8. Steins;Gate (2009)
Steins;Gate verlangt Spielern anfangs einiges ab. Stundenlang schaut man einem selbsternannten verrückten Wissenschaftler dabei zu, wie er Bananen in der Mikrowelle erhitzt und sich in absurde Verschwörungstheorien hineinsteigert, ohne zu verstehen, warum das alles überhaupt wichtig sein soll. Gerade dadurch funktioniert die Zeitreise–Thematik aber so gut. Die Veränderungen der Zeitlinie wirken nie wie ein einfacher Trick, um Fehler rückgängig zu machen, sondern unberechenbar und wirklich gefährlich. Wenn die Geschichte später langsam von einer chaotischen Slice–of–Life–Story in psychologischen Horror kippt, entfaltet sie ihre volle Wirkung. Plötzlich fühlen sich all die ruhigen Charaktermomente zuvor wie eine Falle an, die sich Stück für Stück zusammenzieht. Genau deshalb genießt Steins;Gate bis heute seinen Ruf als eines der stärksten Visual Novels überhaupt. Das Spiel nimmt sich bewusst Zeit, gibt Spielern nicht sofort das, was sie erwarten, und trifft emotional genau dann, wenn man es am wenigsten kommen sieht. | © 5pb./Nitroplus