed by imagy

2. Weapons

Um 2:17 Uhr nachts rennen 17 Kinder aus derselben Schulklasse mit nach hinten ausgestreckten Armen aus ihren Häusern. Nur ein einziges Kind bleibt zurück. Regisseur Zach Cregger lässt dieses verstörende Bild eine ganze Stadt in seinen Bann ziehen und erzählt Weapons aus der Perspektive einer misstrauisch beäugten Lehrerin, eines wütenden Vaters, eines zwielichtigen Polizisten und mehrerer Menschen, die bemerkenswert katastrophale Entscheidungen treffen. Das Rätsel ist zutiefst verstörend, doch immer wieder legt der Film auch völlig entgleisten Humor frei. Dann taucht Amy Madigan als Tante Gladys auf und beweist, dass eine rote Perücke und verschmierter Lippenstift es noch immer mit aufwendigen Spezialeffekten aufnehmen können. | © Warner Bros. Pictures

Cropped bring her back

1. Bring Her Back

Die Trauer hat Laura innerlich ausgehöhlt. Sally Hawkins verkörpert diese Leere mit einer so beunruhigenden Wärme, dass ihre neuen Pflegekinder Kontrolle zunächst mit Zuneigung verwechseln. Nachdem sie ihren Vater verloren haben, kommen Andy und seine sehbehinderte Schwester Piper in Lauras abgelegenem Haus unter. Dort deuten ein schweigsamer Junge und ein sorgfältig verborgenes Ritual darauf hin, dass diese Unterbringung alles andere als Zufall war. Danny und Michael Philippou inszenieren Bring Her Back als körperlich schonungslosen Horrorfilm, doch die Brutalität dient nicht bloß dem Selbstzweck. Vielmehr stellt der Film eine verstörende Frage: Wie monströs kann Liebe werden, wenn es unerträglicher erscheint, den Tod zu akzeptieren, als den Lebenden Leid zuzufügen? | © A24

1-15

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