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Bekannte und berühmte Deutsche, die im Juli 2025 verstorben sind

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Daniel Fersch Daniel Fersch
Galerien - Juli 1st 2026, 07:00 MESZ
Juli 2025 gestorben 00

Bekannte und berühmte Deutsche, die im Juli 2025 verstorben sind

Der Tod gehört genauso zum Leben, wie das Leben selbst – auch wenn dies eine recht tragische Erkenntnis sein mag. Auch im Juli vor einem Jahr sind einige berühmte und bekannte Deutsche und Menschen aus dem deutschsprachigen Raum von uns gegangen, denen wir von EarlyGame auf diese Weise gedenken wollen, um uns an die Dinge zu erinnern, durch welche sie die Leben vieler anderer bereichert, verändert und beeinflusst haben.

Juli 2025 gestorben Gerhard Seiler

Gerhard Seiler (1. Juli 2025)

Gerhard Seiler gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten Karlsruhes. Der CDU-Politiker war von 1986 bis 1998 Oberbürgermeister der Stadt und galt als Verwaltungsfachmann, der Karlsruhe nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich und städtebaulich mitgestaltete. Schon vor seiner Zeit als Oberbürgermeister war Seiler eng mit der Stadt verbunden: Er arbeitete unter anderem als Direktor des städtischen Rheinhafens, wurde später Stadtkämmerer, Bürgermeister und Erster Bürgermeister. Damit kannte er Karlsruhe nicht nur aus der politischen Spitze, sondern auch aus der praktischen Verwaltung heraus.

Neben seiner kommunalpolitischen Laufbahn war Seiler auch akademisch aktiv. Er war Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaften und hatte enge Verbindungen zur Universität Karlsruhe, aus der später das Karlsruher Institut für Technologie hervorging. Dort wurde er später zum Akademischen Ehrenbürger ernannt. Auch über Karlsruhe hinaus spielte Seiler eine Rolle: Er saß im Landtag von Baden-Württemberg und war Mitte der 1990er Jahre Präsident des Deutschen Städtetags.

Besonders in Erinnerung blieb er vielen Karlsruhern auch durch sein Engagement für den Karlsruher SC. Im Jahr 2002 übernahm Seiler in einer schwierigen Phase kurzfristig das Amt des sogenannten „Notpräsidenten“, nachdem der bisherige Präsident Detlef Dietrich zurückgetreten war. Der Verein befand sich damals in einer angespannten finanziellen Lage, und Seiler stellte sich zur Verfügung, um Stabilität zu schaffen und den Club durch diese Krise zu führen.

Für sein Wirken erhielt Gerhard Seiler zahlreiche Auszeichnungen. Dazu zählen unter anderem das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Ehrenbürgerwürde der Stadt Karlsruhe und die Auszeichnung als Akademischer Ehrenbürger des KIT. Als Seiler im Juli 2025 im Alter von 94 Jahren starb, verlor Karlsruhe nicht nur einen ehemaligen Oberbürgermeister, sondern eine Persönlichkeit, die Stadt, Wissenschaft und Sport auf besondere Weise miteinander verband. | © YouTube

Juli 2025 gestorben Edith Raim

Edith Raim (1. Juli 2025)

Edith Raim war eine deutsche Historikerin, die sich über Jahrzehnte intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus, der Verfolgung jüdischer Menschen, den Konzentrationslagern und der juristischen Aufarbeitung von NS-Verbrechen beschäftigte. Schon früh setzte sie sich mit dem Außenlagerkomplex Kaufering des KZ Dachau auseinander — ein Thema, das sie später auch wissenschaftlich weiterverfolgte und das zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit wurde.

Nach ihrem Studium der Geschichte und Germanistik in München und Princeton promovierte Raim 1991 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihre Arbeit über die Dachauer KZ-Außenlagerkomplexe Kaufering und Mühldorf wurde später zu einem viel beachteten Standardwerk. Anschließend war sie unter anderem als Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes an der University of Durham tätig. Weitere berufliche Stationen führten sie zum Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und später an das Institut für Zeitgeschichte in München.

Auch akademisch blieb Raim eng mit der Forschung verbunden. An der Universität Augsburg habilitierte sie sich mit einer Arbeit über den Wiederaufbau der Justiz und die Ahndung von NS-Verbrechen in Westdeutschland nach 1945. Damit beschäftigte sie sich nicht nur mit den Verbrechen selbst, sondern auch mit der Frage, wie die deutsche Nachkriegsgesellschaft juristisch und politisch mit diesen Taten umging.

Ihre Veröffentlichungen behandelten unter anderem Konzentrationslager, jüdische Überlebende, lokale Erinnerungskultur, NS-Prozesse und die Frühgeschichte nationalsozialistischer Bewegungen. Raim verband dabei historische Genauigkeit mit dem Anspruch, Erinnerung sichtbar und zugänglich zu machen — nicht nur für Fachkreise, sondern auch für eine breitere Öffentlichkeit.

2024 übernahm sie die wissenschaftliche Leitung des Projekts „Nazi Crimes Atlas – Digitaler Atlas NS-Verbrechen“. Ziel des Projekts ist es, Tatorte nationalsozialistischer Verbrechen digital zu kartieren und dadurch sichtbar zu machen, wie dicht das Netz dieser Gewaltorte war. Der Atlas soll zeigen, dass NS-Verbrechen nicht nur an wenigen bekannten Orten stattfanden, sondern tief in Städte, Dörfer und Nachbarschaften hineinwirkten.

Mit Edith Raims Tod im Juli 2025 verlor die deutsche Geschichtswissenschaft eine wichtige Stimme der NS-Forschung und Erinnerungskultur. Ihr Werk steht für eine Forschung, die nicht beim Archiv stehen bleibt, sondern historische Verantwortung, lokale Spurensuche und öffentliche Vermittlung miteinander verbindet. | © YouTube

Juli 2025 gestorben Peter Spary

Peter Spary (02. Juli 2025)

Peter Spary war ein deutscher Verbandsfunktionär, Lobbyist und Netzwerker, der über Jahrzehnte an der Schnittstelle von Wirtschaft, Politik und Verbandswesen tätig war. Besonders eng verbunden war sein Name mit dem deutschen Mittelstand und dem Groß- und Außenhandel. Von 1990 bis 2001 war er Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels, dem heutigen BGA. Dort vertrat er die Interessen von Unternehmen gegenüber Politik und Öffentlichkeit und galt als eine vernehmbare Stimme für unternehmerische Freiheit und mittelständische Belange.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Spary 2014 durch einen satirischen Beitrag der ZDF-heute-show bekannt. Darin wurde er zugespitzt als „mutmaßlich mächtigster Mann Deutschlands“ bezeichnet. Der Beitrag spielte auf seinen offenen Umgang mit Lobbyarbeit und seine zahlreichen Kontakte in Politik und Wirtschaft an. Gerade diese Episode machte Spary auch außerhalb der Verbandswelt bekannt und löste Diskussionen über Transparenz, Einflussnahme und Lobbyismus in Deutschland aus.

Spary selbst verstand seine Arbeit vor allem als Interessenvertretung. Nach seiner Zeit beim BGA gründete er mit Spary Network Communication ein eigenes Büro für Verbands- und Politikkommunikation. Zudem war er weiterhin in verschiedenen wirtschaftsnahen Organisationen tätig, unter anderem im Bereich Brandschutz sowie in mehreren Verbänden und Gesellschaften, die politische, wirtschaftliche und internationale Kontakte pflegten.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Spary in außergewöhnlich großem Umfang ehrenamtlich. Er hatte mehr als 15 Ehrenämter inne und war unter anderem für die Deutsche Afrika Stiftung, die Deutsch-Jordanische Gesellschaft, die Deutsch-Taiwanische Gesellschaft und die Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft aktiv. Besonders stark prägte er auch die Deutsch-Ungarische Gesellschaft, deren Präsident er von 1999 bis 2019 war und deren Ehrenpräsident er anschließend wurde. Sein ehrenamtliches Wirken zeigt, dass Spary nicht nur wirtschaftliche Interessen vertrat, sondern auch auf internationale Verständigung und bilaterale Beziehungen setzte.

Für seine Arbeit wurde Peter Spary mehrfach ausgezeichnet. Zu seinen Ehrungen zählen unter anderem das Bundesverdienstkreuz, das Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sowie internationale Auszeichnungen wie der Nationale Orden des Löwen in der Offiziersklasse des Präsidenten der Republik Senegal. Diese Auszeichnungen spiegeln die Breite seines Wirkens wider: von der deutschen Wirtschaftspolitik über Verbandsarbeit bis hin zu internationalen Freundschaftsgesellschaften.

Mit seinem Tod im Juli 2025 verlor Deutschland eine umstrittene, aber zweifellos einflussreiche Figur des politischen und wirtschaftlichen Verbandswesens. Peter Spary stand für eine Form der Interessenvertretung, die in Deutschland lange im Hintergrund wirkte, durch seine öffentliche Bekanntheit aber auch beispielhaft für die Debatte über Lobbyismus, Netzwerke und politische Transparenz wurde. | © ZDF

Juli 2025 gestorben Hermann Merchel

Hermann Merchel (2. Juli 2025)

Hermann Merchel war ein deutscher Fußballtorwart, der vor allem mit Schwarz-Weiß Essen verbunden blieb. In einer Zeit, in der der Fußball noch deutlich bodenständiger war als im modernen Profibetrieb, stand Merchel für Verlässlichkeit, Vereinstreue und eine Spielweise, die weniger von großer Inszenierung als von Einsatz, Reflexen und Charakter geprägt war.

1958 wechselte er von der SG Wattenscheid 09 zum ETB Schwarz-Weiß Essen und wurde dort über viele Jahre zu einer festen Größe. Besonders unvergessen blieb die Pokalsaison 1959, in der Essen überraschend den DFB-Pokal gewann. Merchel glänzte dabei mit wichtigen Paraden gegen favorisierte Gegner und hatte großen Anteil daran, dass der Verein vom Uhlenkrug seinen größten sportlichen Erfolg feiern konnte.

Auch optisch blieb Merchel vielen Fans im Gedächtnis. Den Spitznamen „Kasper“ erhielt er, weil er gern bunte, gestrickte Torwartpullover trug – in einer Zeit, in der Torhüter meist deutlich schlichter auftraten. Was heute fast wie ein modisches Markenzeichen wirken würde, war damals eine echte Besonderheit und machte Merchel zu einer unverwechselbaren Figur auf dem Platz.

Seine Karriere verlief jedoch keineswegs geradlinig. Mehrfach sah es so aus, als würde seine Zeit als Torwart zu Ende gehen – mal wegen seines Alters, mal wegen Verletzungen. Doch Merchel kehrte immer wieder zurück und bewies, wie wichtig er für seine Mannschaft war. Nach dem Abstieg aus der Oberliga hielt er dem ETB die Treue, gehörte zu den wenigen Spielern, die blieben, und war 1967 sogar noch einmal nah am Bundesliga-Aufstieg.

Zur Saison 1970/71 verabschiedete sich Merchel zunächst verletzungsbedingt vom ETB, kehrte aber bereits nach einem Jahr wieder zurück. Als ältester Torwart der Liga nahm er seinen Status sogar mit Humor: Zum ersten Training erschien er als gebeugter alter Mann mit aufgeklebtem Bart und Zylinder. Diese Anekdote zeigt gut, warum Merchel nicht nur sportlich, sondern auch menschlich in Erinnerung blieb.

Seine letzten Spiele absolvierte er 1975 mit 38 Jahren in der Amateurmannschaft von Schwarz-Weiß Essen, die sich für die Endrunde der Deutschen Amateurmeisterschaft qualifizierte. Mit Hermann Merchel starb im Juli 2025 nicht nur ein ehemaliger DFB-Pokalsieger, sondern eine echte Essener Fußballlegende – ein Torwart, der für eine andere Fußballzeit stand: rauer, regionaler, persönlicher und voller Geschichten. | © Transfermarkt.de / Facebook

Juli 2025 gestorben Helmut Schmidt Rhen

Helmut Schmidt Rhen (3. Juli 2025)

Helmut Schmidt Rhen war ein deutscher Maler der Konkreten Kunst, Kommunikationsdesigner und Hochschullehrer. Er gehörte zu jenen Gestaltern, die Kunst und Design nicht als getrennte Welten verstanden, sondern als zwei Formen derselben visuellen Denkweise. Besonders prägend war seine Verbindung zur Kasseler Schule der Plakatkunst, Buch- und Zeitschriftengrafik. Gemeinsam mit Gestaltern wie Christian Chruxin und Wolfgang Schmidt zählte er zu den herausragenden systematischen Gestaltern dieser Richtung.

Geboren wurde Schmidt Rhen 1936 in Köln. Von 1957 bis 1960 studierte er Grafik und Malerei an der Staatlichen Werkakademie in Kassel. Schon früh entwickelte er eine Bildsprache, die von Ordnung, Fläche, Typografie, Farbe und seriellen Strukturen geprägt war. Seine Arbeit bewegte sich dabei zwischen strenger Systematik und künstlerischer Offenheit. Genau diese Fähigkeit machte ihn zu einem Grenzgänger: Er konnte freie künstlerische Arbeiten schaffen, aber ebenso visuelle Erscheinungsbilder, Plakate, Bücher und grafische Konzepte gestalten, die klar, funktional und dennoch künstlerisch anspruchsvoll waren.

In den 1960er Jahren arbeitete Schmidt Rhen unter anderem als Grafiker und Art Director bei der Baseler Agentur GGK. Später war er als Maler und Grafiker in Köln tätig und übernahm 1967/68 die Art Direction der Zeitschrift „Capital“. Ab 1968 lehrte er zunächst an der Werkkunstschule Düsseldorf, später als Professor für Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Düsseldorf, wo er bis 1993 tätig war. Damit prägte er nicht nur die visuelle Kultur seiner Zeit, sondern auch mehrere Generationen von Gestalterinnen und Gestaltern.

Zu seinen bekannten angewandten Arbeiten gehörte unter anderem das umfassende visuelle Erscheinungsbild der Kölner Stadtbücherei. Auch seine Plakate, Buchgestaltungen und typografischen Arbeiten zeigen, wie konsequent er Gestaltung als System verstand: nicht als reine Dekoration, sondern als präzise organisierte visuelle Sprache.

Parallel dazu widmete sich Schmidt Rhen immer stärker seiner freien Kunst. In konstruktiven Bildern, seriellen Experimenten, Typoesien, Collagen und sogenannten Straßenabdrucken untersuchte er das Verhältnis von Form, Farbe, Zufall, Sprache und Ordnung. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, darunter in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Italien und Ungarn. Arbeiten von ihm befinden sich bis heute in wichtigen Sammlungen, unter anderem im Museum of Modern Art in New York, in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, im Museum Folkwang in Essen und im Museum Morsbroich in Leverkusen.

Mit Helmut Schmidt Rhens Tod im Juli 2025 verlor die deutsche Design- und Kunstgeschichte eine Persönlichkeit, die wie kaum eine andere zwischen freier Kunst, Kommunikationsdesign und Lehre vermittelte. Sein Werk steht für eine Zeit, in der Gestaltung noch als ernsthafte visuelle Forschung verstanden wurde – klar, systematisch, reduziert und zugleich voller poetischer Möglichkeiten. | © Page One / Vimeo

Juli 2025 gestorben Anita Kupsch

Anita Kupsch (3. Juli 2025)

Anita Kupsch war eine deutsche Volksschauspielerin, Theaterdarstellerin und Synchronsprecherin, die über Jahrzehnte zu den vertrauten Gesichtern des deutschen Fernsehens gehörte. Besonders große Bekanntheit erlangte sie durch ihre Rolle als Arzthelferin Gabi Köhler in der ARD-Vorabendserie „Praxis Bülowbogen“. An der Seite von Günter Pfitzmann prägte sie von 1987 bis 1996 eine Serie, die für viele Zuschauerinnen und Zuschauer fest zum deutschen Fernsehalltag gehörte.

Geboren wurde Kupsch 1940 in Berlin. Schon früh kam sie zur Bühne: Mit 16 Jahren wurde sie für das Kabarett entdeckt, später absolvierte sie eine Schauspielausbildung an der UFA-Nachwuchsschauspielschule in Berlin. Ihre Laufbahn begann zunächst am Theater, unter anderem am Berliner Renaissance-Theater. Es folgten Engagements am Hebbel-Theater, an der Komödie am Kurfürstendamm, an den Hamburger Kammerspielen und an weiteren Bühnen. Gerade dort zeigte sich ihre große Stärke: Kupsch konnte Komik, Berliner Direktheit und emotionale Wärme miteinander verbinden.

Auch im Film und Fernsehen war sie früh präsent. Bereits 1962 war sie in der internationalen Produktion „Tunnel 28“ zu sehen, einem Fluchtdrama über eine spektakuläre Flucht aus Ost-Berlin. Später folgten zahlreiche Fernsehrollen, unter anderem in Serien wie „Okay S.I.R.“, „Ein Mann will nach oben“, „Ravioli“ und mehreren „Tatort“-Produktionen. Mit „Praxis Bülowbogen“ wurde sie schließlich einem Millionenpublikum bekannt. Ihre Gabi Köhler war schlagfertig, herzlich und bodenständig – eine Figur, die sehr gut zu Kupschs eigener Ausstrahlung passte.

1998 erhielt Anita Kupsch mit „Anitas Welt“ sogar ihre eigene Comedyshow im ZDF. Damit wurde sie noch einmal stärker als komödiantische Hauptfigur ins Zentrum gestellt. Doch ihr künstlerisches Schaffen reichte weit über diese eine Serie hinaus. Insgesamt wirkte sie in annähernd 100 Film- und Fernsehproduktionen mit und blieb parallel dem Theater treu. Besonders erfolgreich war sie später auch mit Bühnenproduktionen wie „Golden Girls“ und dem Solostück „Männer und andere Irrtümer“, mit dem sie viele Jahre auf Tournee ging.

Neben Kamera und Bühne arbeitete Kupsch außerdem als Synchronsprecherin. Sie lieh ihre Stimme verschiedenen internationalen Schauspielerinnen und war auch in Hörspielen und Zeichentrickproduktionen zu hören. Dadurch wurde sie nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar Teil der deutschen Unterhaltungskultur.

Mit Anita Kupschs Tod im Juli 2025 verlor das deutsche Fernsehen eine Schauspielerin, die für eine bestimmte Form von populärer Unterhaltung stand: nahbar, pointiert, manchmal frech, aber immer mit großem handwerklichem Können. Sie war keine distanzierte Diva, sondern eine Darstellerin, die beim Publikum Vertrauen auslöste – auf der Bühne, im Fernsehen und mit ihrer Stimme. | © YouTube

Juli 2025 gestorben Christoph Schobesberger

Christoph Schobesberger (5. Juli 2025)

Christoph Schobesberger war ein deutsch-österreichischer Schauspieler und Sänger, der sowohl auf der Bühne als auch im Fernsehen zu Hause war. Geboren wurde er 1954 in Salzburg, wo sich schon früh seine musikalische Begabung zeigte. Von 1964 bis 1968 war er Mitglied der Wiener Sängerknaben, bevor er später ein Gesangsstudium am Mozarteum in Salzburg und an der Hochschule für Musik in Wien aufnahm. Seine Schauspielausbildung absolvierte er am Max-Reinhardt-Seminar in Wien.

Nach seiner Ausbildung führte ihn seine Theaterlaufbahn an zahlreiche bekannte Bühnen im deutschsprachigen Raum. Er war unter anderem am Volkstheater Wien, an den Düsseldorfer Kammerspielen, an der Komödie im Bayerischen Hof in München, am Theater des Westens in Berlin, am Theater am Dom in Köln und an der Komödie im Winterhuder Fährhaus in Hamburg engagiert. Dort zeigte er seine Vielseitigkeit in klassischen und modernen Rollen, darunter Stücke von Schiller, Shakespeare und Eugene O’Neill.

Auch im Fernsehen wurde Schobesberger einem größeren Publikum bekannt. Er war in zahlreichen deutschen Film- und Serienproduktionen zu sehen, darunter „Tatort“, „Liebling Kreuzberg“, „Wolffs Revier“, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Sturm der Liebe“ und „Hannah – Wege zum Glück“. Besonders prägend blieb seine Rolle als Oberarzt Dr. Johannes Stein in der Sat.1-Serie „Für alle Fälle Stefanie“, durch die ihn viele Zuschauerinnen und Zuschauer über Jahre hinweg kannten.

Neben der Schauspielerei blieb die Musik ein wichtiger Teil seines künstlerischen Lebens. Schobesberger trat mit Konzertabenden und Lesungen auf, widmete sich Programmen über Frank Sinatra und George Gershwin und verband dabei Gesang, Schauspiel und Erzählung. Gerade diese Mischung machte ihn zu einem Künstler, der nicht nur Rollen spielte, sondern Abende tragen konnte – mit Stimme, Präsenz und musikalischem Gespür.

Später wirkte Schobesberger auch als Theatermacher. Im September 2024 übernahm er die Intendanz des Theaters im Souterrain des Wiener Café Prückel, das unter dem Namen „Stella-Theater“ an die Tradition der Kleinkunstbühne „Der liebe Augustin“ und deren Gründerin Stella Kadmon anknüpfen sollte. Nur wenige Monate später gab er bekannt, die Intendanz aus persönlichen Gründen wieder abzugeben.

Mit Christoph Schobesbergers Tod im Juli 2025 verlor die deutschsprachige Theater- und Fernsehlandschaft einen vielseitigen Künstler, der über Jahrzehnte zwischen Schauspiel, Musik und Unterhaltung vermittelte. Er stand für eine Form von Bühnenpräsenz, die handwerkliche Ausbildung, musikalische Eleganz und populäre Fernseherfahrung miteinander verband.

| © YouTube

Juli 2025 gestorben Ernst Kahl

Ernst Kahl (5. Juli 2025)

Ernst Kahl war ein deutscher Cartoonist, Maler, Autor, Sänger, Drehbuchautor und Schauspieler – ein Künstler, der sich kaum auf eine einzige Rolle festlegen ließ. Bekannt wurde er vor allem durch seine satirischen Zeichnungen, Cartoons und Bildergeschichten, die unter anderem in „Titanic“, „Pardon“, „konkret“, „Die Zeit“ und der „Süddeutschen Zeitung“ erschienen. Mit seinem eigenwilligen Blick auf Alltag, Körper, Essen, Tiere und menschliche Abgründe gehörte Kahl zu den prägenden Vertretern der Komischen Kunst.

Sein Stil war dabei nie nur auf schnelle Pointen ausgelegt. Kahl verband Humor mit handwerklicher Genauigkeit, malerischer Qualität und einem oft ziemlich schwarzen Sinn für das Absurde. Seine Bilder konnten auf den ersten Blick komisch wirken, beim zweiten Hinsehen aber deutlich unangenehmer, klüger oder bitterer werden. Genau darin lag eine seiner großen Stärken: Er brachte das Publikum zum Lachen, aber fast immer so, dass hinter dem Witz noch ein Gedanke, eine Beobachtung oder eine kleine Zumutung steckte.

Kahl arbeitete nicht nur als Zeichner und Maler, sondern auch als Autor, Musiker und Filmemacher. Zu seinen bekanntesten Arbeiten im Filmbereich gehörten Skripte und Drehbucharbeiten für „Werner – Beinhart!“. Außerdem schrieb er gemeinsam mit Detlev Buck das Drehbuch zu „Wir können auch anders …“, wofür er 1993 mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet wurde. Auch als Musiker trat er in Erscheinung, unter anderem mit Liedern und Bühnenprogrammen, die denselben schrägen, lakonischen Humor trugen wie seine Zeichnungen.

Für sein vielseitiges Schaffen erhielt Ernst Kahl mehrere Auszeichnungen. Dazu zählen der Göttinger Elch für sein Lebenswerk, der Wilhelm-Busch-Preis und der Sondermann-Preis für Komische Kunst. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, unter anderem im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover, in der Caricatura Galerie in Kassel und im Caricatura Museum Frankfurt.

Mit Ernst Kahls Tod im Juli 2025 verlor die deutsche Satire- und Kunstszene einen außergewöhnlichen Grenzgänger. Er war kein klassischer Cartoonist, der nur Witze illustrierte, sondern ein Künstler, der die Komik selbst ernst nahm — als Form des Denkens, des Zweifelns und des genauen Hinschauens. Sein Werk bleibt als Mischung aus hoher Kunst, schmutzigem Witz, böser Beobachtung und großer handwerklicher Könnerschaft in Erinnerung. | © YouTube

Juli 2025 gestorben Rene Pascal

René Pascal (7. Juli 2025)

René Pascal war ein deutscher Schlagersänger, Entertainer und Gastronom, der mit bürgerlichem Namen Hans-Dieter Wolter hieß. Schon um sein Geburtsdatum machte er ein kleines Mysterium: Immer wieder kursierten unterschiedliche Jahreszahlen, was fast schon perfekt zu seiner schillernden Kunstfigur passte. Denn René Pascal war nie einfach nur ein Schlagersänger — er war eine bewusst überzeichnete Figur zwischen Ruhrgebiets-Original, Partykönig und selbsternanntem „Schlagergott aus dem Kohlenpott“.

Seine Karriere begann nicht auf den ganz großen Bühnen, sondern eher dort, wo Schlager oft am ehrlichsten funktioniert: in Kneipen, Diskotheken und auf lokalen Veranstaltungen. Pascal arbeitete zunächst als Friseur und später als Discjockey, bevor er selbst als Sänger auftrat. Mit seiner Vorliebe für grelle Outfits, große Gesten und eingängige Schlager-Melodien entwickelte er schnell einen eigenen Wiedererkennungswert. Er nahm seine Musik ernst, aber nie so sehr, dass sie ihren Humor verlor.

Besonders im Ruhrgebiet wurde René Pascal zur Kultfigur. In Essen betrieb er über viele Jahre die Kneipe „Drehscheibe“ in Rüttenscheid, die nicht nur Gaststätte, sondern auch eine Art Bühne für seine Persönlichkeit war. Dort verband sich sein Leben als Gastronom mit seiner Rolle als Entertainer. Für viele Fans war Pascal weniger ein klassischer Star als vielmehr ein lokales Original, das genau durch seine Übertreibung, seine Direktheit und seine schrille Selbstinszenierung liebenswert wurde.

Auch über Essen hinaus bekam Pascal Aufmerksamkeit. Seine partylastigen Schlager und seine auffällige Erscheinung brachten ihm mehrere Fernsehauftritte ein, unter anderem bei „TV total“. Dort passte seine Mischung aus Selbstironie, Exzentrik und Schlagersound perfekt in den Ton der Sendung. Lieder wie „Gesucht und gefunden“, „Mein Name ist Pascal“, „Der Internet-Song“ oder „Wochenende in der Kneipe“ zeigten, worum es bei ihm ging: einfache Refrains, viel Gute-Laune-Energie und eine Figur, die größer war als der eigentliche Song.

Gerade diese Mischung machte René Pascal besonders. Er war kein glatt produzierter Schlagerstar, sondern jemand, der aus seiner eigenen Überzeichnung eine Marke machte. Seine Fans liebten ihn für das Skurrile, das Unperfekte und das Ehrliche an seiner Erscheinung. Er verkörperte eine Form von Unterhaltung, die nicht distanziert oder kühl war, sondern laut, bunt, nahbar und manchmal herrlich absurd.

Mit René Pascals Tod im Juli 2025 verlor Essen eines seiner auffälligsten Originale. Er hinterließ keine Karriere im klassischen Sinne großer Chart-Erfolge, sondern etwas vielleicht Eigenständigeres: eine Kultfigur, die bewies, dass Schlager nicht nur aus Hochglanz, sondern auch aus Kneipenlicht, Humor, Selbstinszenierung und echter regionaler Verbundenheit bestehen kann. | © Twitter

Juli 2025 gestorben Heinrich Matthaei

Heinrich Matthaei (7. Juli 2025)

Johannes Heinrich Matthaei war ein deutscher Biochemiker und einer jener Forscher, deren Leistung die moderne Molekularbiologie entscheidend mitprägte. Er war Direktor der Abteilung Molekulare Genetik am Göttinger Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin und Professor für Biochemie und Neurobiologie an der Universität Göttingen. Sein Name ist untrennbar mit einem der großen wissenschaftlichen Durchbrüche des 20. Jahrhunderts verbunden: der Entzifferung des genetischen Codes.

Geboren wurde Matthaei 1929 in Bonn. Nach dem Studium der Biologie und Biochemie promovierte er an der Universität Bonn in Pflanzenphysiologie. Anschließend wandte er sich der Molekularbiologie zu — einem damals noch jungen Forschungsfeld, in dem zentrale Fragen des Lebens gerade erst experimentell greifbar wurden: Wie wird genetische Information gelesen? Wie entsteht aus RNA ein Protein? Und nach welchen Regeln übersetzt eine Zelle ihre Erbinformation in biologische Funktion?

Anfang der 1960er Jahre ging Matthaei an die National Institutes of Health in Bethesda in den USA und arbeitete dort im Labor von Marshall Nirenberg. Gemeinsam gelang ihnen 1961 der erste entscheidende Durchbruch bei der Entzifferung des genetischen Codes. Beim berühmten Poly-U-Experiment verwendete Matthaei eine künstliche RNA, die ausschließlich aus Uracil-Bausteinen bestand. Dadurch konnte gezeigt werden, dass diese RNA die Bildung eines Proteins aus Phenylalanin steuert. Vereinfacht gesagt: Das Codon UUU steht für die Aminosäure Phenylalanin. Damit war erstmals experimentell bewiesen, wie genetische Information in eine konkrete Aminosäure übersetzt wird.

Dieses Experiment öffnete die Tür zur vollständigen Entzifferung des genetischen Codes und gilt bis heute als Wendepunkt der Molekularbiologie. Es zeigte, dass das Leben auf einer lesbaren molekularen Sprache beruht — einer Sprache, die in DNA und RNA gespeichert ist und in Proteine übersetzt wird. Ohne diesen Durchbruch wären viele spätere Entwicklungen der Genetik, Biotechnologie und modernen Medizin kaum denkbar gewesen.

Umso bemerkenswerter ist, dass Matthaei selbst nicht mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. 1968 erhielten Marshall Nirenberg, Har Gobind Khorana und Robert W. Holley den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Arbeiten zur Interpretation des genetischen Codes und seiner Funktion in der Proteinsynthese. Matthaeis zentrale Rolle beim ersten Durchbruch blieb dabei außen vor. In der Wissenschaftsgeschichte gilt das bis heute als umstrittene Entscheidung, weil gerade sein Experiment den Startpunkt für die spätere Entschlüsselung des Codes bildete.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland baute Matthaei ab 1963 in Göttingen ein eigenes Labor am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin auf. 1973 wurde er Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und übernahm die Leitung der Abteilung Molekulare Genetik. Später beschäftigte er sich zunehmend auch mit neurobiologischen Fragen. Sein wissenschaftlicher Weg führte ihn damit von der Pflanzenphysiologie über die Molekulargenetik bis hin zu den Grundlagen des Nervensystems.

In seinen späteren Jahren wandte sich Matthaei außerdem Themen zu, die stärker an Naturphilosophie und spekulative Grenzbereiche anschlossen. Dazu gehörten Fragen nach Bewusstsein, sogenannten supramateriellen Kräften und Energien sowie Verfahren zur Herstellung und Messung sogenannter informativer Lebensenergie-Einheiten, für die er auch ein Patent hielt. Diese Arbeiten standen deutlich außerhalb des etablierten wissenschaftlichen Mainstreams, zeigen aber zugleich, dass Matthaei bis ins hohe Alter von grundlegenden Fragen angetrieben wurde: Was ist Leben? Wie entsteht Bewusstsein? Und ob es jenseits messbarer Moleküle noch weitere Ordnungsprinzipien geben könnte.

Mit Johannes Heinrich Matthaeis Tod im Juli 2025 verlor die Wissenschaft einen Forscher, dessen Name stärker in Erinnerung bleiben sollte. Seine spätere Hinwendung zu ungewöhnlichen Themen mag kontrovers erscheinen, doch sein historischer Rang bleibt unbestritten: Er war der Mann, der mit einem entscheidenden Experiment half, die Sprache des Lebens erstmals lesbar zu machen. | © Wikipedia

Juli 2025 gestorben Dieter Kuprella

Dieter Kuprella (7. Juli 2025)

Dieter Kuprella war ein deutscher Basketballspieler und -trainer, der zu den prägenden Figuren der frühen Erfolgsgeschichte von Bayer Leverkusen gehörte. Geboren wurde er 1946 in Gelsenkirchen, wo er auch seine ersten wichtigen Schritte im Basketball machte. Über Jugendnationalmannschaften und den ASC Gelsenkirchen spielte er sich in die Bundesliga und wechselte 1968 nach Leverkusen — zu einem Verein, der kurz darauf zu einer der großen Basketballadressen Deutschlands werden sollte.

Mit Bayer Leverkusen gehörte Kuprella zu jener ersten Erfolgsmannschaft, die den Grundstein für den späteren Status des Vereins als deutscher Basketball-Rekordmeister legte. Gemeinsam mit Spielern wie Norbert Thimm, Jochen Pollex und Largo Wandel prägte er eine goldene Phase unter dem Bayer-Kreuz. Zwischen 1970 und 1972 gewann Leverkusen drei deutsche Meisterschaften in Folge, 1976 folgte ein weiterer Titel. Dazu kamen mehrere Pokalsiege, die Kuprella zu einem der erfolgreichsten deutschen Basketballspieler seiner Generation machten.

Auch in der Nationalmannschaft spielte Kuprella eine wichtige Rolle. Insgesamt kam er auf 108 Länderspiele für die Bundesrepublik Deutschland. Ein besonderer Höhepunkt seiner Karriere war die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1972 in München. Schon Jahre zuvor war er in den erweiterten Olympiakader berufen worden, doch seine Vorbereitung wurde durch eine schwere Verletzung unterbrochen: Im Oktober 1971 erlitt er einen Achillessehnenabriss. Dass er sich dennoch zurückkämpfte und in München in acht Spielen zum Einsatz kam, zeigt, wie groß sein Ehrgeiz und seine Bedeutung für das Team waren.

Kuprella war kein Spieler, der nur über einzelne spektakuläre Momente definiert wurde. Er stand vielmehr für Konstanz, Teamgeist und eine Generation deutscher Basketballer, die den Sport hierzulande aus einer eher kleinen Szene heraus in Richtung größerer Öffentlichkeit führte. In den 1970er Jahren war Basketball in Deutschland noch weit entfernt von der heutigen medialen Präsenz. Spieler wie Kuprella trugen dazu bei, Strukturen, Erfolge und Identifikation aufzubauen.

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere blieb er dem Basketball erhalten. In Leverkusen arbeitete er als Trainer, unter anderem im Jugendbereich, und gab seine Erfahrung an jüngere Spielerinnen und Spieler weiter. Später war er auch als Assistenztrainer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft tätig und betreute weitere Teams im Umfeld des deutschen Basketballs. Damit prägte er den Sport nicht nur als Spieler, sondern auch als Ausbilder und Förderer.

Mit Dieter Kuprellas Tod im Juli 2025 verlor der deutsche Basketball eine Persönlichkeit, die eng mit einer Aufbauzeit des Sports verbunden war. Er war Olympiateilnehmer, Nationalspieler, mehrfacher deutscher Meister und später Trainer – aber vor allem einer jener Menschen, die Bayer Leverkusens Basketballgeschichte entscheidend mitgeschrieben haben. | © Olympedia

Juli 2025 gestorben Jürgen Schornagel

Jürgen Schornagel (8. Juli 2025)

Jürgen Schornagel war ein deutscher Schauspieler, der über Jahrzehnte auf Theaterbühnen, im Fernsehen und im Film präsent war. Geboren wurde er 1939 in Essen, wo er in einer Bergarbeiterfamilie aufwuchs. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Folkwang Hochschule, bevor er seine Karriere zunächst am Theater begann. Dort stand er unter anderem am Staatstheater Stuttgart, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und an der Berliner Volksbühne auf der Bühne.

Einem breiteren Publikum wurde Schornagel vor allem durch seine zahlreichen Fernsehrollen bekannt. Besonders prägend war seine Darstellung des Kriminalhauptkommissars Winter in der RTL-Serie „Doppelter Einsatz“. Auch in mehreren „Tatort“-Folgen, in „Derrick“, „Polizeiruf 110“ und weiteren Krimi- und Fernsehproduktionen war er zu sehen. Häufig wurde er als kantiger Charakter, Autoritätsfigur oder Gegenspieler besetzt — Rollen, denen er mit seiner markanten Präsenz und seiner ruhigen Intensität viel Gewicht verlieh.

Auch im Kino und in großen Fernsehfilmen hinterließ Schornagel Spuren. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen unter anderem „Antikörper“, „Das Wunder von Lengede“, „Schlafes Bruder“, „Comedian Harmonists“, „Marlene“, „Die Stunde der Offiziere“ und „Die Sturmflut“. Gerade diese Bandbreite zeigt, dass er nicht auf ein einzelnes Genre festgelegt war. Er konnte im Krimi ebenso überzeugen wie im historischen Drama oder in anspruchsvollen Charakterrollen.

Für seine Arbeit wurde Schornagel mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt den Berliner Theaterpreis und 2002 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Schauspieler Nebenrolle“ für die Episode „Der Mörder in dir“ der Serie „Doppelter Einsatz“. Diese Auszeichnung würdigte genau das, was viele seiner Rollen auszeichnete: eine starke Nebenfigur, die nicht im Zentrum stehen musste, um eine Szene entscheidend zu prägen.

Mit Jürgen Schornagels Tod im Juli 2025 verlor die deutsche Film-, Fernseh- und Theaterlandschaft einen erfahrenen Charakterdarsteller. Er gehörte nicht zu den Schauspielern, die durch große öffentliche Inszenierung auffielen, sondern zu jenen, die durch handwerkliche Präzision, Verlässlichkeit und eine unverwechselbare Ausstrahlung in Erinnerung bleiben. Seine Karriere steht für ein Schauspiel, das oft im Hintergrund wirkte, dort aber umso nachhaltiger Eindruck hinterließ.

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Juli 2025 gestorben Silke Hildebrandt

Silke Hildebrandt (8. Juli 2025)

Silke Hildebrandt war eine deutsche Autorin, Hörspiel- und Featureregisseurin, die über viele Jahre hinweg die Radiokunst im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mitprägte. Geboren wurde sie 1970 in Darmstadt. Sie studierte Geschichte und Philosophie in Heidelberg und Köln, bevor sie zunächst in der freien Theaterszene arbeitete und anschließend zur Hörspiel- und Feature-Abteilung des WDR kam. Dort begann sie als Regieassistentin und arbeitete mit namhaften Hörspielregisseuren zusammen, bevor sie selbst als freie Regisseurin und Bearbeiterin tätig wurde.

Ihr künstlerisches Feld war vor allem das Erzählen mit Stimmen, Geräuschen, Musik und Atmosphäre. Hildebrandt verstand das Hörspiel nicht nur als gesprochene Literatur, sondern als eigene Kunstform, in der innere Bilder entstehen können. Viele ihrer Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit mit großen ARD-Anstalten wie dem Hessischen Rundfunk, dem Südwestrundfunk, dem Mitteldeutschen Rundfunk und dem Westdeutschen Rundfunk. Dabei bewegte sie sich zwischen literarischen Hörspielen, Features, Mehrteilern und modernen Audioformaten.

Zu ihren Arbeiten zählen Produktionen wie „Geschichte einer Liebe“ von Angela Steidele, „Chapters“ von Bettina Erasmy, „Die Entfernung der Amygdala“ von Markus Orths, „Havanna“ und „Riss in der Matrix“ von Simone Buchholz sowie die Hörspielserien „10 Atemzüge“ und „10 Augenblicke“. Diese Bandbreite zeigt, wie vielseitig Hildebrandt arbeitete: Sie inszenierte historische Stoffe, Gegenwartsdramen, Kriminalstoffe, literarische Experimente und gesellschaftlich relevante Themen.

Besondere Anerkennung erhielt sie für „Geschichte einer Liebe“, ein Hörspiel über Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens-Schaaffhausen, das 2013 als Hörspiel des Monats ausgezeichnet wurde. 2014 folgte ein weiterer großer Erfolg: „Chapters“ erhielt bei den ARD Hörspieltagen den ARD Online Award. Das Stück erzählt vom Leben einer Frau, deren Wahrnehmung und Biografie aus den Fugen geraten, und wurde vom Publikum besonders stark wahrgenommen.

Hildebrandts Arbeit zeichnete sich durch Genauigkeit im Umgang mit Stimmen und durch ein feines Gespür für Rhythmus aus. Ihre Inszenierungen wirkten nicht überladen, sondern lebten von Atmosphäre, Timing und der Fähigkeit, aus Sprache einen akustischen Raum entstehen zu lassen. Gerade dadurch wurde sie zu einer wichtigen Regiestimme im deutschen Hörspiel.

Mit Silke Hildebrandts Tod im Juli 2025 verlor die deutschsprachige Hörspielszene eine vielseitige und präzise arbeitende Künstlerin. Ihr Werk steht für eine Radiokunst, die nicht laut sein musste, um eindringlich zu sein — und für Geschichten, die im Kopf der Hörerinnen und Hörer weiterklingen. | © Wikipedia

Juli 2025 gestorben Max Neissendorfer

Max Neissendorfer (12. Juli 2025)

Max Neissendorfer war ein deutscher Jazzpianist, Jazzsänger, Musikpädagoge und Bandleader, der sich stilistisch zwischen Mainstream-Jazz, Blues, Swing und Funk bewegte. Bekannt war er vielen auch unter seinem Spitznamen „Scat Max“ — ein Hinweis auf seine besondere Fähigkeit, mit der Stimme wie mit einem Instrument zu improvisieren. Gerade diese Verbindung aus virtuosem Klavierspiel, Gesang und Scat machte ihn zu einer markanten Figur der deutschsprachigen Jazzszene.

Geboren wurde Neissendorfer in München. Nach klassischem Klavier- und Kompositionsunterricht absolvierte er ab Mitte der 1970er Jahre eine Ausbildung an der Munich Jazz School bei dem Pianisten Joe Haider. Mit seiner ersten eigenen Formation, dem EMPS Trio, widmete er sich zunächst dem experimentellen Modern Jazz. Schon früh zeigte sich dabei, dass Neissendorfer nicht nur Musiker, sondern auch Impulsgeber war: 1979 initiierte er die Jazz Tage Erding, ein Festival, das die regionale Jazzszene sichtbar machte und ihr eine eigene Bühne gab.

Durch Joe Haider kam Neissendorfer in engen Kontakt mit der Schweizer Jazzszene. Anfang der 1980er Jahre tourte er mit dem Swiss Jazz Quintett durch Europa und arbeitete mit internationalen Jazzgrößen wie Pony Poindexter, Archie Shepp, Thad Jones, Hannibal Marvin Peterson und Leon Thomas zusammen. Diese Begegnungen erweiterten seinen musikalischen Horizont und führten ihn weit über die Münchner Szene hinaus.

Ab Mitte der 1980er Jahre tourte Neissendorfer mit dem Schweizer Jazzschlagzeuger Charly Antolini und dessen Formation „Jazz Power“ erneut durch Europa. Durch diese Zusammenarbeit öffnete sich der Pianist stärker dem Mainstream-Jazz. Was bei ihm jedoch nie bedeutete, dass die Musik beliebig wurde: Neissendorfer verband handwerkliche Präzision mit Spielfreude, swingender Eleganz und einem Gespür für unmittelbare Bühnenwirkung.

Ab den 2000er Jahren war er vor allem mit seiner Münchner Big Band „The Uptown Orchestra“ im deutschsprachigen Raum aktiv. Außerdem trat er als Gastsänger mit Formationen wie dem Swiss Jazz Orchestra und der Schweizer Sinatra Tribute Band auf. In diesen Projekten zeigte sich eine weitere Seite seines Könnens: Neissendorfer war nicht nur Pianist, sondern auch Crooner, Entertainer und Interpret des klassischen amerikanischen Songbooks. Besonders die Musik Frank Sinatras gehörte zu seinen großen Leidenschaften.

Neben seiner Arbeit auf der Bühne prägte Max Neissendorfer auch den Jazznachwuchs. Als langjähriges Mitglied der Leitung der Neuen Jazzschool München und der Berufsfachschule für Musik in der Fachrichtung Rock, Pop und Jazz gab er seine Erfahrung an mehrere Generationen junger Musikerinnen und Musiker weiter. Damit war er nicht nur Teil der Szene, sondern half aktiv dabei, sie weiterzuentwickeln.

Mit Max Neissendorfers Tod im Juli 2025 verlor die deutsche Jazzlandschaft eine außergewöhnlich vielseitige Persönlichkeit. Er war Pianist, Sänger, Scatter, Bandleader, Pädagoge und Netzwerker — ein Musiker, der Jazz nicht nur als Stilrichtung verstand, sondern als lebendige Sprache zwischen Tradition, Improvisation und direkter Kommunikation mit dem Publikum. | © BR

Juli 2025 gestorben Martin Seifert

Martin Seifert (15. Juli 2025)

Martin Seifert war ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher, dessen Karriere sich über fast fünf Jahrzehnte erstreckte. Geboren wurde er 1951 in Jena. Bevor er zur Schauspielerei kam, lernte er zunächst den Beruf des Werkzeugmachers. Erst über eine Laienspielgruppe fand er den Weg auf die Bühne — ein eher bodenständiger Anfang, der gut zu einem Künstler passt, der später nie durch laute Selbstinszenierung, sondern durch Verlässlichkeit, Präsenz und handwerkliche Genauigkeit auffiel.

Von 1971 bis 1974 studierte Seifert an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Bereits während des Studiums spielte er am Deutschen Theater. Nach ersten Engagements am Staatstheater Schwerin kam er 1978 ans Berliner Ensemble, dem er fast vier Jahrzehnte lang angehörte. Dort stand er in zahlreichen Rollen auf der Bühne, unter anderem als Romeo, Marquis Posa und Amphitryon. Das Theater blieb für ihn damit nicht nur eine Station, sondern das Zentrum seines künstlerischen Lebens.

Seine Film- und Fernsehkarriere begann 1976 mit „Ein Wigwam für die Störche“. Insgesamt wirkte Seifert in mehr als 80 Film- und Fernsehproduktionen mit. Eine frühe, viel beachtete Hauptrolle spielte er 1979 in Heiner Carows DEFA-Film „Bis daß der Tod euch scheidet“ an der Seite von Katrin Sass. Später folgten Rollen in Produktionen wie „Das vergessene Leben“, „Sumo Bruno“, „Babylon Berlin“ und der Filmreihe „Bibi & Tina“, in der er ab 2014 als gutmütiger Butler Dagobert zu sehen war.

Auch im deutschen Krimifernsehen war Seifert regelmäßig präsent. Zwischen 1993 und 2020 übernahm er mehrfach Gastrollen in Reihen wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110“. Dabei gehörte er zu jenen Schauspielern, die einer Nebenfigur mit wenigen Szenen sofort Gewicht geben konnten. Seine Figuren wirkten oft ruhig, eigenwillig oder leicht verschroben, aber immer glaubwürdig.

Neben Bühne und Kamera arbeitete Seifert auch als Sprecher in Hörproduktionen. Außerdem gab er seine Erfahrung als Dozent an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ weiter. Damit prägte er nicht nur das Publikum, sondern auch jüngere Generationen von Schauspielerinnen und Schauspielern.

Mit Martin Seiferts Tod im Juli 2025 verlor die deutsche Theater-, Film- und Hörspielwelt einen vielseitigen Darsteller, der besonders eng mit Berlin verbunden war. Er war kein Schauspieler der großen Gesten, sondern einer der leisen Genauigkeit – ein Künstler, der Figuren nicht ausstellte, sondern ihnen Würde, Tiefe und Menschlichkeit gab. | © Wikipedia

Juli 2025 gestorben Claus Peymann

Claus Peymann (16. Juli 2025)

Claus Peymann war einer der einflussreichsten und streitbarsten Theatermacher des deutschsprachigen Raums. Geboren wurde er 1937 in Bremen als Sohn des Lehrers Karl Peymann. Nach dem Abitur studierte er Germanistik, Literatur- und Theaterwissenschaften in Hamburg und begann dort auch seine ersten Regiearbeiten am Universitätstheater. Schon früh zeigte sich, was später zu seinem Markenzeichen werden sollte: Peymann verstand Theater nicht als gefällige Unterhaltung, sondern als Ort der Reibung, der Provokation und der öffentlichen Auseinandersetzung.

Überregionale Bekanntheit erlangte er 1966 durch die Uraufführung von Peter Handkes „Publikumsbeschimpfung“ am Theater am Turm in Frankfurt. Das Stück brach radikal mit klassischen Theatererwartungen und wurde zu einem Schlüsselereignis der Nachkriegstheatergeschichte. Peymann wurde dadurch zu einem Regisseur, der eng mit der Gegenwartsdramatik verbunden blieb und immer wieder Autoren förderte, deren Texte gesellschaftliche Konflikte auf die Bühne brachten.

Von 1974 bis 1979 war Peymann Schauspieldirektor in Stuttgart. Dort entwickelte er ein politisch waches, konfliktreiches Theater, das weit über die Stadt hinaus Beachtung fand. Anschließend leitete er von 1979 bis 1986 das Schauspielhaus Bochum. Diese Zeit gilt als eine seiner künstlerisch erfolgreichsten Phasen. Peymann machte Bochum zu einer der wichtigsten Bühnen der Bundesrepublik und versammelte dort ein Ensemble, das viele spätere Theatergrößen prägte.

1986 wechselte Peymann als Direktor an das Wiener Burgtheater. Auch dort blieb er seinem Stil treu: große Autoren, starke Schauspielerpersönlichkeiten, klare Haltungen und immer wieder Skandale. Besonders berühmt wurde die Uraufführung von Thomas Bernhards „Heldenplatz“ im Jahr 1988. Das Stück löste in Österreich heftige politische Debatten aus, machte aber zugleich deutlich, wie sehr Peymann an Theater als gesellschaftlicher Kraft glaubte. Für ihn musste eine Bühne nicht beruhigen, sondern stören, widersprechen und offene Wunden zeigen.

Von 1999 bis 2017 leitete Peymann schließlich das Berliner Ensemble, also jenes Theater, das untrennbar mit Bertolt Brecht verbunden ist. Auch dort setzte er auf große Texte, bekannte Schauspieler und einen bewusst traditionellen, zugleich aber kämpferischen Theaterbegriff. Peymann war dabei nicht nur Regisseur, sondern auch eine öffentliche Figur: laut, meinungsstark, oft umstritten und fast immer präsent. Er polarisierte, aber gerade dadurch blieb er über Jahrzehnte hinweg eine der sichtbarsten Stimmen des deutschen Theaters.

Für seine Arbeit erhielt Claus Peymann zahlreiche Preise und Ehrungen. Dazu zählen unter anderem der Theaterpreis Berlin, der B.Z.-Kulturpreis und internationale Anerkennungen. Der französische Theaterkritikerverband zeichnete eine seiner Inszenierungen als beste fremdsprachige Theateraufführung des Jahres aus. Solche Ehrungen zeigen, dass Peymanns Wirkung weit über Deutschland hinausreichte.

Mit Claus Peymanns Tod im Juli 2025 verlor das deutschsprachige Theater eine seiner letzten großen Intendantenfiguren alter Schule. Er war ein Regisseur, der Kunst, Macht, Streit und Öffentlichkeit miteinander verband wie kaum ein anderer. Peymann war nicht nur Theatermacher, sondern selbst eine Theaterfigur: unbequem, überlebensgroß, widersprüchlich und bis zuletzt davon überzeugt, dass Theater mehr sein muss als ein schöner Abend. | © Wikipedia

Juli 2025 gestorben Felix Baumgartner

Felix Baumgartner (17. Juli 2025)

Felix Baumgartner war ein österreichischer BASE-Jumper, Extremsportler und Stuntpilot, der zu den bekanntesten Risikosportlern der Welt gehörte. Internationale Berühmtheit erlangte er am 14. Oktober 2012 mit dem Projekt „Red Bull Stratos“, bei dem er aus der Stratosphäre zur Erde sprang. Aus einer Höhe von rund 39 Kilometern stürzte sich Baumgartner über New Mexico aus einer Kapsel und durchbrach im freien Fall als erster Mensch ohne Fahrzeug die Schallmauer. Der Sprung wurde weltweit live verfolgt und machte ihn schlagartig zu einer globalen Symbolfigur für Mut, Technik, Präzision und Grenzüberschreitung.

Baumgartners Weg dorthin begann jedoch lange vor dem Stratos-Projekt. Geboren wurde er 1969 in Salzburg. Schon früh interessierte er sich für das Fliegen und für extreme körperliche Herausforderungen. Nach seiner Zeit beim österreichischen Bundesheer, wo er auch mit Fallschirmsprüngen in Berührung kam, entwickelte er sich zu einem der auffälligsten BASE-Jumper seiner Generation. Er sprang von Brücken, Hochhäusern und bekannten Wahrzeichen, unter anderem von den Petronas Towers in Kuala Lumpur und von der Christusstatue in Rio de Janeiro. Auch ein Flug über den Ärmelkanal mit einem speziell entwickelten Flügelanzug gehörte zu seinen spektakulären Aktionen.

Seine größte Leistung blieb jedoch der Stratosphärensprung von 2012. Das Projekt war kein spontaner Stunt, sondern eine jahrelang vorbereitete Mission mit wissenschaftlicher, technischer und medialer Dimension. Baumgartner musste in einem Druckanzug springen, extreme Höhe, Kälte, Geschwindigkeit und Kontrollverlust überstehen und während des Falls einen gefährlichen Spin stabilisieren. Am Ende landete er sicher und wurde weltweit gefeiert. Für viele wurde er zur Verkörperung des modernen Abenteurers: jemand, der scheinbar unmögliche Grenzen überschreitet und dabei körperliche Kontrolle, Mut und technische Vorbereitung verbindet.

Doch Baumgartners öffentliches Bild bestand nicht nur aus Rekorden und Bewunderung. Nach seinem sportlichen Höhepunkt rückten zunehmend seine politischen und gesellschaftlichen Aussagen in den Vordergrund. Immer wieder sorgte er mit kontroversen Posts und Interviews für Kritik. Dazu gehörten abwertende Aussagen über demokratische Prozesse, rechtslastige und migrationsfeindliche Positionen, die vielfach als rassistisch kritisiert wurden, sowie sexistische Kommentare. Auch während und nach der Corona-Pandemie fiel Baumgartner durch scharfe Kritik an Maßnahmen, Impfungen und öffentlichen Stimmen aus Wissenschaft und Medien auf.

Diese Kontroversen veränderten seine Wahrnehmung deutlich. Während er für viele weiterhin der Mann blieb, der aus der Stratosphäre sprang und Sportgeschichte schrieb, sahen andere in ihm zunehmend eine provokante öffentliche Figur, deren Aussagen immer wieder Grenzen überschritten. Gerade deshalb lässt sich sein Leben kaum eindimensional erzählen. Baumgartner war einerseits ein außergewöhnlicher Extremsportler, der mit seinem Stratos-Sprung einen historischen Moment schuf. Andererseits wurde sein Name später immer stärker mit politischen Skandalen, öffentlicher Empörung und gesellschaftlichen Debatten verbunden.

Am 17. Juli 2025 starb Felix Baumgartner im Alter von 56 Jahren bei einem Unfall mit einem motorisierten Paraglider an der italienischen Adriaküste. Sein Tod wirkte fast tragisch folgerichtig für ein Leben, das so stark vom Fliegen, vom Risiko und vom Überschreiten von Grenzen geprägt war. In Erinnerung bleibt er als Extremsportler, der tatsächlich Geschichte schrieb — aber auch als kontroverse Persönlichkeit, deren Nachruhm nicht nur von Rekorden, sondern ebenso von Widersprüchen bestimmt wird.

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Juli 2025 gestorben Doris Gercke

Doris Gercke (25. Juli 2025)

Doris Gercke war eine deutsche Schriftstellerin, die vor allem als Schöpferin der Krimifigur Bella Block bekannt wurde. Mit dieser Reihe prägte sie den deutschen Kriminalroman nachhaltig und gehörte zu den Autorinnen, die das Genre ab den späten 1980er Jahren politischer, feministischer und gesellschaftskritischer machten. Ihre Krimis erzählten nicht nur von Verbrechen, sondern auch von Macht, Gewalt, sozialer Ungleichheit und den Widersprüchen der deutschen Nachkriegsgesellschaft.

Geboren wurde Gercke 1937 in Greifswald als Tochter einer Arbeiterfamilie. 1949 zog sie mit ihrer Familie nach Hamburg. Ihr Lebensweg verlief zunächst alles andere als geradlinig in Richtung Literatur. Sie machte eine Verwaltungslehre, arbeitete als Beamtin, heiratete jung und wurde Mutter. Erst später holte sie das Abitur nach und begann ein Jurastudium. Den Beruf der Juristin übte sie zwar nie aus, doch das Interesse an Recht, Schuld, gesellschaftlichen Strukturen und politischer Verantwortung floss deutlich in ihr literarisches Werk ein.

Ihr Durchbruch gelang 1988 mit dem Kriminalroman „Weinschröter, du musst hängen“. Darin trat erstmals Bella Block auf — eine unangepasste, schroffe und eigenwillige Ermittlerin, die sich deutlich von vielen klassischen Krimihelden unterschied. Bella Block war keine glatt gezeichnete Fernsehfigur, sondern eine widersprüchliche Frau mit Haltung, Wut, Verletzlichkeit und einem genauen Blick für gesellschaftliche Abgründe. Gerade dadurch wurde sie zu einer der markantesten Figuren des deutschen Krimis.

Später wurde Bella Block durch die ZDF-Verfilmungen mit Hannelore Hoger in der Titelrolle einem breiten Publikum bekannt. Die Fernsehreihe machte den Namen Doris Gercke weit über die Literaturszene hinaus bekannt, auch wenn die Autorin selbst später ein distanziertes Verhältnis zur TV-Figur entwickelte. Ihre literarische Bella Block blieb rauer, politischer und unbequemer als viele Zuschauerinnen und Zuschauer sie aus dem Fernsehen kannten.

Gercke schrieb jedoch nicht nur Bella-Block-Krimis. Ihr Werk umfasst zahlreiche Romane, Erzählungen, Kinder- und Jugendbücher sowie Lyrik. Teilweise veröffentlichte sie auch unter dem Pseudonym Mary-Jo Morell. Ihre Texte waren häufig düster, präzise und gesellschaftskritisch. Sie interessierte sich weniger für den klassischen Rätselkrimi als für die Frage, welche sozialen und politischen Verhältnisse Verbrechen überhaupt ermöglichen.

Für ihr Schaffen wurde Doris Gercke mehrfach ausgezeichnet. 1991 erhielt sie den Schwedischen Krimipreis für die internationale Ausgabe von „Weinschröter, du musst hängen“. Im Jahr 2000 wurde sie mit dem Glauser-Ehrenpreis für ihr Gesamtwerk und ihre Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman geehrt. Diese Auszeichnungen zeigen, welchen Rang sie innerhalb des Genres einnahm.

Auch politisch blieb Gercke zeitlebens engagiert. Sie war der Friedensbewegung, dem Antifaschismus und feministischen Debatten verbunden und gehörte zu den Mitgründerinnen des Netzwerks HERland – Feministischer Realismus in der Kriminalliteratur. Damit setzte sie sich auch dafür ein, weibliche Perspektiven im Krimi sichtbarer zu machen.

Mit Doris Gerckes Tod im Juli 2025 verlor die deutschsprachige Literatur eine Autorin, die den Krimi nicht als bloße Unterhaltung verstand, sondern als kritische Kunstform. Ihr Werk steht für unbequeme Fragen, starke Frauenfiguren und eine Literatur, die gesellschaftliche Verhältnisse nicht nur abbildet, sondern herausfordert. | © YouTube

Laura dahlmeier

Laura Dahlmeier (28. Juli 2025)

Laura Dahlmeier war eine deutsche Biathletin von Weltklasse und eine der erfolgreichsten Wintersportlerinnen ihrer Generation. Geboren wurde sie 1993 in Garmisch-Partenkirchen, wo ihre enge Verbindung zu den Bergen schon früh entstand. Im Biathlon verband sie außergewöhnliche Präzision am Schießstand mit großer Ausdauer in der Loipe – eine Mischung, die sie innerhalb weniger Jahre an die Weltspitze führte.

Ihre größten sportlichen Erfolge feierte Dahlmeier bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang. Dort gewann sie Gold im Sprint und in der Verfolgung sowie Bronze im Einzel. Damit wurde sie zu einem der Gesichter dieser Spiele und schrieb deutsche Biathlongeschichte. Hinzu kamen sieben Weltmeistertitel, zahlreiche Weltcupsiege und der Gewinn des Gesamtweltcups in der Saison 2016/17. Trotz dieser außergewöhnlichen Bilanz beendete sie ihre aktive Karriere bereits 2019 mit nur 25 Jahren — nicht aus sportlicher Not, sondern aus dem Wunsch heraus, ihr Leben selbstbestimmt weiterzuführen.

Nach dem Ende ihrer Biathlonkarriere blieb Dahlmeier dem Sport verbunden. Als ZDF-Expertin analysierte sie Biathlon-Weltcups und brachte dabei genau jene Mischung aus Fachwissen, Ruhe und Klarheit ein, die sie schon als Athletin ausgezeichnet hatte. Gleichzeitig wandte sie sich noch stärker ihrer zweiten großen Leidenschaft zu: den Bergen. Sie war als Bergsteigerin, Bergläuferin und ausgebildete Berg- und Skiführerin aktiv und suchte auch nach ihrer Profikarriere weiterhin sportliche Herausforderungen — nur abseits der großen Stadien und Fernsehbilder.

Diese Leidenschaft wurde ihr im Juli 2025 tragisch zum Verhängnis. Beim Bergsteigen am Laila Peak im Karakorum-Gebirge in Pakistan wurde Dahlmeier auf rund 5.700 Metern Höhe von einem Steinschlag getroffen. Ihre Seilpartnerin setzte sofort einen Notruf ab, doch schwieriges Gelände, anhaltender Steinschlag und schlechtes Wetter machten eine Rettung unmöglich. Nach Angaben ihres Managements ist davon auszugehen, dass Dahlmeier bereits unmittelbar durch den Unfall starb. Auch ihr ausdrücklicher Wille, dass bei einer möglichen Bergung niemand sein Leben riskieren solle, wurde später öffentlich gemacht.

Mit Laura Dahlmeiers Tod verlor Deutschland eine außergewöhnliche Sportlerin, die weit über ihre Medaillen hinaus in Erinnerung bleibt. Sie war Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Expertin, aber auch eine Persönlichkeit, die den Leistungssport nicht als Selbstzweck verstand. Ihr Leben stand für Disziplin, Naturverbundenheit, Mut und den Wunsch, eigene Wege zu gehen. Gerade deshalb wirkte ihr Tod mit nur 31 Jahren so erschütternd: Er traf eine Frau, die nach ihrer großen Biathlonkarriere längst ein neues Kapitel begonnen hatte — eines, das von Freiheit, Bergen und echter Leidenschaft geprägt war. | © ZDF

Tod Juni 00

Berühmte Deutsche, die 2025 verstarben

Um auch einigen der bekannten deutschen Persönlichkeiten zu Gedenken, die im Laufe des restlichen Jahres 2025 verstorben sind, findet ihr hier bei EarlyGame auch Listen zu Prominenten, die im Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, August, September, Oktober, November und Dezember von uns gegangen sind. | © EarlyGame

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