Made in Germany: 20 Alltagsgegenstände, die hierzulande erfunden wurden
20 Alltagsgegenstände, die in Deutschland erfunden wurden
Dass berühmte Erfindungen wie das Auto oder der Buchdruck aus Deutschland kommen, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Nicht umsonst haben die heimischen Gefilde neben Dichtern und Denkern mindestens ebenso viele findige Wissenschaftler hervorgebracht. Dennoch gibt es Errungenschaften, die mittlerweile so selbstverständlich geworden sind, dass man gar nicht mehr auf dem Schirm hat, dass sie eigentlich dem deutschen Erfindergeist entsprungen sind. Darum sind hier 20 Alltagsgegenstände, bei denen man nicht sofort ahnt, dass sie in Deutschland erdacht wurden. | © Mercedes-Benz Group
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20. Der Reißverschluss
Obwohl die ersten Vorläufer des praktischen Verschlusses in den USA patentiert wurden, krankten sie jahrelang an klemmenden Metallzähnen. Den weltweiten Durchbruch schaffte die Erfindung erst im bergischen Wuppertal-Barmen. Dort erwarb der Schweizer Martin Winterhalter im Jahr 1923 das Patent von Gideon Sundbäck, verfeinerte die Technik zu „Rippen und Rillen“ und gründete die Firma RiRi. In Wuppertal ging die geniale Konstruktion als Meterware erstmals in die weltweite Massenproduktion und revolutionierte die Textilindustrie von Grund auf. Seither ist der Zipper das wichtigste „Verbindungs-Tool“ für Jacken, Zelte und Rucksäcke. | © Wikipedia
19. Der Kaffeefilter
Wer heute eine Tasse gefilterten Kaffee genießt, verdankt dies dem Erfindergeist einer Dresdner Hausfrau. Anfang des 20. Jahrhunderts ärgerte sich Melitta Bentz regelmäßig über den bitteren Kaffeesatz, der in der Tasse schwamm. Kurzerhand durchlöcherte sie den Boden eines Messingtopfs und legte ein Stück Löschpapier aus dem Schulheft ihres Sohnes hinein. Das Ergebnis war ein klares, aromatisches Heißgetränk ohne störende Krümel. 1908 meldete sie dieses Prinzip zum Patent an und legte den Grundstein für ein globales Kaffee-Imperium. | © Wikipedia
18. Die Zahnpasta in der Tube
Noch vor rund 120 Jahren war das Zähneputzen eine ziemlich staubige Angelegenheit, da Zahnpflegemittel meist als Pulver oder in festen Dosen verkauft wurden. Das änderte sich radikal durch den Dresdner Apotheker Ottomar von Mayenburg, der im Jahr 1907 eine bahnbrechende Idee hatte. Er mischte Zahnputzpulver, Mundwasser und ein Bindemittel zu einer cremigen Paste zusammen. Diese füllte er in flexible Metalltuben, die er unter dem Markennamen „Chlorodont“ vertrieb. Die hygienische und praktische Tube eroberte von Sachsen aus im Sturm die Badezimmer der Welt. | © Wikipedia
17. Der Dauerwelle-Apparat
Die Revolution des Friseurhandwerks nahm ihren Anfang im Schwarzwald, wo Karl Nessler aufwuchs. Er experimentierte jahrelang mit der Frage, wie man glattes Haar dauerhaft in weiche Locken verwandeln könnte. Im Jahr 1906 präsentierte er in London schließlich eine Apparatur, bei der Haare mithilfe von Chemie und erhitzten Metallzylindern geformt wurden. Trotz anfänglicher Verbrennungen bei seinen ersten Versuchen, unter anderem an den Haaren seiner Ehefrau, setzte sich das Verfahren durch. Seine Erfindung prägte die Modetrends des gesamten 20. Jahrhunderts. | © Museum für Energiegeschichte(n)
16. Das Gummibärchen
Die Erfolgsgeschichte der berühmtesten Fruchtgummis der Welt begann in einer winzigen Küche in Bonn. Dort gründete der gelernte Bonbonkocher Hans Riegel im Jahr 1920 sein Unternehmen mit nur einem Sack Zucker, einem Marmeladentopf und einer Herdplatte. Als Firmennamen wählte er ein Akronym aus seinem Namen und der Stadt: Ha-Ri-Bo. Inspiriert von den Jahrmärkten der damaligen Zeit erfand er zwei Jahre später den sogenannten „Tanzbären“ aus Gelatine. Aus diesem elastischen Naschwerk entwickelten sich schließlich die weltbekannten Goldbären. | © Haribo
15. Das Spaghetti-Eis
Es sieht aus wie eine Portion Nudeln mit Tomatensoße, ist aber der absolute Liebling in deutschen Eisdielen. Erfunden wurde das Spaghetti-Eis im Jahr 1969 von dem Mannheimer Speiseeishersteller Dario Fontanella. Er hatte die Idee, Vanilleeis durch eine gekühlte Spätzlespresse zu drücken, um eine nudelartige Form zu erzeugen. Garniert mit Erdbeersoße als Tomatensoße und geraspelter weißer Schokolade als Parmesan war die Täuschung perfekt. Da er damals kein Patent anmeldete, durfte die süße Versuchung von Eisdielen auf der ganzen Welt kopiert werden. | © Eis Fontanella
14. Der Knirps (Taschenregenschirm)
Bis in die 1920er-Jahre hinein waren Regenschirme sperrige, lange Stöcke, die man umständlich mit sich herumtragen musste. Der deutsche Konstrukteur Hans Haupt litt jedoch unter einer Kriegsverletzung, die ihm das gleichzeitige Halten eines Gehstocks und eines Schirms erschwerte. Auf der Suche nach einer Lösung entwickelte er einen Schirm mit einem zusammenschiebbaren Teleskopgestell. Dieses kompakte Modell passte problemlos in eine Tasche und erhielt wegen seiner geringen Größe den Namen „Knirps“. Im Jahr 1928 wurde die geniale Konstruktion patentiert und veränderte das Straßenbild bei Schlechtwetter für immer. | © Rosemarie Schulz Heidelberg
13. Mensch ärgere Dich nicht
Das meistgekaufte Brettspiel Deutschlands verdankt seine Existenz den quengeligen Kindern des Erfinders Josef Friedrich Schmidt. Um seine drei Söhne im Jahr 1907 in einer kleinen Münchner Wohnung sinnvoll zu beschäftigen, vereinfachte er das alte indische Spiel „Pachisi“. Er strich komplizierte Regeln und erfand ein schnörkelloses Spielbrett aus Pappe mit bunten Holzfiguren. Der Durchbruch gelang der Pachisi-Abwandlung im Ersten Weltkrieg, als Schmidt Tausende Exemplare an Lazarette schickte, um den Soldaten die Langeweile zu vertreiben. Heute hat fast jede Familie das Spiel im Schrank stehen. | © Schmidt Spiele
12. Das Backpulver im Päckchen
Chemische Triebmittel für Teig gab es zwar schon vor dem späten 19. Jahrhundert, doch sie waren unzuverlässig und schmeckten oft unangenehm künstlich. Der Apotheker Dr. August Oetker veränderte das Backen radikal, indem er in seiner Bielefelder Backstube jahrelang an der perfekten Rezeptur feilte. Er entwickelte ein geschmacksneutrales Pulver und füllte es in Portionen ab, die exakt auf ein Pfund Mehl abgestimmt waren. Ab 1891 verkaufte er diese verlässliche Mischung unter dem Namen „Backin“ in kleinen Päckchen. Damit garantierte er jeder Hausfrau das Gelingen eines Kuchens und revolutionierte die Lebensmittelindustrie. | © Dr. Oetker
11. Das MP3-Format
Die moderne digitale Musikwelt mit ihren Streaming-Diensten basiert auf einer technologischen Meisterleistung aus Mittelfranken. Am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen suchte ein Forscherteam um Karlheinz Brandenburg ab 1982 nach einer Möglichkeit, Audiodateien drastisch zu verkleinern. Sie machten sich eine Eigenschaft des menschlichen Gehörs zunutze, welches bestimmte Töne ohnehin nicht wahrnimmt, und filterten diese heraus. Das resultierende MP3-Format komprimierte Musik auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe, ohne dass der normale Hörer einen Unterschied bemerkte. Diese Erfindung läutete das Ende der CD-Ära ein. | © Flaticon
10. Die Chipkarte (Smartcard)
Egal ob Krankenversichertenkarte, Kreditkarte oder die SIM-Karte im Smartphone - sie alle nutzen dieselbe Technologie. Die Idee, eine Plastikkarte mit einem elektronischen Schaltkreis zu versehen, wurde 1968 von den deutschen Ingenieuren Helmut Gröttrup und Jürgen Dethloff zum Patent angemeldet. Gröttrup war zuvor unter anderem in der Raketensteuerung tätig und besaß ein tiefes Verständnis für Datenspeicherung. Ihre Erfindung machte den bargeldlosen Zahlungsverkehr und die sichere Identifikation im digitalen Zeitalter überhaupt erst möglich. Heute befinden sich weltweit Milliarden dieser winzigen Mikrochips im Umlauf. | © Wikipedia
9. Die Computer-Maus (mit Rollkugel)
Während der US-Forscher Douglas Engelbart die allererste Maus aus Holz mit zwei Rädern baute, stammt die moderne Kugelmaus aus Deutschland. Die Firma Telefunken entwickelte im Jahr 1968 ein Steuerungsgerät namens „Rollkugel“, bei dem die namengebende Kugel an der Unterseite angebracht war. Dadurch konnte man den Cursor erstmals flüssig in alle Richtungen über den Bildschirm bewegen. Da Telefunken die Erfindung jedoch nur als Zubehör für klobige Großrechner betrachtete, meldete man kein weltweites Patent für den Massenmarkt an. Jahre später bauten amerikanische Firmen das Prinzip nach und feierten globale Erfolge. | © Wikipedia
8. Der Walkman (Prototyp)
Jahrzehntelang galt der japanische Elektronikriese Sony als alleiniger Erfinder des tragbaren Musikabspielgeräts. Doch der deutsch-brasilianische Kulturmanager Andreas Pavel hatte die Idee bereits im Jahr 1977 unter dem Namen „Stereobelt“ in mehreren Ländern patentieren lassen. Seine Erfindung bestand aus einem Gürtel mit Kopfhörern und einem integrierten Kassettenlaufwerk, um unterwegs Musik zu hören. Als Sony kurz darauf den Walkman auf den Markt brachte, begann ein jahrzehntelanger, erbitterter Patentstreit. Erst im Jahr 2004 lenkte der japanische Großkonzern ein und zahlte Pavel eine millionenschwere Entschädigung. | © Wikipedia
7. Das Flüssigkristalldisplay (LCD)
Ohne Flüssigkristalle wären moderne Flachbildschirme, Taschenrechner und Smartphones nicht denkbar. Die physikalische Entdeckung dieser Substanzen, die sich im flüssigen Zustand wie Kristalle verhalten, gelang 1888 dem deutschen Physiker Otto Lehmann. Er erkannte, dass diese Stoffe auf elektrische Spannungen reagieren und dabei ihre Lichtdurchlässigkeit verändern. Es dauerte allerdings noch Jahrzehnte, bis die Industrie diese Entdeckung in flache Bildschirme ummünzen konnte. Heute bildet Lehmanns Grundlagenforschung das Fundament der weltweiten Display-Technologie. | © CLUE
6. Der Eierschneider
Das gleichmäßige Zerteilen von hartgekochten Eiern mit einem Messer führt oft dazu, dass das Eigelb zerbröselt. Um dieses alltägliche Küchenproblem zu lösen, erfand der Berliner Werkzeugmacher Willy Abel Anfang des 20. Jahrhunderts den Eierschneider. Das mechanische Gerät spannt dünne Metalldrähte über einen Rahmen, der das Ei mit einem einzigen Hebeldruck in perfekte Scheiben schneidet. Abel produzierte den Küchenhelfer in seiner eigenen Fabrik in großen Stückzahlen und exportierte ihn weltweit. Das clevere Design hat sich seit über einhundert Jahren optisch kaum verändert. | © Wikipedia
5. Der FCKW-freie Kühlschrank
Kühlschränke waren lange Zeit massive Umweltsünder, da sie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) als Kältemittel nutzten, welche die Ozonschicht zerstörten. Im Jahr 1992 stand die sächsische Firma dkk Scharfenstein kurz vor dem Konkurs, als sie gemeinsam mit der Umweltorganisation Greenpeace ein Wagnis einging. Sie entwickelten den „Greenfreeze“, den weltweit ersten Kühlschrank, der komplett ohne diese schädlichen Gase auskam. Große Chemiekonzerne versuchten die Markteinführung zunächst mit Schmierkampagnen zu verhindern. Doch die umweltfreundliche Technologie setzte sich global durch und ist heute der internationale Industriestandard. | © Wikipedia
4. Der Fischer-Dübel
Das Aufhängen von schweren Gegenständen an verputzten Wänden war für Handwerker früher eine Qual, da Holzpflöcke in den Bohrlöchern schnell locker wurden. Der geniale Erfinder Artur Fischer fand im Jahr 1958 die Lösung in Form eines kleinen Plastikbauteils. Er entwarf einen Spreizdübel aus elastischem Nylon, der sich beim Eindrehen einer Schraube unlösbar im Mauerwerk verkeilte. Die Erfindung revolutionierte die weltweite Befestigungstechnik im Bauwesen von Grund auf. Heute stellt das Familienunternehmen im Schwarzwald täglich Millionen dieser kleinen Alltagshelfer her. | © Wikipedia
3. Der Schnellhefter
Am Ende des 19. Jahrhunderts versanken Behörden und Büros weltweit im absoluten Papierchaos, da lose Dokumente oft einfach übereinandergestapelt wurden. Der Frankfurter Stadtregistrator Carl Gladitz suchte nach einer Methode, um Akten flexibel und chronologisch zu ordnen. Er erfand im Jahr 1895 eine Vorrichtung aus dünnen Blechstreifen, auf die gelochte Papiere aufgereiht und fixiert werden konnten. Zusammen mit einem schützenden Umschlag aus Pappe war der moderne Schnellhefter geboren. Gladitz verkaufte seine Erfindung an die Firma Leitz, welche das Bürowesen damit nachhaltig ordnete. | © Wikipedia
2. Die Antibabypille
Die Einführung der hormonellen Empfängnisverhütung veränderte die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen und die gesellschaftliche Rolle der Geschlechter fundamental. Die weltweit erste Antibabypille mit dem Namen „Anovlar“ wurde vom Berliner Pharmaunternehmen Schering entwickelt. Nach intensiver Forschung kam das Präparat im Jahr 1961 auf den westdeutschen Markt, allerdings zunächst nur als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden für verheiratete Frauen. Die verhütende Wirkung wurde im Beipackzettel nur als „Nebeneffekt“ aufgeführt. Dennoch trat das Medikament von Berlin aus einen unaufhaltsamen globalen Siegeszug an. | © Wikipedia
1. Das Pflaster
Das wichtigste medizinische Basis-Produkt für die Erste Hilfe im Alltag verdankt seine Existenz einem kleinen Missgeschick. Der Hamburger Apotheker Paul Carl Beiersdorf experimentierte 1882 mit einer Klebemasse auf Kautschukbasis, um Arzneien direkt auf der Haut zu fixieren, doch sein Verband klebte viel zu stark und sorgte für Reizungen. Erst der spätere Firmenbesitzer Oscar Troplowitz verfeinerte das Prinzip im Jahr 1901 mit Zinkoxid, wodurch der Klebestreifen sanft heilte und hautverträglich wurde. Unter dem Namen „Leukoplast“ startete die weiße Rolle von Hamburg aus ihren Siegeszug in die Verbandskästen der Welt. Seither ist der schnelle Wundschutz bei kleinen Verletzungen nicht mehr wegzudenken. | © Wikipedia
20 exotische Tierarten in Deutschland
Das waren also 20 unscheinbare Gegenstände, die einem täglich begegnen und dabei kleine Wunder der deutschen Ingenieurskunst sind. Von praktischen Helferlein bis hin zu Technik- und Medizinprodukten sind deutsche Ideen in nahezu jedem Bereich vertreten. | © Wikipedia
Falls dich diese Erfindungen noch nicht genug überrascht haben, gibt es noch 20 exotische Tiere, die tatsächlich auch in Deutschland vorkommen.
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