Die 15 peinlichsten Küsse in deutschen Filmen und Serien
Die 15 peinlichsten Küsse in deutschen Filmen und Serien
Die Musik schwillt an, die Kamera kreist in Zeitlupe, und das Leinwand-Paar nähert sich im entscheidenden Moment einander an. Doch statt Romantik spürt man nur den plötzlichen Drang, vor Fremdscham im Erdboden zu versinken. Im deutschen Film- und Fernsehschaffen kommt es gern vor, dass eine Liebeserklärung wirkt, als sei sie stumpf von einem Teleprompter abgelesen worden. Statt knisternder Spannung gibt es ungelenke Lippenbewegungen, die so peinlich sind, dass man lieber minutenlang die Zimmerdecke anstarren möchte und hofft, dass der Spuk bald vorbei ist. Wir haben die Filmgeschichte durchforstet und präsentieren: Die 15 absoluten Tiefpunkte der deutschen Knutsch-Kultur. | © Barefoot Films GmbH
Zone 1: Der Teenie-Klamauk der 2000er
Die Kussszenen in dieser Zone haben in gewisser Weise durchaus ihre Daseinsberechtigung, denn sie zeigen die ersten Gehversuche in Sachen Liebesleben aus der typisch unerfahrenen, peinlich berührten Perspektive von Jugendlichen. Allerdings wird ihnen genau das zum Verhängnis, denn niemand erinnert sich allzu gern an die unbeholfenen Momente von damals zurück. | © Constantin Film
15. Küssen verboten, baggern erlaubt (2003)
Der verzweifelte Versuch, das US-Erfolgsrezept von American Pie auf eine deutsche Sommerkomödie zu übertragen, ging gründlich schief. Wenn die pubertierenden Charaktere hier zur Tat schreiten, schreien die Szenen weniger nach Romantik als viel mehr nach einer sozialen Mutprobe. Statt leidenschaftlicher Annäherung bekommt das Publikum verkrampfte Lippenbewegungen serviert, die von zutiefst flachen Witzen begleitet werden. Man spürt förmlich, wie unwohl sich die jungen Darsteller vor der Kamera gefühlt haben müssen. Ein cineastischer Unfall, bei dem das Fremdschämen quasi im Sekundentakt mitgeliefert wird. | © box! Film
14. Harte Jungs (2000)
Tobias Schenkes hormongesteuerter Charakter stolpert in diesem 2000er-Klamauk von einer Peinlichkeit in die nächste. Sobald es zwischen Red Bull und Leonie schließlich zu intimen Momenten kommt, wird es vor allem laut, nass und extrem ungelenk. Die Kuss-Choreografien erinnern eher an einen unglücklichen Zusammenstoß beim Schulsport als an jugendliche Verliebtheit. Untermalt wird das feuchte Treiben von schmerzhaften Dialogen, die jede Resthoffnung auf echte Gefühle im Keim ersticken. Das Zuschauen tut hier fast körperlich weh. | © Constantin Film
13. Knallharte Jungs (2002)
In der unvermeidlichen Fortsetzung setzt Axel Stein dem schlüpfrigen Slapstick-Treiben endgültig die Krone auf. Peinliche Versuche, bei der Damenwelt zu landen, münden in hyperaktiven Knutschereien, die jegliche Ästhetik vermissen lassen. Die Szenen sind so derbe und plump inszeniert, dass man damals in den Kinosälen förmlich das kollektive Wegsehen des Publikums spüren konnte. Romantik wird hier durch puren, lauten Klamauk ersetzt, der die Lippen der Beteiligten wie Fremdkörper wirken lässt. Ein Paradebeispiel dafür, wie man Intimität komplett gegen die Wand fährt. | © Constantin Film
12. Die Wilden Kerle 4 (2007)
Wenn Kindheitshelden plötzlich die Freuden der Pubertät entdecken sollen, geht das im deutschen Kino selten gut. Die ersten romantischen Gehversuche zwischen den jugendlichen Charakteren wirken unerträglich hölzern. Man wird das Gefühl nicht los, dass der Regisseur im Hintergrund stand und die Sekunden mit einer Stoppuhr abgezählt hat - eine enorme Belastung für die jungen Darsteller, für die es ausgerechnet der allererste Kuss vor einer laufenden Kamera war. Die Chemie zwischen den Teenies tendiert jedenfalls gegen null, was die Szenen extrem steif und künstlich wirken lässt. Für die Fans der ersten Stunde war dieser erzwungene Reifeprozess ein echter Schock. | © SamFilm GmbH
11. Fack ju Göhte 2 (2015)
Während Chantal und Zeki Müller im ersten Teil noch eine gewisse Glaubwürdigkeit besaßen, verkommt das Sequel in Thailand zur überdrehten Achterbahnfahrt. Die Flirt- und Kussversuche inmitten von kreischenden Teenagern und explodierenden Gags wirken völlig überdreht. Elyas M'Barek und seine Co-Stars müssen gegen ein Drehbuch anspielen, das keine ruhigen Momente zulässt. Die Intimität geht im hyperaktiven Schnittgewitter komplett verloren und hinterlässt ein unangenehmes Gefühl der Reizüberflutung. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen. | © Rat Pack / Constantin Film
Zone 2: Das kommerzielle Hochglanz-Kino
Wo perfekt ausgeleuchtetes Hochglanz-Kino und teure Farbfilter eigentlich tiefe Leidenschaft erzeugen sollen, regiert in dieser Zone die absolute Fremdscham. Sobald es intim werden soll, prallt die makellose Kulisse ungebremst auf hölzerne Annäherungen, erzwungene Gefühle und peinlichen Beziehungs-Slapstick. Wenn die Kamera jede Pore perfekt einfängt, während die Chemie gegen Null tendiert, wird die Kussszene zur filmischen Geduldsprobe. | © Wiedemann & Berg Film
10. Keinohrhasen (2007)
Nachdem sich Ludo und Anna eine gefühlte Ewigkeit lang mit verletzenden Beleidigungen bombardiert haben, soll plötzlich die ganz große Liebe ausbrechen. Der finale Kuss wird im typisch gelb-filtrierten Hochglanz-Look inszeniert, kann die fehlende emotionale Basis aber nicht kaschieren. Die Leidenschaft wirkt komplett aufgesetzt und rein mechanisch abgeliefert. Man nimmt den beiden die plötzliche Schmetterlinge-im-Bauch-Stimmung schlichtweg zu keinem Zeitpunkt ab. Statt Herzklopfen hinterlässt diese Szene beim Zuschauer nur ein irritiertes Kopfschütteln. | © Barefoot Films GmbH
9. Zweiohrküken (2009)
Auch in der Fortsetzung verharren die Lippenbekenntnisse im strikt durchchoreografierten RomCom-Schema. Wenn der Alltagsfrust der Beziehung in einen Versöhnungskuss mündet, wirkt das wie das pflichtbewusste Abarbeiten eines Ehevertrags. Die Akteure bewegen sich mit einer Routine, die jegliches Prickeln im Keim erstickt. Schweigers typischer Sepia-Schleier übertüncht zwar die optischen Makel, rettet aber nicht die fehlende Authentizität. Am Ende bleibt ein Kuss, der sich so hölzern anfühlt wie eine Ikea-Bauanleitung. | © Barefoot Films GmbH
8. Klassentreffen 1.0 (2018)
Wenn alternde Männer versuchen, die wilden amourösen Abenteuer ihrer Jugend aufwärmen, wird es im deutschen Film schnell kritisch. Die Kuss- und Annäherungsszenen rund um die gealterte Kumpeltruppe sind eingebettet in unerträglichen Altherrenhumor und maßlose Übertreibung. Die romantischen Momente wirken dadurch völlig deplatziert und erzwungen. Statt charmanter Nostalgie transportiert die Leinwand hier nur eine ungelenke Peinlichkeit nach der anderen. Ein Tiefpunkt, der zeigt, dass manche Liebesgeschichten besser ungeschrieben geblieben wären. | © Barefoot Films GmbH
7. Fall for Me (2025)
Dieser von der Kritik zerrissene Mallorca-Erotik-Thriller beweist, dass modernes Streaming-Budget nicht automatisch vor Peinlichkeiten schützt. Die angeblich vor Leidenschaft brennenden Küsse und Bettszenen zwischen den Hauptfiguren wirken, als wären sie am Fließband produziert worden. Es gibt keinerlei emotionale Tiefe, die den körperlichen Austausch rechtfertigen oder tragen würde. Die Schnitte sind so holprig gesetzt, dass jede aufkommende Ästhetik sofort im Keim erstickt wird. Das Ergebnis ist eine seelenlose Aneinanderreihung von nackter Haut und unbeholfenen Lippenbewegungen. | © Wiedemann & Berg Film
6. Brick (2025)
Eingepfercht in einer düsteren, dystopischen Festung kämpfen Tim und Liv – gespielt von Matthias Schweighöfer und seiner Partnerin Ruby O. Fee – eigentlich um ihr nacktes Überleben. Wenn zwischen all der CGI-Paranoia und den existenziellen Bedrohungen plötzlich romantische Nähe aufgebaut werden soll, wirkt das einfach nur deplatziert. Die vereinzelten Küsse brechen völlig abrupt über die Szenen herein und wirken extrem ungeschickt in die Handlung hineingeprügelt. Statt Erleichterung in der Dunkelheit zu stiften, sorgen diese Liebesbeweise beim Publikum nur für irritiertes Stirnrunzeln. | © Nocturna Productions
Zone 3: Amateurhafte TV-Schmonzetten und Grenzüberschreiter
Willkommen in der Grauzone zwischen TV-Schmonzette und extremem Trash. Hier verdampft die Romantik seelenlos im billigen Fernsehlicht, während der Kitsch nahtlos in einen cineastischen Albtraum übergeht. Wenn steife Kussszenen auf morbide Abgründe und blanken Terror treffen, mutiert die Idylle zur unfreiwilligen Folterkammer. Ein Ort, an dem der Schmalz im puren Grauen endet. | © FFP New Media GmbH
5. Rosamunde Pilcher (1993)
Der klassische „ZDF-Sonntags-Kuss“ ist ein Phänomen für sich und folgt strengen, staubtrockenen Regeln. Das Paar steht kerzengerade am Klippenrand, starrt sich sekundenlang bedeutungsschwanger an und schreitet dann zur Tat. Was folgt, ist kein Kuss, sondern das starre Aufeinanderpressen der Lippen für exakt drei Sekunden - komplett ohne Bewegung. Jede Form von Dynamik oder Chemie wird vermieden, als stünde die Sittenpolizei direkt neben der Kamera. Das Ergebnis ist sterile Perfektion im Landschafts-Idyll, die jegliche menschliche Leidenschaft vermissen lässt. | © FFP New Media GmbH
4. Küss mich, Tiger! (2001)
Diese ARD-Komödie treibt das Konzept der Midlife-Crisis-Romantik auf die absolute Spitze. Wenn die Protagonisten inmitten ihres Nachbarschaftskonflikts versuchen, alte, längst erloschene Leidenschaft zu mimen, wird es für den Zuschauer ungemütlich. Die Steifheit der Darsteller sorgt für akuten Fremdschäm-Alarm auf der heimischen Couch. Man sieht den Akteuren in jeder Sekunde an, wie künstlich die Situation für sie ist. Statt echtem Knistern im reiferen Alter bleibt nur das Gefühl, Zeuge einer sehr unangenehmen Theaterprobe im Dorfgemeinschaftshaus zu sein. | © Studio Hamburg FilmProduktion GmbH
3. Feuchtgebiete (2013)
Die Verfilmung des skandalösen Bestsellers von Charlotte Roche setzt ganz bewusst auf den absoluten Ekel-Fremdscham. Wenn Helen Memel auf der Leinwand intim wird, hat das rein gar nichts mit den gängigen Hollywood-Konventionen zu tun. Die Annäherungen sind konsequent von diversen Körperflüssigkeiten, mangelnder Hygiene und schrägen anatomischen Experimenten begleitet. Das ist zwar handwerklich so gewollt, treibt dem unvorbereiteten Zuschauer aber dennoch den Schweiß auf die Stirn. Definitiv eine Zone, die man nicht mit Popcorn im Mund durchschreiten sollte. | © Rommel Film e.K.
2. Nekromantik (1988)
Dieser Streifen ist und bleibt der absolute Endgegner des deutschen Underground-Kinos. Der Kuss und die anschließende Liebeszene mit einer sichtlich verwesenden, nachgebauten Leiche sprengen jede Skala des menschlich Erträglichen. Regisseur Jörg Buttgereit schuf einen transgressiven Albtraum aus den Berliner Hinterhöfen, bei dem das Zusehen physisch wehtut. Hier geht es nicht mehr um Kitsch oder schlechtes Schauspiel, sondern um puren, kalkulierten Tabubruch. Ein filmisches Relikt, das man nach dem Sehen am liebsten aus dem Gedächtnis löschen würde. | © Jelinski Film & Fernsehproduktion
1. Toni Erdmann (2016)
Obwohl Maren Ades Tragikomödie weltweit gefeiert wurde, liefert sie die unangefochtene Speerspitze der unangenehmsten Intimszenen der jüngeren Kinogeschichte - und das mit voller, meisterhafter Absicht. Wenn Ines, gespielt von Sandra Hüller, und ihr Liebhaber im Hotelzimmer intim werden, nutzt die Regisseurin den Fremdscham-Effekt als präzises Werkzeug: Es herrscht eine Atmosphäre von brutaler emotionaler Kälte und geschäftsmäßiger Distanz, in der Intimität wie eine Excel-Tabelle abgearbeitet wird. Der darauffolgende sexuelle Akt - Stichwort: Petit Fours - und die unbeholfenen Berührungen grenzen an schmerzhafte Arthouse-Scham, bei der die Kamera gnadenlos draufhält. Es ist eine kalkulierte, geniale filmische Demontage moderner Konzern-Kälte, die uns die emotionale Taubheit der Figuren spüren lässt, aber eben auch verdammt schwer anzugucken ist. | © Komplizen Film
20 deutsche Filme mit grauenhafter Exposition
Der Blick auf die deutschen Bildschirme zeigt: Wahre Leidenschaft lässt sich weder im Drehbuch erzwingen noch mit der Stoppuhr inszenieren. Egal ob feuchter Teenie-Klamauk, steife TV-Schmonzetten oder seelenlose Streaming-Hits - unsere Filmlandschaft neigt beim Thema Intimität leider oft zu peinlichen Extremen. Solange Schauspieler agieren, als müssten sie eine lästige Pflichtaufgabe erfüllen, bleibt uns Zuschauern im entscheidenden Moment wohl weiterhin nur eines übrig: kurz den Boden anzustarren. | © Rat Pack
Ebenfalls ein Schuss in den Ofen: 20 deutsche Filme mit grauenhafter Exposition.
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